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Auf Augenhöhe helfen

Ausbilder zeigt jungem Azubi etwas am PC.
Betriebsräte sind im ständigen Austausch mit den Arbeitnehmern und vertreten deren Interessen gegenüber dem Arbeitgeber.
Foto: Martin Rehm

Betriebsrat

Auf Augenhöhe helfen

Die Interessen der Mitarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber vertreten – das ist die Aufgabe des Betriebsrates. Welche Herausforderungen mit diesem Engagement einhergehen, weiß Marc Dessecker. Der 33-Jährige ist als Betriebsrat für die Daimler AG zuständig und wird dabei sowohl mit politischen Themen als auch mit individuellen Anliegen konfrontiert.

Marc Dessecker hat selbst schlechte Erfahrungen gemacht. „Nach meinem Schulabschluss habe ich bei einem Arbeitgeber mit 75 Mitarbeitern meine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker begonnen. In meinem ersten Jahr meldete der Betrieb Insolvenz an“, erzählt der 33-Jährige. „Da habe ich erlebt, wie es ist, wenn man ohne Gehalt arbeiten gehen muss.“

„In der Gruppe hat man eine lautere Stimme.“

Ein Porträt-Foto von Marc Dessecker

Marc Dessecker

IG Metall Stuttgart

Dieses Erlebnis hat Marc Dessecker dazu bewogen, sich während seiner zweiten Ausbildung zum Fertigungsmechaniker bei der Daimler AG gewerkschaftlich zu engagieren. „Ich möchte die Beschäftigten darüber aufklären, was für Rechte sie haben und für sie eintreten“, erklärt er. „Das hat bei mir nämlich niemand gemacht.“ So wurde er zunächst Vertrauensmann der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) und dann Jugend- und Auszubildendenvertreter. Auch nach seiner Ausbildung hat er sich weiter engagiert und in verschiedenen Ausschüssen mitgearbeitet. „Es sollten sich viel mehr Arbeitnehmer für ihre Rechte stark machen“, findet er. „In der Gruppe hat man bei Forderungen, wie beispielsweise Gehaltsfragen, eine viel lautere Stimme.“

Marc Dessecker hat sich deshalb sogar einer elfmonatigen Qualifizierungsmaßnahme unterzogen, bei der er sich an der Europäischen Akademie der Arbeit in Frankfurt unter anderem in Arbeitsrecht, Soziologie oder Projektmanagement weitergebildet hat. Zurück im Betrieb, dem Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen, hat er sich 2010 bei der Wahl zum Betriebsrat aufstellen lassen. Er wurde gewählt und seitdem ist der gelernte Fertigungsmechaniker Betriebsrat in Vollzeit.

„Viele können sich nicht selber helfen.“

„Ich betreue die Beschäftigten in der Produktion genauso wie die Auszubildenden am Standort“, erläutert er. „Mir ist wichtig, dass den Arbeitnehmern auf Augenhöhe begegnet wird. Viele können sich nicht selber helfen und da springt der Betriebsrat ein.“ Bei seiner Arbeit geht es um politische Themen genauso wie um die Anliegen der Einzelnen: „Wir prüfen Einstellungen, Leistungsvereinbarungen und Kündigungen, kümmern uns um berufliche Bildung und Arbeitszeiten, aber auch darum, wenn beispielsweise Beschäftigte Probleme mit ihren Vorgesetzten haben oder familiäre Notfälle eine berufliche Auszeit erfordern.“

2018 wird der Betriebsrat neu gewählt und Marc Dessecker freut sich darauf, die zukünftigen Herausforderungen – wie etwa Digitalisierung in der Ausbildung – zu begleiten und weiterhin den Beschäftigten bei Daimler mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

abi>> 28.11.2017