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Warum Familienfreundlichkeit für Unternehmen ein Pluspunkt ist

Babyschnuller liegt auf einem Tisch
In Zeiten des demografischen Wandels setzen viele Unternehmen auf familienfreundliche Berufsmodelle, um ihre Mitarbeiter zu binden.
Foto: Lisa Zirkelbach

Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Interview

Warum Familienfreundlichkeit für Unternehmen ein Pluspunkt ist

Das erklärt Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, die Unternehmen hilft, familienfreundliche Konzepte zu entwickeln.

abi>> Was hat sich in punkto Familienfreundlichkeit bei deutschen Unternehmen getan?

Oliver Schmitz: Kurz gesagt: ziemlich viel. Die deutsche Bevölkerung ist überaltert, es werden in den kommenden Jahren mehr Beschäftigte in Rente gehen, als Berufsanfänger nachkommen. Je nach Branche und Region, in der das Unternehmen tätig ist, müssen Arbeitgeber bereits deutlich mehr Mühe und Zeit investieren, um offene Stellen neu zu besetzen. Firmen stellen sich heute also die Frage, wie sie neue Beschäftigte von sich überzeugen und die vorhandenen Mitarbeiter an sich binden können. Und da kommen familienbewusste Angebote ins Spiel. Denn nicht mehr ein hohes Gehalt ist für viele Menschen ein entscheidendes Argument, ein Jobangebot anzunehmen. Stattdessen möchten sie neben dem Beruf auch noch Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys haben.

abi>> Was heißt das genau: familienfreundlich?

Ein Porträt-Foto von Oliver Schmitz

Oliver Schmitz

Foto: privat

Oliver Schmitz: Durch welche Maßnahmen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erleichtert wird, wird unter anderem durch Faktoren wie Durchschnittsalter und Größe der Belegschaft oder auch durch die Struktur des Unternehmens bestimmt. Beispiel: Einen betrieblichen Kindergarten einzurichten, ist in einem großen Unternehmen sinnvoll, in dem genügend Beschäftigte Kinder im entsprechenden Alter haben. Handelt es sich jedoch um einen kleinen Betrieb, der mehrheitlich ältere Beschäftigte zählt oder gibt es in der Region ein ausreichendes Betreuungsangebot, sind andere Angebote besser geeignet.

abi>> Sind es eigentlich nur Frauen, die Wert auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen?

Oliver Schmitz: Keineswegs. Die Zeiten, in denen Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben reine Frauensache war, sind vorbei. Männer haben ebenso den Wunsch, und es wird auch zunehmend von ihnen erwartet, neben dem Beruf, Zeit für Familie und Freunde zu haben.

abi>> Wie profitieren die Unternehmen von familienfreundlichen Konzepten?

Oliver Schmitz: Unternehmen müssen zunächst investieren, um familienbewusst zu sein. Zum Beispiel benötigt ein Home-Office-Platz die passende Technik, und die ist eben nicht umsonst. Ihr Profit: Indem sie ihre Beschäftigten darin unterstützen, Beruf, Familie und Privatleben zu vereinbaren, sind diese zufriedener mit ihrem Job. Sie sind motivierter bei der Arbeit, seltener krank und sehen keinen Grund, den Job zu wechseln. Außerdem kann das Unternehmen mit solchen Angeboten Bewerber von sich überzeugen und gut ausgebildete Absolventen und Azubis für sich gewinnen. Familienbewusstsein ist also ganz klar eine Win-Win-Situation für beide Seiten - Beschäftigte und Unternehmen.

abi>> 01.01.2018

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