Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Arbeitnehmer sein – was heißt das eigentlich?

Ein Schreibtisch steht in einem Büro, es liegen ein Notizblock und ein Telefon darauf.
Regelmäßige Pausen, Kündigungsschutz, Arbeitszeugnis und Co.: Als Arbeitnehmer hat man jede Menge Rechte – aber auch Pflichten.
Foto: Nicole Schwab

Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern – Hintergrund

Arbeitnehmer sein – was heißt das eigentlich?

Nicht jeder, der arbeitet, ist ein Arbeitnehmer. Doch wer gehört zu der Gruppe? In der Regel alle, die einen privatrechtlichen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, ihre Arbeitskraft gegen Entgelt zur Verfügung stellen und an die Weisungen eines Arbeitgebers gebunden sind. Zu wissen, ob man Arbeitnehmer ist oder nicht, ist vor allem wichtig, weil mit der Rolle gewisse Pflichten einhergehen – man aber auch bestimmte Rechte hat. Und die sollte man kennen!

Keine Frage: Wer seine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer kennt, kann anders für seine Interessen eintreten. Dafür muss man jedoch zunächst wissen, ob man tatsächlich Arbeitnehmer ist. Stephan Puls, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Düsseldorf, erklärt, was sich hinter dem Begriff verbirgt: „Ein Arbeitnehmer hat bei einem Arbeitgeber einen privatrechtlichen Arbeitsvertrag unterschrieben. Das Hauptmerkmal ist, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft gegen Entgelt zur Verfügung stellt und dabei an die Weisungen des Arbeitgebers gebunden ist. Auch Auszubildende und dual Studierende gehören dazu.“ Nicht dazu zählen hingegen Beamte, Studierende, Rentner oder Selbstständige.

Welche Pflichten müssen erfüllt werden?

„Hauptpflicht des Arbeitnehmers ist es, seine Arbeitsleistung zu erbringen“, weiß Stephan Puls. „Eine Nebenpflicht besteht in der Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber, die viele Unterpunkte beinhaltet.“ So ist der Arbeitnehmer zur Verschwiegenheit über betriebsinterne Daten und Vorgänge verpflichtet, muss mit den Materialien des Arbeitgebers pfleglich umgehen und darf ihm keine schädigende Konkurrenz machen. Genauso wenig darf er Geld oder Geschenke annehmen, die Auftraggebern Vorteile bringen sollen oder bei den Arbeitszeiten und Spesenaufstellungen betrügen. Für die Gehaltsabrechnungen ist es erforderlich, dass der Arbeitnehmer Angaben zur Lohnsteuer und zur Sozialversicherung macht. Im Krankheitsfall muss der Arbeitgeber informiert werden und je nach Arbeitsvertrag nach einer gewissen Zeit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eines Arztes vorgelegt werden.

„Um Ärger mit dem Arbeitgeber zu vermeiden, sollte man sich ganz genau an seine Pflichten halten“, rät der Experte. „Ich habe schon erlebt, dass eine verspätete Krankmeldung zu einer Kündigung geführt hat.“ Es gibt aber auch schwächere Sanktionsformen, etwa Abmahnungen, mit welcher der Arbeitgeber den Arbeitnehmer formal auffordert, seine Pflichten nicht mehr zu verletzen.

Und wie sehen die Rechte aus?

Den Pflichten stehen aber auch Rechte gegenüber. „Das Hauptrecht des Arbeitnehmers ist es, für seine geleistete Arbeit entlohnt zu werden“, erklärt Stephan Puls. „Die Nebenrechte fallen unter die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die wiederum verschiedene Punkte umfasst.“ So muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz nicht gefährdet ist – also beispielsweise Schutzkleidung zur Verfügung stellen. Außerdem muss er ihre Persönlichkeit achten und darf nach dem Gleichbehandlungsgesetz niemanden benachteiligen. Hinzu kommen das Recht auf Pausen und Erholungsurlaube sowie Kündigungsschutz und Arbeitszeugnis. Welche Regelungen mit den einzelnen Begriffen einhergehen, erfährst du im Glossar „Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern“ (Hier wird auf das Glossar verlinkt). Dort werden noch weitere Punkte erläutert.

Zum Abschluss hat der Berufsberater einen Rat: „Für ein reibungsloses Arbeitsverhältnis sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer viel miteinander reden. Dann regeln sich die meisten Dinge von selbst.“

Weitere Informationen

Bundesagentur für Arbeit

Auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit kann man sich über verschiedene Themen rund um das Berufsleben infomieren.
www.arbeitsagentur.de

„Arbeitsrecht“

Infos zu vielen arbeitsrechtlichen Themen stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Verfügung.
www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a711-arbeitsrecht.pdf?__blob=publicationFile&v=5

„Ausbildung & Beruf“

Auch während der Ausbildung hat man Rechte und Pflichten. Mehr dazu gibt es in der Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
www.bmbf.de/pub/Ausbildung_und_Beruf.pdf

„Mitbestimmung – eine gute Sache“

Alles über das Recht zur Arbeitnehmerbeteiligung ist in der Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu finden.
www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a741-mitbestimmung-ein-gutes-unternehmen.pdf?__blob=publicationFile&v=7

„Arbeitszeitgesetz“

Informationen rund um Pausen, Urlaub, Überstunden und Co. sind in der Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nachzulesen.
www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/a120-arbeitszeitgesetz.html?nn=76078

„Leitfaden zum Mutterschutz“

Wann greift das Mutterschutzgesetz? Alles Wichtige steht in der Broschüre des Bundesministeriums für Familie.
www.bmfsfj.de/blob/94398/ec3b82f0bee1686cf13b4e01b76ca90a/mutterschutzgesetz-data.pdf

„Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“

Welche Rechte haben Arbeitnehmer in Elternzeit? Die Broschüre des Bundesministeriums für Familie gibt Antworten.
www.bmfsfj.de/blob/93614/dd4a363a6980abf5227f21f165e237b8/elterngeld-elterngeldplus-und-elternzeit-data.pdf

 

 

abi>> 28.11.2017

weitere beiträge

mehr zu diesem thema

 

andere beiträge der rubrik

 

verwandte themen