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Der Ton macht die Musik

Frau singt in ein Mikrofon
Von einer Karriere als Popstar träumen viele - doch nicht jeder schafft es an die Spitze der Charts. Gut, dass es zahlreiche Alternativen gibt.
Foto: Gerhard Blank

Musikalische Berufe

Der Ton macht die Musik

Musik bringt uns durch den Tag: Am Morgen klingelt der Radiowecker, in der Mittagspause gucken wir online die neuesten Musikvideos und zum Einschlafen hören wir das aktuelle Album der Lieblingsband. Einige Menschen machen lieber selbst Musik und wünschen sich einen Beruf in diesem Bereich. Die wenigsten schaffen es zum Schlagerstar oder Stargeiger. Aber das muss auch nicht sein: Wer in einem Orchester spielt, am Mischpult sitzt oder Konzerte organisiert, hat jede Menge Musik im beruflichen Alltag.

Als selbstständige Tonmeisterin ist Ines Kammann Ansprechpartnerin für alle musikalischen Belange bei einer Produktion. Sie plant eine Aufnahme – angefangen bei der Raumbuchung über das Budget für die Instrumente bis zum Auftrag an den Klavierstimmer – und packt dann die Technik ins Auto. Die 35-Jährige ist in ganz Deutschland unterwegs, ein Aufnahmetermin dauert in der Regel drei bis vier Tage. „Im Tonstudio spielen die Musiker das Werk einmal durch und ich höre genau zu. Im anschließenden Gespräch sage ich ihnen, wenn in meinen Ohren zum Beispiel bei einer Passage das Tempo nicht stimmt oder ein anderer Teil durch eine etwas andere Spielweise an Charakter gewinnen würde. Dabei will ich den Künstlern aber ihre eigenen Ideen nicht ausreden“, erklärt sie.

Immer versucht Ines Kammann, den besten Klang herauszuholen – mit getreuer Wiedergabe der Instrumente und natürlich ohne Fehler. Im Anschluss geht es an die Postproduktion, den Schnitt. „Das ist sehr arbeitsintensiv und kann bei einer Klassik-CD schon einmal ein bis zwei Monate dauern“, sagt sie.

Tonmeister-Studium

Ein Porträt-Foto von Ines Kammann

Ines Kammann

Foto: Beckmann

In ihren Beruf gelangte die Tonmeisterin über ein entsprechendes Studium an der Universität der Künste Berlin, das in Kooperation mit der Technischen Universität der Hauptstadt angeboten wurde. Die Aufnahmeprüfung war happig: Sie musste an zwei Instrumenten vorspielen, eine schriftliche Prüfung sowie eine praktische Gehörübung bestehen, einen technischen sowie einen musikalischen Fragenkatalog bearbeiten, der etwa berühmte Jazz-Musiker und Allgemeinwissen abfragte.

Im Studium trainierte sie vor allem Gehörbildung und setzte sich mit Instrumentenkunde und Musikgeschichte auseinander. „In den Veranstaltungen war man oft allein oder zu zweit, es war eine sehr intensive Ausbildung“, erinnert sich Ines Kammann. Sie hat damals noch auf Diplom studiert, 2012 wurde der Studiengang auf ein achtsemestriges Bachelor- und ein zweisemestriges Masterstudium umgestellt.

Berufe mit Musik

Wer wie Ines Kammann sein Geld mit Musik verdienen will, dem bietet sich ein breites Feld an Möglichkeiten. Jessica-Alexandra Voß, Beraterin für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Essen teilt es in sechs Bereiche ein: Es gibt Berufe, bei denen man Musik gestaltet. Hierzu zählen Berufsmusiker, Sänger, Dirigenten, Komponisten oder Musical-Darsteller. Der Weg zur künstlerischen Karriere führt beispielsweise über Kunst- oder Musikhochschulen. In der Regel sind dort anspruchsvolle Aufnahmeprüfungen zu bestehen. „Wer in diese Richtung will, richtet sein Leben schon vor dem Abitur danach aus“, weiß Jessica-Alexandra Voß. Das war auch bei Annalena Hösel so, die in Hamburg Dirigieren studiert (siehe „Eine eigene Idee von Musik“). Aber auch eine Ausbildung, etwa zum Mediengestalter Bild und Ton, kann später ins Fernseh- oder Tonstudio und zur Gestaltung der Wiedergabe von Musik führen.

Daneben gibt es Berufe, bei denen die Vermittlung von Musik im Fokus steht, etwa bei Musiklehrern, die an städtischen Musikschulen oder staatlichen Schulen unterrichten. Sie müssen mindestens ein Instrument beherrschen, um an einer Hochschule studieren oder sich an einer Berufsfachschule ausbilden lassen zu können. Wie die Ausbildung konkret ablaufen kann, erzählt der angehende Musiklehrer Markus Lautner (siehe „Den Ton vorgeben“).

Mit Musik heilen können Musiktherapeuten. Sie absolvieren eine Aus- oder Weiterbildung, können das Fach aber auch im Rahmen eines Studiums belegen. Voraussetzung ist auch hier, ein Instrument spielen zu können. Dazu kommen Einfühlungsvermögen, Kreativität und Kontaktfreude.

Vermarktung, Wissenschaft und Technik

Bei der Vermarktung von Musik geht es um den Verkauf von Platten, Instrumenten und Noten, um das Marketing bei oder die Organisation von Musikkonzernen. Den Zugang eröffnen beispielsweise ein betriebswirtschaftliches Studium – kombiniert mit Praktika im Musikbereich – oder eines im Kulturmanagement. Alternativ dazu bietet sich die dreijährige Ausbildung zum Musikfachhändler an, die eine spätere Tätigkeit im Fach- und Versandhandel oder bei Musikverlagen ermöglicht.

Nur wenige Menschen arbeiten wissenschaftlich mit Musik. „Die Stellen für Wissenschaftler sind sehr begrenzt“, sagt Jessica-Alexandra Voß. Aber es gibt viele Berufe, die in diese Richtung gehen: Musikjournalisten, Musikarchivare und -bibliothekare, Musikwissenschaftler in Verlagen, Kulturämtern oder beim Rundfunk. In der Regel ist hier ein geisteswissenschaftliches Studium Voraussetzung – die Beraterin empfiehlt Musikwissenschaft in Kombination mit einem anderen Fach. „Diese Berufe muss man sich erarbeiten und sich früh überlegen, in welche Richtung man gehen möchte“, rät sie. Einer, der es geschafft hat, ist Dennis Drögemüller, der als Redakteur bei der Musikzeitschrift „Visions“ arbeitet (siehe „Von Britpop bis Metal“).

Der letzte Berufsbereich nähert sich der Musik von der technischen Seite. Wer hier mit einer Ausbildung durchstarten möchte, kann zum Beispiel Musikinstrumentenbauer, Bogenmacher, Geigenbauer oder Orgel- und Harmoniumbauer werden. Zu Experten für Schall, Licht und Rauch werden hingegen Fachkräfte für Veranstaltungstechnik ausgebildet. Sie arbeiten später unter anderem am Theater. Wer lieber ein Studium absolvieren möchte, entscheidet sich vielleicht für Ton- und Bildtechnik und startet danach als Tonmeister oder -ingenieur in einem Studio ins Berufsleben oder produziert als Audiodesigner Werbejingles.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt tut man sich – je nach Berufsbereich – mitunter etwas schwerer. Festanstellungen sind selten, mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen sind selbstständig und Stellenmeldungen äußerst rar. In manchen Berufen kommen im Durchschnitt knapp 3.100 Bewerber auf 100 gemeldete Stellen.

Dennoch hat sich die Lage in den vergangenen Jahren etwas entspannt, in einigen Bereichen ist die Beschäftigung sogar gestiegen. Bei den rund 60.000 Musikjournalisten und -redakteuren im Jahr 2014 gab es einen Zuwachs von über drei Prozent. Die Zahl der Berufsmusiker, zu denen neben Instrumentalisten auch Sänger und Dirigenten gehören, ging hingegen um zwei Prozent zurück. Sie ist mit 69.000 Erwerbstätigen jedoch weiterhin die größte Gruppe.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte z.B. Musikschullehrer/in, Musikredakteur/in, Dirigent/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.

www.studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen (Suchworte z.B. Musiker/in – Rock/Pop, Sänger/in, staatlich geprüfte/r Ensembleleiter/in).

www.kursnet.arbeitsagentur.de

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 300 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe

www.berufe.tv

abi>> Infomappen

Willst du wissen, welche Studienberufe es in diesem Bereich gibt? Dann schau mal in die abi>> Infomappe 7.2 „Musik, Tanz, Schauspiel, Kulturwirtschaft“ in deinem Berufsinformationszentrum (BiZ). Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter www.biz-medien.de/abi.

Dachverband der Studierenden der Musikwissenschaften e.V. (DVSM)

www.dachverband-dvsm.de

Bundesverband Musikindustrie e.V.

www.musikindustrie.de

Bundesverband Musikindustrie

www.bmu-musik.de

Deutscher Musikrat

www.musikrat.de

Deutscher Chorverband

www.deutscher-chorverband.de

abi>> 22.08.2016

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