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Ein strahlendes Lächeln für die Patienten

Utensilien, die Dentalhygieniker zum Reinigen der Zähne benutzen.
Einfühulgsvermögen ist für Claudia Kannewurfs Beruf besonders wichtig, schließlich reagieren manche Patienten sehr empfindlich auf Schmerzen.
Foto: Axel Jusseit

Dentalhygienikerin

Ein strahlendes Lächeln für die Patienten

Sie ist DIE Expertin fürs Zähneputzen: Als Dentalhygienikerin kann Claudia Kannewurf aber auch Befunde aufnehmen und sich um die richtige Pflege des Zahnfleischs kümmern. Die 38-Jährige ist in einer Zahnarztpraxis in Aschersleben in Sachsen-Anhalt angestellt.

Wer bei Claudia Kannewurf auf dem Stuhl sitzt, dem geht es nicht gut. Lockere Zähne und Zahnschmerzen plagen ihre Patienten. Wenn sie zum ersten Mal da sind, haben sie in der Regel gerade erfahren, dass sie unter Paradontitis leiden, einer schweren Entzündung des Zahnfleischs. „Zunächst frage ich die Patienten, wie und womit sie zu Hause die Zähne putzen. Dann reinige ich ihre Zähne und gebe ihnen Tipps, was sie selbst für eine bessere Mundhygiene tun können,“ erklärt die 38-Jährige. „Und schließlich verabreden wir uns meist für ein weiteres Treffen, bei dem wir dann besprechen, wie es läuft und wo es noch Schwierigkeiten gibt. Bei manchen Patienten muss ich in der weiteren Therapie Befunde aufnehmen und das Zahnfleisch fit machen.“

Porträt von Claudia Kannewurf

Claudia Kannewurf

Foto: Atelier Grea'mara

Rund eine Stunde verbringt die Zahnputzfachfrau mit jedem Patienten. Claudia Kannewurf liebt ihren Beruf – denn er erlaubt es ihr, sehr selbständig zu arbeiten: „Erst seit Abschluss meiner Aufstiegsfortbildung zur Dentalhygienikerin habe ich das nötige medizinische Grundwissen, um auch unterhalb der Zahnfleischkante zu arbeiten, selbst den Paradontalstatus aufzunehmen und eine unterstützende Therapie durchzuführen. Außerdem darf ich jetzt auch selbst entscheiden, wann ein Patient wiederkommen soll.“

Karriere in der Zahnarztpraxis

Ursprünglich wollte Claudia Kannewurf nach dem Abitur Zahnmedizin studieren. Aber weil ihr Notendurchschnitt nicht für einen direkten Einstieg ins Studium reichte und sie zu dem Zeitpunkt schon ein kleines Kind hatte, absolvierte sie zunächst in einer Zahnarztpraxis eine dreijährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. Dort stellte sie schnell fest, dass sie hier gut aufgehoben war und gerne in der Prophylaxe arbeiten wollte. „Die Kollegin, die den Bereich betreute, war überlastet. Weil ich mich für die Arbeit interessierte, finanzierte mir mein Chef zunächst einen einwöchigen Prophylaxe-Crashkurs und ein halbes Jahr später eine viermonatige berufsbegleitende Fortbildung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin“, erinnert sie sich. „Dort lernte ich eine Dentalhygienikerin kennen, die eine spannende Persönlichkeit war und mich dazu motivierte, mich in diese Richtung weiterzuqualifizieren.“

Erst zwei Jahre später wurde die zehnmonatige Aufstiegsfortbildung in der Nähe ihres Wohnorts angeboten. „Ich war immer montags bis mittwochs in der Praxis und donnerstags bis samstags in der Fortbildung. Dort gaben uns verschiedene Referenten Theorieunterricht. Außerdem führten wir Dummy-Übungen an Phantomköpfen, Modellen sowie Übungspatienten durch“, erzählt Claudia Kannewurf. Besonders gut gefiel ihr die Praxisorientierung der Ausbildung: „Die Fortbildnerinnen waren Zahnärzte oder Dentalhygieniker, die wissen, welche Sorgen man hat und welche Probleme bei der Arbeit mit den Patienten auftauchen können. Ihre Tipps konnte ich immer direkt in der Praxis umsetzen.“

Zusammenarbeit mit dem Team und dem Patienten

Der Alltag der Dentalhygienikerin bringt durchaus Herausforderungen mit sich. „Man muss es schaffen, jeden Patienten dort abzuholen, wo er steht – ob er mutig oder ängstlich ist, wie ein Geschäftsführer oder wie ein Handwerker kommuniziert“, sagt Claudia Kannewurf. Und man arbeite häufig in Positionen, die nicht ideal für den Rücken sind – zumal nicht alle Patienten auf dem Stuhl ganz nach hinten gelagert werden wollen. Außerdem müsse man damit umgehen können, dass manche Patienten sehr empfindlich auf die Schmerzen reagieren, die bei der Behandlung auftreten können. „Und wenn ich einer Patientin die Prothese entferne, die sie eine Woche lang nicht herausnehmen konnte, sehe ich auch manchmal Dinge, die sicherlich nicht jeder so leicht wegstecken würde“, gibt Claudia Kannewurf zu.

Doch trotz solcher Unannehmlichkeiten ist sie sich sicher, dass sie in diesem Beruf und in dieser Praxis alt werden wird: „Für mich ist es das Schönste, wenn die Patienten dankbar und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause gehen und beim nächsten Besuch sagen: ‚Ich habe alles so gemacht, wie Sie es gesagt haben. Und jetzt habe ich keine Schmerzen mehr.‘“

abi>> 01.02.2018