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Kreativ dank ungewöhnlicher Benefits

Der Arbeitsplatz von Vera Pokrandt (49), Sportlehrerin- -Rehabilitation/Behindertensport,  am 02.06.2016 : Geräte im Rehazentrum Mittelbaden in Rastatt.
Arbeit und Entspannung am Arbeitsplatz verknüpft: Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eigene Fitnessräume für die Nutzung in der Mittagspause oder nach Dienstschluss.
Foto: Winfried Rothermel

Kriterien bei der Arbeitgeberwahl – Reportage

Kreativ dank ungewöhnlicher Benefits

Jan Müller arbeitet als Key Account Manager bei Google in Hamburg. Er mag seinen Job – nicht nur, weil er viel Verantwortung tragen darf, sondern auch wegen zahlreicher Zusatzleistungen, die sein Arbeitgeber bietet: Von schiefen Räumen über Mikro Kitchens bis hin zur Kinderbetreuung reicht das Angebot. All das führt dazu, dass sich der 28-Jährige bei der Arbeit „extrem wohlfühlt“.

Der Job bei Google ist Jan Müllers zweite Anstellung, seit er sein Studium der Volkswirtschaft an der Universität Köln abgeschlossen hat. Bei seiner ersten Stelle war ihm vor allem ein festes Gehalt wichtig. „Da habe ich mir erst einmal eine gewisse Sicherheit und ein geregeltes Einkommen gewünscht“, erinnert er sich. Schnell merkte er aber, dass auch andere Faktoren für ihn an Bedeutung gewannen. „Ich wollte einen Job, der mich in einem netten Umfeld lernen und weiterentwickeln lässt und wo ich Führungsaufgaben übernehmen kann.“ Deswegen wechselte er nach zwei Jahren zu Google.

Er habe die Stelle in erster Linie angenommen, weil er die Leute beim Vorstellungsgespräch sympathisch fand und die Entwicklungsmöglichkeiten mochte, die ihm in Aussicht gestellt wurden. Als Analyst im Sales Team stieg er in das Unternehmen ein, inzwischen ist er Key Account Manager und betreut Großkunden aus der Versicherungsbranche. An seinem Job gefällt ihm die Verantwortung, aber auch das Arbeitsumfeld sagt ihm zu: „Google wählt seine Mitarbeiter genau aus und überlegt, wer in ein Team passen könnte“, erzählt er. „Ich habe deswegen sehr nette und sozial kompetente Kollegen, das schafft ein enorm angenehmes Arbeitsklima.“

Schiefe Räume zur Entspannung

Ein Porträt-Foto von Jan Müller

Jan Müller

Foto: Google Inc.

Positiv findet er auch die vielen Benefits, die das Unternehmen bietet. Mit so vielen Zusatzleistungen hatte er nicht gerechnet. Beispielsweise ist das Angebot an Weiterbildungen für Mitarbeiter groß: Man kann sowohl interne Maßnahmen in Anspruch nehmen, wird aber auch dabei unterstützt, externe Möglichkeiten zu nutzen. Außerdem werden flexible Arbeitszeiten angeboten. „Da gibt es fast keine Grenzen, außer wenn ich für bestimmte Aufgaben vor Ort sein muss.“ Auch das firmeneigene Fitnessstudio im Haus weiß er zu schätzen. Als weiteres Plus empfindet er das Essen: Zum Frühstück und Mittagessen bereitet ein Koch jeden Tag verschiedene Gerichte zu – für alle Mitarbeiter kostenfrei. „Das Essen ist ausgewogen, gesund und schmeckt super“, findet Jan Müller. Außerdem wurden in jedem Stockwerk so genannte Mikro Kitchens eingebaut, wo immer Snacks, Müsli und Getränke bereit stehen.

Google zeichnet sich darüber hinaus durch eine sehr ungewöhnliche Arbeitsplatzgestaltung aus: Auf allen zehn Etagen in Hamburg gibt es Räume, die kreativ eingerichtet sind. Der 28-Jährige geht zum Beispiel gerne in den Raum „Seegang“, wo alles schief ist. „Das holt mich total aus dem Alltag raus, hilft mir mich abzulenken und zu entspannen, sodass ich danach wieder kreativ sein kann.“

Mitbestimmung wird großgeschrieben

„All das sorgt nicht nur für ein gutes Arbeitsklima, sondern verringert auch ganz praktisch Energieverluste im Alltag“, sagt er. „Ich verliere keine Zeit für die Fahrt zum Sport und muss mir auch kein durchschnittliches Imbiss-Essen kaufen.“ Und wenn sich doch einmal Probleme einschleichen, können die Mitarbeiter diese in den anonymen Befragungen angeben, die jedes Jahr bei der Belegschaft durchgeführt werden. Fühlst du dich wohl? Passt unsere Vision noch? Was hast du für Wünsche? Fragen wie diese geben den Mitarbeitern Raum für Kritik und die Möglichkeit zur Mitbestimmung.

So eine starke Mitarbeiterbindung wird von Kritikern zwar gern als Vereinnahmung gesehen, doch Jan Müller hält dagegen: „Ich bin ein selbstbestimmter Mensch und kann entscheiden, wie viel ich arbeite. Wichtig ist natürlich, dass ich meine Aufgaben erledige.“ Er schätzt die Benefits so sehr, dass er sie auch für ein höheres Gehalt bei einem anderen Unternehmen nicht aufgeben würde. „Mir sind die sozialen Zusatzleistungen sehr wichtig. Sie sorgen dafür, dass ich mich hier extrem wohlfühle“, betont er. Ihm mache die Arbeit auch gerade deswegen Spaß. „Ich glaube sogar, dass es sich künftig noch mehr durchsetzen wird und wir uns irgendwann fragen, warum Arbeitgeber nicht schon früher den beidseitigen Mehrwert darin erkannt haben, sich für das Wohlbefinden ihrer Angestellten zu engagieren.”

abi>> 28.08.2017

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