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Meister in Gold

Ein Mann hält einen Goldring in den Händen.
Um Schmuckstücke aus Gold und Edelsteinen herzustellen, ist viel Kreativität und Fingerspitzengefühl notwendig.
Foto: Elizaveta Shlosberg

Meister im Handwerk

Meister in Gold

Nach dem Abitur lernte Christoph Dwenger (29) das Handwerk des Goldschmieds bei seinem Vater. Heute, neun Jahre später, besitzt er den Meistertitel, leitet das Hamburger Familienunternehmen und bildet selbst aus.

Christoph Dwengers Großvater gründete 1960 ein Unternehmen, das sich auf Goldschmiedearbeiten spezialisiert hat, auf handwerklich gefertigte Unikate, auf Farbsteine, Perlen und Opale aus Australien. Eigentlich wollte Christoph Dwenger den Goldschmied-Beruf aber nicht im eigenen Betrieb lernen. „Da aber schon damals klar war, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters und Großvaters treten und den Betrieb übernehmen wollte, war es schwierig, anderswo einen Ausbildungsplatz zu finden“, erzählt er. „Denn wer will schon für die Konkurrenz ausbilden?“ Also machte er seine Ausbildung doch beim Vater.

Danach hatte er noch längst nicht ausgelernt: Er schloss die Weiterbildung zum Betriebswirt im Handwerk an und danach die zum Meister. „Obwohl es in unserem Bereich keine Meisterpflicht mehr gibt, war er für mich selbstverständlich“, sagt er. „Denn der ist für den Kunden wie ein Qualitätsversprechen.“ Er entschied sich für die einjährige Vollzeit-Weiterbildung bei der Handwerkskammer in Münster. Zwar hätte er den Meister auch berufsbegleitend machen können – das wollte er aber nicht. „Es ist ein großer Vorteil, wenn man so geballt lernen kann“, sagt er. „Hätte ich es neben dem Beruf gemacht, hätte das sicher zweieinhalb Jahre gedauert. Das wäre mir zu lang gewesen.“

Meisterprüfungen ähnlich wie Abiturprüfungen

Ein Porträt-Foto von Christoph Dwenger

Christoph Dwenger

Foto: Privat

Der Meisterlehrgang bestand aus drei Teilen: Theorie, Praxis und Prüfung. „Während der Theoriephase habe ich viel Chemie, Mathe und Edelsteinkunde gelernt“, erzählt er. „Ich musste entwerfen, kalkulieren und Arbeitsabläufe planen.“ In der Praxisphase ging es um Verschlussmechaniken und Arbeitstechniken, ums Löten und Lasern. Dann kamen die Prüfungen. „Die Theorieprüfungen dauerten zwei Tage und waren mit Abiturprüfungen vergleichbar; alle Fächer wurden schriftlich abgefragt.“ Zum praktischen Prüfungsteil gehörte ein Meisterstück, das er in maximal 80 Arbeitsstunden herstellen musste – Christoph Dwenger entschied sich für ein Perlenkettenschloss. Das Schloss selbst ist in 750er Gelbgold gefertigt; darauf thront ein grüner Turmalin. Die Verschlussmechanik hat er eigens dafür entworfen.

Die Meisterprüfung hat er mit einer Eins abgeschlossen. Billig war der Lehrgang nicht: „Da kommen schnell einige tausend Euro zusammen“, sagt er. Im Anschluss an die Weiterbildung arbeitete Christoph Dwenger zwei Jahre als angestellter Meister im Betrieb des Vaters mit, bevor der ihn 2013 zum Geschäftsführer machte. Sein Job hat sich seitdem gewandelt. „Ich erledige jetzt viel mehr Papierkram am Schreibtisch, schreibe Rechnungen, kaufe Ware ein und pflege den Kontakt zu den Kunden“, erzählt er. Die handwerkliche Arbeit mit den drei Auszubildenden sei da ein gutes Gegengewicht. „Es macht viel Spaß, ihnen etwas beizubringen “, sagt Christoph Dwenger. „Besser könnte ich mir meinen Job nicht vorstellen.“

abi>> 25.09.2015