Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„In vielen Anwendungsbereichen einsetzbar“

Ein junger Mann programmiert am Computer die von ihm bestückte Platine mit einem Prozessor.
Informatiker sind gefragt: Die Zahl der Absolventen deckt die Nachfrage nach wie vor nicht ab.
Foto: Grit Büttner

Spezialisierte Informatikberufe: Interview

„In vielen Anwendungsbereichen einsetzbar“

Wie gut die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für spezialisierte Informatiker stehen, klärt abi>> im Gespräch mit Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Präsident der Gesellschaft für Informatik (GI).

abi>> Herr Liggesmeyer, was sind aus Ihrer Sicht mögliche Einsatzgebiete für spezialisierte Informatiker?

Peter Liggesmeyer: Die können sehr vielfältig sein. Nehmen Sie zum Beispiel die Umweltinformatik: Bei der Erzeugung von regenerativen Energien etwa müssen die Systeme intelligent gesteuert werden – und zwar durch Informatik. Ein weiterer Bereich ist die Fahrzeuginformatik: Auch in Anwendungen für autonomes Fahren steckt im Kern viel Informatik. Ich glaube, dass in vielen weiteren Branchen die Informatik an Bedeutung gewinnen wird und entsprechend Spezialisten gesucht werden.

abi>> Können Sie hierzu einen Ausblick auf mögliche Trends geben?

Ein Porträt-Foto von Peter Liggesmeyer

Peter Liggesmeyer

Foto: privat

Peter Liggesmeyer: Die IT wird in der Wirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Daher werden technische Spezialisierungen in der Informatik meiner Ansicht nach in Zukunft besonders gefragt sein. Ein Stichwort ist der Begriff Industrie 4.0, also die Digitalisierung von Produktionsprozessen. Hierfür müssen sich Informatiker der Zukunft mit Maschinenbau, Elektrotechnik und Produktionstechnik sowie mit angrenzenden Disziplinen auskennen – von rechtlichen bis zu wirtschaftlichen Fragen.

abi>> Was empfehlen Sie Abiturienten: sich früh zu spezialisieren oder sich zunächst breit aufzustellen und später eine Richtung zu wählen?

Peter Liggesmeyer: Ich denke, dass es bei jeder Spezialisierung darauf ankommt, die richtige Balance aus grundlegenden und spezialisierten Inhalten aller Anwendungsbereiche zu finden. Wenn sich ein angehender Informatiker in eine bestimmte Richtung entwickeln will, kann es sinnvoll sein, sich früh zu spezialisieren, weil er für diesen Anwendungsbereich dann besser vorbereitet ist als jemand, der allgemeine Informatik studiert. Allerdings ist man dadurch unter Umständen eingeschränkter beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Disziplinen. Und diese Flexibilität ist eigentlich der Vorteil, wenn man sich für das breite Fach der allgemeinen Informatik entscheidet.

abi>> Wie steht es um den Frauenanteil in den spezialisierten Informatikfachrichtungen?

Peter Liggesmeyer: Der Studiengang Sozioinformatik zum Beispiel hat einen recht hohen Frauenanteil, ebenso die Wirtschaftsinformatik. Auch Bio-, Medizin- oder Medieninformatik werden häufiger von Frauen gewählt. Leider sind die Kenntnisse von Schülerinnen und Schülern über das, was generell in der Informatik gelehrt wird, meist zu gering, sodass sich viel zu wenige Frauen für einen Informatikstudiengang entscheiden – gleich welcher Richtung. Dabei würden sie gebraucht, denn wir haben ganz klar zu wenige Informatik-Absolventen, um die Nachfrage von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen zu decken.

abi>> 23.01.2017

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts

andere beiträge der rubrik

 

verwandte themen