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Berufsausbildung dank Teilzeitmodell

Mehrere Kinderjacken hängen an Kindergartengarderobe
Vom Kindergarten an den Ausbildungsplatz: Besondere Modelle ermöglichen jungen Eltern eine Ausbildung in Teilzeit.
Foto: Martin Rehm

Ausbildung mit Kind

Berufsausbildung dank Teilzeitmodell

Die 25-jährige Irina Schmidt absolviert eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement – und zwar in Teilzeit. So bringt sie Berufsausbildung und Kindererziehung gut unter einen Hut.

Den Start ins Berufsleben mit einem kleinen Kind zu meistern, ist eine große Herausforderung: „Überhaupt eine Ausbildungsstelle zu finden, ist gar nicht so einfach, von einem Betreuungsplatz für das Kind mal ganz abgesehen“, erzählt Irina Schmidt. Diese Erfahrung musste die 25-Jährige machen, die zunächst auf eigene Faust versuchte, einen Ausbildungsplatz zu finden. Nach ihrem Abitur hatte sie zunächst ein philologisches Studium an der Ruhr-Universität Bochum aufgenommen und nebenbei immer viel gearbeitet, um ihr Studium zu finanzieren. Als dann ihre Tochter zur Welt kam, setzte sie eineinhalb Jahre mit dem Studium aus. Dann entschied sie sich für einen Neustart und damit für eine Ausbildung.

Dank TEP zum Ausbildungsplatz

Ein Porträt-Foto von Irina Schmidt

Irina Schmidt

Foto: privat

Bei der Bochumer Agentur für Arbeit erfuhr sie vom Programm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP), das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird. „Das ist ein Projekt für Menschen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen“, erzählt Irina Schmidt. Mithilfe einer TEP-Betreuerin hat sie innerhalb von zwei Monaten eine Ausbildungsstelle gefunden. Bei der Bochum Wirtschaftsentwicklung wird sie nun zur Kauffrau für Büromanagement ausgebildet.

In der Praxis bedeutet die Teilzeit-Ausbildung, dass sie die Berufsschule ganz regulär genauso wie andere Auszubildende zweimal in der Woche besucht. Ihre Arbeitszeiten im Unternehmen sind jedoch verkürzt. Möglich sind bei ihrer Form der Teilzeitausbildung, je nach Absprache mit dem Arbeitgeber, insgesamt zwischen 25 und in der Regel etwa 32 Stunden (Schule plus Arbeitszeit im Unternehmen). Die Ausbildung wird aber dadurch insgesamt nicht länger. Im Gegenteil: Aufgrund ihres Abiturs kann Irina Schmidt die Dauer ihrer Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen. Es gibt auch andere Varianten der Teilzeitausbildung. Beträgt etwa die Arbeitszeit weniger als 20 Wochenstunden, verlängert sich die Ausbildungszeit insgesamt. Irina Schmidt hat sich für eine 32-Stunden-Woche entschieden: „Ich habe mir das anfangs sehr schwierig vorgestellt, aber die ersten Monate liefen richtig gut“, erinnert sie sich.

Straffer Zeitplan

Ihr Alltag mit Kind ist sehr strikt geplant: Bevor sie abends schlafen geht, bereitet sie die Tasche für die Kleine sowie ihre eigenen Sachen für den nächsten Tag vor. Um kurz nach halb sieben verlässt sie ihre Wohnung, ab sieben Uhr kann sie ihre Tochter bei der Tagesmutter abgeben: Um 7:30 Uhr ist sie dann bei der Arbeit. „Zum Glück habe ich kurze Wege von meiner Wohnung bis zur Tagesmutter und zur Arbeit“, erzählt sie. Der Weg zur Berufsschule ist zwar etwas weiter, aber zu spät gekommen sei sie noch nie.

Inhaltlich gefällt ihr die Ausbildung sehr: „Ich habe schon während des Studiums gerne Bürojobs übernommen. Mir gefällt die Arbeit in der Verwaltung. Während der Ausbildung durchlaufe ich mehrere Abteilungen, etwa IT-Organisation, Kommunikation, Finanzwesen, Personalwesen, Immobilienmanagement. Ich bin erst seit drei Monaten dabei und möchte diese Ausbildung unbedingt schaffen“, erzählt sie. Die Vor- und Nachbereitung für den Berufsschulunterricht erledigt sie abends, wenn ihre Tochter schläft.

abi>> 01.01.2018

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