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Dank Weiterbildung auf Bachelor-Niveau

Eine Malermeisterin hält eine Farbrolle in ihren Händen.
Für sämtliche Ausbildungsberufe gibt es die Möglichkeit, eine Weiterbildung zu besuchen, um seine Arbeitsmarktchancen zu verbessern.
Foto: Johannes Simon

Aufstiegsweiterbildungen – Hintergrund

Dank Weiterbildung auf Bachelor-Niveau

Wer Karriere machen will, muss nicht zwangsläufig studieren: Absolviert man nach einer klassischen Ausbildung eine Aufstiegsweiterbildung – etwa zum Meister, Fachwirt oder Techniker – kann man sich ebenfalls über verantwortungsvolle Aufgaben, gute Verdienstmöglichkeiten und Führungspositionen freuen.

Vor allem für Abiturienten, die nach der Schule in die Praxis möchten, eignet sich eine Ausbildung mit anschließender Weiterbildung. „Es gibt Abiturienten, denen die universitäre Wissensvermittlung nicht liegt. Sie wollen mit den Händen arbeiten, erst mal weg von den Büchern“, sagt Christina Westermann, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Berlin. „Zudem wissen manche nicht, ob sie das hohe Maß an Selbstorganisation aufbringen, das ein Studium verlangt.“

Um sich in der Praxis Perspektiven und Verdienstmöglichkeiten zu erarbeiten, gibt es eine breite Palette an Fortbildungen. „Es gibt für jeden Ausbildungsberuf die Möglichkeit, eine Weiterbildung zu besuchen, um sich damit bessere Arbeitsmarktchancen zu erschließen – egal ob im handwerklichen oder kaufmännischen Bereich oder in einem technischen Beruf“, erklärt die Berufsberaterin.

Die wichtigsten Abschlüsse

Porträt von Christina Westermann

Christina Westermann

Foto: privat

Wer sich etwa im Handwerk selbständig machen möchte, Führungsverantwortung übernehmen oder selbst ausbilden will, der braucht eine Meisterqualifikation. Meisterlehrgänge sind in vier Module gegliedert: Fachpraxis, Fachtechnik, Betriebswirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. In einigen Bundesländern gibt es staatliche Meisterschulen, aber in der Regel findet die Weiterbildung zum Meister in Bildungseinrichtungen der Handwerksorganisation statt. Gut zu wissen: Auch duale und triale Studienmöglichkeiten werden im Handwerk angeboten.

Für ausgebildete Kaufleute kann der nächste Karriereschritt die betriebswirtschaftliche Weiterbildung zum Fachwirt sein. Fachwirte nehmen oft eine Vermittlungsposition innerhalb ihres Unternehmens ein, weil sie sowohl mit den Planungen der Geschäftsführung vertraut sind als auch mit dem Arbeitsalltag der Kaufleute. Weiterbildungen sind mit verschiedenen Schwerpunkten möglich. So gibt es Bankfachwirte, Industriefachwirte, Steuerfachwirte, Handelsfachwirte, Technische Fachwirte, Verkehrsfachwirte, Versicherungsfachwirte, Wirtschaftsfachwirte, Fachwirte im Erziehungswesen oder im Sozial- und Gesundheitswesen.

Bringt man eine naturwissenschaftliche Begabung und handwerkliche Fähigkeiten mit, liegt es nahe, eine Ausbildung in der Industrie zu machen – und sich dort zum staatlich geprüften Techniker weiterzubilden. Alleine 60 Fachrichtungen stehen den staatlich geprüften Technikern offen, beispielsweise Maschinenbautechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Holztechnik oder Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik.

Formen der Weiterbildung

Die Voraussetzungen für eine Aufstiegsweiterbildung variieren. „Das Minimum ist eine abgeschlossene Berufsausbildung“, sagt Christina Westermann. „Die erforderliche Berufspraxis schwankt zwischen null und drei Jahren – je nach Aufstiegsqualifikation.“ Die Weiterbildungen selbst dauern meist rund anderthalb bis zwei Jahre. Oft besteht die Möglichkeit, zwischen Vollzeit und einer berufsbegleitenden Form zu wählen, die sich dann aber über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Aufstiegsweiterbildungen an staatlichen Fachschulen sind kostenfrei, ansonsten fallen Lehrgangs-und Prüfungsgebühren an. Absolviert man eine Vollzeit-Weiterbildung, sollte man sich zudem überlegen, wie man seinen Lebensunterhalt in der Zeit verdient. Eine Möglichkeit ist, Aufstiegs-BAföG zu beantragen. Diese Kombination aus Zuschuss und Darlehen wird für über 700 Fortbildungsabschlüsse bewilligt.

Vergleichbarkeit schaffen

Einen Überblick im Dschungel der Weiterbildungen bietet der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR). Er soll die Orientierung im deutschen Bildungssystem erleichtern und zur Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa beitragen. „Arbeitgeber sind mitunter verunsichert, weil es so viele Abschlüsse gibt“, sagt die Berufsberaterin. „Personalabteilungen können anhand des DQR abfragen, welche Qualifikation für eine ausgeschrieben Position infrage kommt. So können sie beispielsweise nicht nur Ingenieure, sondern auch entsprechende Fachkräfte in Stellenausschreibungen ansprechen.“

Der DQR verdeutlicht zum Beispiel, dass der Abschluss einer Aufstiegsweiterbildung dem Kompetenzniveau Bachelor entspricht. In vielen Berufen, etwa in der IT-Branche, können Fachkräfte sogar höhere Bruttogehälter erreichen als akademische Experten. Grund dafür ist, dass Bachelor-Absolventen zwar breit aufgestellt sind und viel theoretisches Wissen haben, aber oft nicht über praktische Erfahrungen verfügen. „Und genau dieser praktische Hintergrund macht Bewerber für Arbeitgeber enorm attraktiv“, betont Christina Westermann abschließend.

 

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Im Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.

www.kursnet.arbeitsagentur.de

JÖBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Aufstiegs-BAföG

www.aufstiegs-bafoeg.de

Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen

www.dqr.de

Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK)

www.dihk.de/themenfelder/aus-und-weiterbildung

Bundesminsterium für Bildung und Forschung

www.bmbf.de/de/weiterbildung-71.html

Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V.

www.zdh.de

Deutscher Handwerkskammertag (DHKT) e.V.

www.handwerk.de

Das Deutsche Handwerksinstitut e.V. (DHI)

www.dhi.zdh.de

Fachwirt Weiterbildung

www.weiterbildung-fachwirt.de

Bundesverband für Berufsbildung

www.bibb.de

Institut für Arbeits- und Berufsforschung

www.iab.de

abi>> 27.07.2017