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Das sagen Personalverantwortliche

Junger Mann begrüßt eine Kollegin mit einem Händedruck
"Willkommen im Unternehmen" - Personalchefs verraten, was von Berufseinsteigern erwartet wird und wie sie diese im Unternehmen integrieren.
Foto: Julien Fertl

Start ins Berufsleben

Das sagen Personalverantwortliche

Was wird von Berufsanfängern in den ersten Tagen im Betrieb erwartet und wie sollten sie sich verhalten? Welche Angebote gibt es für „die Neuen“? Personalchefs berichten.

Melanie Berthold, Leiterin Employer Branding und Recruiting bei Rewe:

Ein Porträt-Foto von Melanie Berthold

Melanie Berthold

Foto: Privat

Wir erwarten von unseren neuen Mitarbeitern vor allem Offenheit, Neugierde und die Fähigkeit, sich auf unsere Kunden einzulassen. Wenn die Freude am Verkaufen und am Umgang mit Menschen gegeben ist, läuft der Rest von selbst. Dabei unterstützen wir unsere „Neuen“ direkt vor Ort im Markt. In der Regel gibt es einen Einarbeitungspaten, der gemeinsam mit der Führungskraft den Start erleichtert und typische Fragen beantwortet. Dazu gibt es umfangreiches Informationsmaterial, das wir aktuell in digitaler Form aufbereiten. Für bestimmte Fachbereiche, zum Beispiel an unseren Frischetheken, werden auch Einstiegsseminare zu Warenkunde und Verkaufsthemen angeboten. Die Erwartung ist nicht, dass ein neuer Mitarbeiter in einer Woche sämtliche Systeme bedienen oder jede Obstsorte benennen kann, aber ein freundliches Auftreten gegenüber unseren Kunden ist ein Muss.

Alois Huber, Personalleiter Audi Ingolstadt:

Ein Porträt-Foto von Alois Huber

Alois Huber

Foto: Privat

Wer ein Teil der Audi-Familie wird, soll sich von Beginn an willkommen fühlen: Für Neueinsteiger haben wir deshalb ein spezielles Konzept entwickelt, das ihnen die Orientierung erleichtert und sie mit unserer Marke vertraut macht. Wer sind wir? Woher kommen wir? Was macht unsere Unternehmenskultur aus? Unsere Einsteiger können in den ersten zwölf Monaten Werks-, Museums- und Stadtführung sowie eine Vortragsreihe in Anspruch nehmen. Persönliche Antworten erhalten sie auch zu ganz praktischen Aspekten wie Mitarbeiterfahrzeug-Leasing, Arbeitssicherheit oder dem Prozedere an der Ausweisstelle. Wir ermuntern unsere Neueinsteiger außerdem von Anfang an, sich zu vernetzen. Wir unterstützen sie dabei gezielt mit Veranstaltungen und mit der Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen als Paten. So wollen wir helfen, Kontakte zu knüpfen und die Dinge des Alltags zu meistern.

Annika Görgen, Personalentwicklung Metro Cash & Carry Deutschland:

Ein Porträt-Foto von Annika Görgen

Annika Görgen

Foto: Privat

Aller Anfang ist schwer – gerade im Übergang zwischen Studium und Beruf ändert sich für die frischgebackenen Hochschulabsolventen einiges. Wichtig ist in den ersten Tagen im neuen Unternehmen, ein guter Beobachter zu sein, um sich schnell auf sein neues Umfeld einstellen zu können: Wie ist der Dresscode? Wie sind die Umgangsformen (duzt man sich untereinander oder ist man beim „Sie“)? Gibt es bestimmte Arbeits- und Pausenzeiten? Wenn man sich daran orientiert, fällt der Berufsstart umso leichter. Wir wollen neuen Kollegen den Einstieg so einfach wie möglich machen. Deswegen durchlaufen alle neuen Mitarbeiter, die in unserer Zentrale starten, zu Beginn eine kurze Marktphase, um die Prozesse und Abläufe in unseren Großmärkten kennenzulernen. Außerdem werden Termine mit den neuen Mitarbeitern vereinbart, in denen sie Schnittstellen und wichtige Ansprechpartner kennenlernen. Damit unterstützen wir von Anfang an Netzwerkbildung.

Andreas Doppler, Leiter Recruiting in Human Ressources bei der Commerzbank AG:

Ein Porträt-Foto von Andreas Doppler

Andreas Doppler

Foto: Privat

Bei uns geht es schon vor dem eigentlichen Beginn mit einem Schnuppertag los, zu dem man auch Eltern oder Freunde mitbringen kann. Sich dabei business-like zu kleiden und mit einem Lächeln aufzutreten, ist gut für den ersten Eindruck. Zwischendurch trifft sich unser Nachwuchs regelmäßig zu Seminaren, die den Einzelnen in seiner fachlichen und persönlichen Entwicklung voranbringen. Als Tipp kann ich allen Neustartern mitgeben: Über freundliche, kommunikative und wissbegierige Ankömmlinge freuen sich alle. Mit dem Duzen sollte man hingegen warten, bis es von den Kollegen angeboten wird. Wer neugierig und offen auf die neuen Kollegen zugeht, wird schnell in der neuen Umgebung Fuß fassen. Dabei hilft eigenverantwortliches Nachhaken, falls etwas unklar ist. Neben dem Chef stehen unseren Neuankömmlingen Job-Lotsen zur Seite. Das sind Azubis der vorangegangenen Jahrgänge. Der Einstieg fällt eben leichter, wenn man die Ansprechpartner zu den unterschiedlichen Themen und Aufgabenfeldern kennt und gleich zu Beginn viele Kontakte knüpft.

Marc-Stefan Brodbeck, Leiter Recruiting & Talent Acquisition der Deutschen Telekom AG:

Ein Porträt-Foto von Marc-Stefan Brodbeck

Marc-Stefan Brodbeck

Foto: Privat

Wir überlassen „die Neuen“ nach ihrem Start nicht sich selbst, sondern bieten regelmäßige Netzwerk-Veranstaltungen an. Dort lernen sie das Unternehmen besser kennen und können einen Blick hinter die Kulissen werfen. Aber die Berufseinsteiger müssen mit ihren Fragen nicht bis zum ersten Treffen warten, sondern können die „Onboarding Suite“ nutzen, ein internes Info-Portal für Neueinsteiger mit allen Informationen für einen erfolgreichen Start. Welche Strategie hat das Unternehmen? Gibt es Angebote exklusiv für Mitarbeiter? Und wie komme ich an ein Jobticket? Diese Fragen und mehr klären sich dort sehr schnell. Wer für Neues offen ist und keine Scheu zeigt, dem wird der Einstieg sowieso nicht schwer fallen. Es gibt aber einen grundsätzlichen Tipp, der fast banal erscheint, aber doch sehr wichtig für das Einleben im neuen Umfeld sein kann: Auch wenn dort am ersten Tag viele neue Gesichter sind, merkt euch schnell die Namen der Kollegen. Das zeugt von Respekt und macht das Netzwerken viel einfacher.

abi>> 30.05.2016

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