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Neue Perspektiven für Wissenschaft und Forschung

Melanie Mieth, die Lebensmittelchemie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, fotografiert am 28.07.16 in einem Labor der Universität: Arbeitet mit der sogenannten "SAFE"-Apparatur zur Aromastoff-Extraktion.
Im Bereich Wissenschaft und Forschung gab es in den letzten Jahren einige gesetzliche Änderungen.
Foto: Thomas Lohnes

Gesetzesänderungen im Überblick

Neue Perspektiven für Wissenschaft und Forschung

Schluss mit unsicheren Berufsperspektiven, her mit der Vereinbarkeit von Forschung und Familie. Mit diesem Ziel haben Bund und Länder 2016 neue Initiativen und Gesetzesänderungen für Nachwuchswissenschaftler auf den Weg gebracht. abi>> gibt einen Überblick über die wichtigsten Änderungen.

Zeitlich befristete Beschäftigung

Bisher

Hochschulen und Forschungseinrichtungen konnten Wissenschaftler insgesamt bis zu zwölf Jahre (Mediziner bis zu 15 Jahre) befristet beschäftigen. Ebenso waren Anstellungen für nur wenige Monate zulässig, auch wenn das Forschungsprojekt bzw. die Promotion über einen viel längeren Zeitraum angelegt war.

Neu

Seit dem 17. März 2016 dürfen Hochschulen und Forschungseinrichtungen Arbeitsverträge nur noch befristen, wenn das Ziel eine Qualifizierung, zum Beispiel eine Promotion, ist. Außerdem muss die Befristungsdauer der Gesamtdauer der angestrebten Qualifizierung oder des zugrundeliegenden Forschungsprojektes (zum Beispiel der Bewilligungszeitraum für die Drittmittelförderung) entsprechen.

Förderung über Tenure-Track-Programme

Bisher

Obwohl es seit 2002 die rechtlichen Möglichkeiten für Tenure-Track-Programme gibt, wendeten sie bisher nur wenige deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen an. Das Tenure-Track-Konzept stammt aus den USA. Es sieht vor, dass Juniorprofessoren nach einer sechsjährigen, erfolgreich absolvierten Probezeit eine unbefristete Professur erhalten – alternativ zu einem klassischen Berufungsverfahren.

Neu

Im Zeitraum 2017 bis 2032 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt einer Milliarde Euro die Schaffung von 1.000 Tenure-Track-Professuren an Universitäten. Gleichzeitig sollen genauso viele unbefristete Professorenstellen entstehen. Die maximale Förderlaufzeit je Tenure-Track-Professur beträgt sechs Jahre.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bisher

Wer während eines befristeten Arbeitsverhältnisses aufgrund der Betreuung eines Kindes aussetzen musste, für den verlängerte sich die gesetzlich vorgeschriebene zwölf-Jahres-Maximaldauer nicht. Nach zwölf Kalenderjahren war grundsätzlich Schluss.
Ähnlich bei der Tenure-Track-Professur: Auszeiten aufgrund der Betreuung eines Kindes verlängerten die maximale Sechs-Jahres-Förderdauer nicht.

Neu

Seit dem 17. März 2016 verlängert sich die zwölf-Jahres-Frist um bis zu zwei Jahre Betreuungszeit je Kind unter 18 Jahren. Dazu kommen die gesetzlichen Möglichkeiten im Rahmen der regulären Elternzeit.
Das ab 2017 geltende neue Tenure-Track-Programm ermöglicht es ebenfalls, zur Betreuung eines Kindes die maximale Förderdauer von sechs Jahren zu verlängern – um ein Jahr je Kind (höchstens insgesamt um zwei Jahre).

Förderung des Wissens- und Innovationstransfers

Bisher

Der Wissens-, Technologie- und Innovationstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen oder Organisationen fand bisher ohne besondere finanzielle Unterstützung statt.

Neu

Der Bund und die Länder stellen im Rahmen der Initiative „Innovative Hochschule“ bis Ende 2027 insgesamt 550 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Damit fördern sie den Wissenstransfer zwischen kleineren und mittleren Hochschulen und der Wirtschaft. Mindestens die Hälfte der Gelder soll Fachhochschulen zugutekommen.

abi>> 20.02.2017

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