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In den eigenen vier Wänden

Frau sitzt auf einem Sofa und bedient ein Notebook.
Mit viel Ruhe und einem Sofakissen im Rücken lässt es sich im Homeoffice konzentriert arbeiten.
Foto: Martin Rehm

Home-Office

In den eigenen vier Wänden

Großraumbüro oder Home-Office, kontrastreicher geht es fast nicht. Solche Ortswechsel gehören für die Rechtsanwältin Julia Dütsch (34) mittlerweile zum Arbeitsalltag. Denn zu Hause lassen sich Präsentationen und Konzepte ungestörter erledigen. Feste Heimarbeitstage sind allerdings tabu – eine Regel, die für dieses flexible Arbeitsmodell vereinbart wurde.

Julia Dütsch arbeitet als Referentin für Arbeitsrecht und Personalpolitik in der Personalabteilung der HUK-Coburg, einer Versicherungsgruppe mit bundesweit rund 10.000 Mitarbeitern. Alles, was in puncto Arbeitszeit und Arbeitsmodelle eingeführt oder neu geregelt werden soll, geht über ihren Tisch. „Ich betreue insbesondere die Themen, die mit dem Betriebsrat verhandelt und abgestimmt werden müssen und das nicht nur für die Zentrale, sondern auch für die 37 anderen Standorte“, erläutert die Rechtsanwältin. Ein Meilenstein ist wohl die Einführung von Home-Office im vergangenen Jahr. Denn seit ein paar Monaten dürfen die rund 5.500 Mitarbeiter in der Coburger Zentrale unter bestimmten Voraussetzungen an (maximal) vier Tagen im Monat ihre Arbeit zu Hause erledigen.

Ein Porträt-Foto von Julia Dütsch

Julia Dütsch

Foto: Karolin Holland

Diese Möglichkeit weiß auch Julia Dütsch zu schätzen: „Ich lege circa alle zwei Wochen einen Tag im Home-Office ein. Öfter klappt es leider wegen Besprechungsterminen oder Dienstreisen nicht.“ In den eigenen vier Wänden kann sie dann in Ruhe Präsentationen ausarbeiten oder rechtliche Gutachten prüfen. Man schaffe sehr viel, weil es weniger Unterbrechungen gäbe, sagt sie. „Natürlich kommen auch Anrufe oder E-Mails rein, aber ich habe eben keine anderen Termine oder werde abgelenkt, weil ein Kollege etwas wissen möchte.“

Anspruchsdenken, nein danke!

Ihren Arbeitsalltag im Großraumbüro, das sie mit mehr als 40 Kollegen teilt, möchte sie aber nicht missen, denn man kann sich dort auf kurzem Weg austauschen und gut zusammen arbeiten. Sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, ist im Team von Julia Dütsch selbstverständlich. Sie ist eine von insgesamt zwölf Spezialisten – die meisten sind Juristen und Betriebswirtschaftler – die für die HUK-Unternehmensgruppe personalpolitische und arbeitsrechtliche Themen verhandeln.

Wer einen Tag im Home-Office einlegen möchte, informiert die anderen kurzfristig per E-Mail. „Uns ist es wichtig, dass es keine festgelegten Tage gibt, denn dann werden Begehrlichkeiten geweckt. So kommen für jeden alle Wochentage infrage“, erklärt die 34-Jährige. Flexibel und abwechslungsreich arbeiten zu können, war ihr schon immer wichtig. „Nur am Schreibtisch zu sitzen und Rechtsgutachten zu prüfen, wäre nichts für mich. Da ich viel mit den anderen Standorten zu tun habe, reise ich oft und kenne im Prinzip die ganze HUK“, sagt die gebürtige Coburgerin.

Mehr Lebensqualität

Ihre Stelle hat Julia Dütsch vor sieben Jahren dank einer überzeugenden Initiativbewerbung bekommen. Davor studierte sie Rechtswissenschaft und Europäisches Recht an der Universität Würzburg. Einen Teil ihres zweijährigen Referendariats absolvierte sie in einer Coburger Rechtsanwaltskanzlei, die sich unter anderem auf Familien- und Arbeitsrecht spezialisiert hat. „Mein Interesse insbesondere für arbeitsrechtliche Fragen hat mich dann zur HUK-Coburg geführt“, erinnert sie sich. Dass ihr heutiger Arbeitgeber neben Home-Office auch andere Modelle wie Gleitzeit (Arbeit kann in gewissem Rahmen frei eingeteilt werden) oder Teilzeit (reduzierte Arbeitszeit) anbietet, findet sie nicht zuletzt für ihre individuelle Lebensplanung sehr positiv: „Wenn ich eine Familie gründen möchte, ist es doch beruhigend zu wissen, dass meine Stelle auch teilzeitfähig ist.“

abi>> 07.06.2016

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