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Das Wichtigste auf einen Blick

Proben zur Untersuchung von Biogas.
Was ist eine Habitilation und was ein Privatdozent? Das abi>>-Glossar klärt auf.
Foto: Frank Pieth

Arbeiten in Wissenschaft und Forschung: Glossar

Das Wichtigste auf einen Blick

Von A wie Akademischer Rat bis W wie Wissenschaftszeitvertragsgesetz: Im Glossar erklärt abi>> die wichtigsten Begriffe rund ums Arbeiten in Wissenschaft und Forschung.

Akademischer Rat

Akademischer Rat ist eine Amtsbezeichnung für einen deutschen Beamten im höheren Dienst, der an einer wissenschaftlichen Hochschule als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. In einigen Bundesländern ist eine befristete Verbeamtung als Akademischer Rat möglich. Sogar Doktoranden werden in Ausnahmefällen während ihres Promotionsverfahrens als Akademischer Rat befristet verbeamtet.

Berufungsverfahren

Hochschulen besetzen freie Professorenstellen mithilfe eines Berufungsverfahrens: Zunächst schreibt die Hochschule die freie Stelle aus und der zuständige Fachbereich stellt eine Berufungskommission zusammen. Nach einer Erstauswahl präsentieren sich die formell geeigneten Bewerber beispielsweise mit Probevorträgen. Zudem holen die Hochschulen externe Gutachten ein, bevor die Berufungskommission eine so genannte Berufungsliste mit meist drei Bewerbern aufstellt. Rektor oder Präsident der Hochschule sowie deren Gremien entscheiden dann, welcher der Bewerber zum Zuge kommt. In einigen Bundesländern trifft das zuständige Landesministerium die letztgültige Entscheidung. Ein Berufungsverfahren kann von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren dauern.

Drittmittel

Mit so genannten Drittmitteln finanzieren Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Regel bestimmte Forschungsprojekte oder -bereiche. Die Gelder stammen nicht aus dem regulären Finanzhaushalt der Einrichtung, sondern von „dritten Stellen“ – darunter Forschungsförderstellen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder die Privatwirtschaft.

Juniorprofessur

Seit 2002 besteht die rechtliche Möglichkeit, dass Hochschulen Juniorprofessoren berufen. Statt der sonst üblichen Habilitation muss ein Juniorprofessor eine herausragende Promotion vorweisen. Weitere Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Juniorprofessoren können an einer Hochschule forschen, lehren und sich dabei gleichzeitig für die Berufung zu einer „Lebenszeitprofessur“ qualifizieren. Ihre Aufgaben ähneln jenen von anderen Professoren. Jedoch ist ihre Stelle auf höchstens sechs Jahre befristet.

Habilitation

Die Habilitation ist die höchstmögliche Hochschulprüfung durch eine Habilitationskommission. Sie bestätigt die Fähigkeit, selbstständig zu forschen und zu lehren („Lehrstuhlreife"). Viele Fächer setzen für ihre Universitätsprofessoren eine Habilitation zwingend voraus. Zu den Voraussetzungen für eine Habilitation gehören meistens eine Promotion, eine Habilitationsschrift, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Erfahrungen in der wissenschaftlichen Lehre. Die Habilitationsordnungen der einzelnen Hochschulen richten sich allerdings nach den jeweiligen bundeslandabhängigen Gesetzen. Während des Habilitationsverfahrens arbeitet der Bewerber meist an einer Hochschule – beispielsweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Lehrbeauftragter

Lehrbeauftragte halten Lehrveranstaltungen an Hochschulen ab. Dabei sind sie häufig nicht an der Hochschule angestellt, sondern arbeiten als freie Mitarbeiter beispielsweise auf Honorarbasis. Zu den Voraussetzungen gehört meist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Weitere Bedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Privatdozent (PD)

Ein Privatdozent ist ein Wissenschaftler mit einer Habilitation und einer Lehrberechtigung an einer Hochschule – jedoch ohne eine Professur. Privatdozenten können beispielsweise als wissenschaftliche Mitarbeiter oder auch nebenberuflich an einer Hochschule arbeiten. In einigen Bundesländern müssen sie eine Mindestanzahl von Lehrveranstaltungen durchführen, um ihre Lehrberechtigung und damit den Privatdozent-Titel zu behalten.

Promotion

Bei einer Promotion verleiht eine Universität oder gleichgestellte Hochschule einen Doktorgrad in der jeweiligen Fachrichtung – wie Dr. med. (Medizin) oder Dr. rer. nat. (Naturwissenschaften). Dem voran geht ein Promotionsverfahren, in dem der Bewerber (Doktorand) seine Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten nachweisen muss. Dazu wählt der Doktorand einen Betreuenden (Doktorvater), erstellt unter anderem eine eigenständige, wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) und absolviert eine mündliche Prüfung. Die Promotionsordnungen und damit der Ablauf der Promotion unterscheiden sich je nach Hochschule. Abhängig vom Studienfach und vom Thema dauern Promotionsverfahren zwischen mehreren Monaten und einigen Jahren.

Postdoktoranden (Postdocs)

Ein Postdoktorand ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der nach seiner Promotion und Erhalt des Doktorgrades an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung arbeitet – meist befristet. Seine Forschungsprojekte werden oft durch Drittmittel finanziert.

Tenure-Track

Seit 2002 können Hochschulen ein Tenure-Track-Verfahren (heißt übersetzt „Verfahren zur Anstellung“) – meist im Zusammenhang mit einer Juniorprofessur – anbieten. Das Konzept stammt aus den USA und ist eine Alternative zum klassischen Berufungsverfahren. Es beschreibt die Möglichkeit, nach einer befristeten Bewährungszeit von sechs Jahren und einem Überprüfungsverfahren eine Lebenszeitprofessur zu erhalten. Bislang bieten nur wenige deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen das Tenure-Track-Verfahren an.

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Wissenschaftliche Mitarbeiter sind Angestellte oder Beamte an einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung, die wissenschaftlich tätig sind. An Hochschulen arbeiten sie zum Beispiel in Forschungsprojekten oder führen Lehrveranstaltungen durch. Viele Doktoranden, Postdoktoranden (Postdocs) und Nachwuchswissenschaftler sind als wissenschaftliche Mitarbeiter – meist befristet – beschäftigt. Ihre Pflichten unterscheiden sich je nach Bundesland, Hochschule und Institut.

Wissenschaftszeitvertragsgesetz

Das Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz – WissZeitVG) regelt die zeitlich befristete Beschäftigung von Wissenschaftlern und Künstlern. Die Befristung kann unbegründet bis zu sechs Jahre dauern – mit einer zulässigen Verlängerung auf insgesamt zwölf Jahre nach der Promotion (in der Medizin auf insgesamt 15 Jahre).
Das Gesetz im Wortlaut: http://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/

abi>> 20.02.2017

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