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Handel mit erneuerbaren Energien

Eine Mann arbeitet im Kontrollzentrum, von dort aus wird ein Offshore-Windpark überwacht.
Alles im Blick: Energiehändler beobachten verschiedene Faktoren auf dem Strom-Markt und können so jederzeit auf Veränderungen reagieren.
Foto: Ingo Wagner

Energiefachwirt

Handel mit erneuerbaren Energien

Robert Brandl ist als Energiehändler für Strom und Gas beschäftigt. Die Weiterbildung zum Energiefachwirt erwies sich für den 27-Jährigen als Sprungbrett.

Das Stadtwerke-Netzwerk Trianel mit Sitz in Aachen hat sich auf die Kernbereiche Energiehandel, Energieerzeugung und Beratung von Stadtwerken spezialisiert. Unter anderem betreibt das Unternehmen den sogenannten „Intraday-Handel“, also den kontinuierlichen Kauf und Verkauf von Strom, der noch am gleichen Tag geliefert wird. In diesem Bereich ist auch Robert Brandl tätig.

Wind und Fotovoltaik als Preistreiber

Ein Porträt-Foto von Robert Brandl

Robert Brandl

Foto: privat

Robert Brandl arbeitet auf dem sogenannten Trading Floor in Aachen an einem Computer mit sechs Monitoren. Das ermöglicht ihm, die Marktlage jederzeit im Blick zu behalten und schnell auf Veränderungen zu reagieren. Verschiedene Faktoren – etwa der Verbrauch von Strom in Deutschland oder der Import und Export von Strom aus anderen Ländern – beeinflussen den Strompreis an der Börse. „Vor allem die erneuerbaren Energien lenken die Preise in eine bestimmte Richtung“, erklärt er. „Wird etwa deutlich mehr Wind oder Fotovoltaik ins Netz eingespeist als am Vortag prognostiziert, senkt dies den Strompreis, da die Direktvermarkter höhere Mengen verkaufen müssen.“

Der Energiehändler steht in engem Kontakt zu den Kunden, die sein Arbeitgeber mit Dienstleistungen versorgt. „Beispielsweise hat nicht jedes Energieversorgungsunternehmen einen Zugang zum Energiemarkt“, erläutert er. „Falls der jeweilige Kunde noch am gleichen Tag Energie beschaffen oder verkaufen möchte, nutzt er unsere Market-Access-Dienstleistung.“ Zu Robert Brandls Aufgabengebiet gehört die Beratung der Kunden, sei es telefonisch, vor Ort beim Kunden oder im eigenen Unternehmen. „Darüber hinaus kommuniziere ich mit Energiehändlern aus ganz Europa. Wenn einzelne Produkte nicht mehr handelbar sind, lassen sich auch sogenannte OTC-Geschäfte abschließen. Menge und Preis werden telefonisch abgestimmt.“ OTC steht für „over the counter“ oder „über den Tresen“ und bezeichnet Transaktionen, die nicht über die Börse abgewickelt werden.

Nächste Ziele: Studium und Projektleiter

Bereits während seiner Berufsausbildung zum Industriekaufmann bei der Stadtwerke Düsseldorf AG hatte Robert Brandl mit dem Thema Energiehandel zu tun. Mit der Weiterbildung zum Energiefachwirt gelang ihm der Sprung in diesen Bereich. Die Weiterbildung dauerte 1,5 Jahre und war zweigeteilt. Im wirtschaftlichen Teil wurden den Teilnehmern Grundlagen aus BWL, VWL, Unternehmensführung und Rechnungswesen vermittelt. Das Wissen wurde im Rahmen einer Prüfung abgefragt. Im anschließenden handlungsbezogenen Teil der Weiterbildung ging es um Themen wie Energierecht und -politik, Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft, betriebsspezifisches Management sowie Energievermarktung und -vertrieb. Am Ende der Weiterbildung galt es, eine schriftliche und eine mündliche Prüfung mit Präsentation und Fachgespräch zu bestehen.

Robert Brandl hat von der zusätzlichen Qualifikation profitiert: „Mir ist es nun möglich, einfacher die Karriereleiter hinaufzusteigen.“ Seine nächsten Schritte hat der Energiefachwirt schon geplant: Er möchte demnächst ein Studium aufnehmen und anschließend als Projektleiter im energiehandelsnahen Umfeld arbeiten. „Im heutigen Zeitalter der Digitalisierung sind automatisierte und standardisierte Prozesse und Systeme ein wichtiges Fundament“, nennt er Bereiche, die ihn besonders interessieren.

abi>> 04.09.2017