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Ohne Zwang in den Chefsessel

Eine Schwefelflüssigkeit wird auf einer Herdplatte erhitzt.
Naturwissenschaftler können sich auch für Fürhungspositionen im kaufmännischen Bereich empfehlen - ein MBA-Studium macht's möglich.
Foto: Isabella Fischer

Geschäftsführerin mit MBA

Ohne Zwang in den Chefsessel

Ursprünglich hatte Dr. Nicole Blum (44) Chemie studiert und ihre Unilaufbahn mit einer Promotion abgeschlossen. Es war ein Abschied auf Zeit, denn nach ein paar Jahren im Berufsleben entschied sie sich für ein weiterbildendes Studium zum „Master of Business Administration“ (MBA). Seither ist sie als Geschäftsführerin beim Schreibgerätehersteller Lyra tätig.

„Ich habe meine Karriere nie nach strikten Regel geplant und verbissen auf die nächste Stufe hingearbeitet“, sagt Nicole Blum. „Vielmehr macht mir meine Arbeit sehr viel Freude und ich lasse die Dinge auf mich zukommen, bleibe flexibel und versuche die richtige Entscheidung zu treffen, wenn sich mir eine Chance bietet“. So ist auch zu erklären, dass die 44-Jährige nach ihrer Promotion in Chemie und dem Berufseinstieg in der Entwicklungsabteilung von Lyra schon nach einem halben Jahr ins Qualitätsmanagement wechselte und später im Projektmanagement arbeitete.

„Ich habe promoviert, weil ich das Gefühl hatte, damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben“, erinnert sie sich. „Eine Wissenschaftlerin, die sich in ihrer Forschung vergräbt, wollte ich nie werden, sondern ins produzierende Gewerbe.“

Dank Aufbaustudium ein Semester eingespart

Ein Porträt-Foto von Nicole Blum

Nicole Blum

Foto: Martin Sowa

Nach ein paar Jahren als Qualitätsmanagerin gab sie ihrem Interesse an der Wirtschaft nach, entschied sich für das Aufbaustudium Betriebswirtschaft für Ingenieure an der Technischen Hochschule Nürnberg und kurz darauf für einen Master of Business Administration an derselben Hochschule.

Den ersten Abschluss konnte Nicole Blum sich im MBA anrechnen lassen und so ein Semester einsparen. Nach rund zwei Jahren hat sie den berufsbegleitenden Studiengang abgeschlossen. „Die Vorlesungen und Seminare fanden in der Regel unter der Woche abends und an den Samstagen statt“, schildert sie. Die Sonntage waren für Projektgruppen reserviert. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen erarbeitete sie dann Präsentationen oder Gruppenarbeiten. Anders als bei einigen anderen spezialisierten MBA-Programmen ist der Studiengang an der Technischen Hochschule Nürnberg auf „General Management“ ausgelegt: Die Studierenden beschäftigen sich mit den Bereichen Finanzen, Vertrieb, Einkauf, Marketing; Unterrichtssprache ist Englisch. Als Wahlpflichtfach hat sich Nicole Blum für Projektmanagement entschieden.

An den Wochentagen arbeitete sie weiterhin Vollzeit bei Lyra. „Ich empfand das gar nicht so stressig, schließlich war ich es noch von meiner Uni-Zeit gewöhnt, bis in die Nacht hinein zu arbeiten. Erst als das Studium vorbei war und ich plötzlich wieder Wochenenden hatte, fiel mir auf, wieviel Freizeit ich dafür geopfert hatte“, sagt sie. Wobei dieses „Opfer“ ihr einen Karrieresprung bescherte. Ohne den MBA wäre sie – wie sie selbst sagt – wohl nicht in ihre heutige Position gekommen. „Da spielte aber auch eine Portion Glück mit hinein“, räumt sie ein.

Schottischer Schulabschluss

Für die Zulassung zum MBA musste Nicole Blum ein abgeschlossenes Studium vorweisen, ihre Berufserfahrung belegen und den Nachweis über ausreichende Englischkenntnisse erbringen. Da sie ein Jahr lang in Schottland gelebt und einen schottischen Schulabschluss hat, musste sie keinen TOEFL-Test ablegen. Die Kosten von insgesamt rund 18.000 Euro brachte sie selbst auf (siehe dazu auch „MBA: Mit besten Absichten“).

In ihrem Berufsalltag kann sie heute auf das zusätzliche Wissen zurückgreifen, besonders im Projektmanagement und Marketing. Als Geschäftsführerin hat sie aber natürlich auch mit Zahlen zu tun: Einmal im Monat erhält sie etwa eine Übersicht über die Gewinn- und Verlustrechnung und bespricht größere Abweichungen zwischen Ist und Soll mit den Leitern aus Einkauf, Vertrieb oder Produktion. Konkrete Pläne für ihre Zukunft hat sie nicht: „Ich fühle mich wohl und lasse alles weitere auf mich zukommen.“

abi>> 19.02.2016