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Meisterin in ihrem Fach

Eine junge Frau untersucht die Unterseite eines Autos mit einer Taschenlampe.
In ihrer Ausbildung lernen die angehenden Kfz-Mechatroniker unter anderem verschiedene Mängel am Auto festzustellen und diese zu beheben.
Foto: Martin Rehm

Meisterin Kfz-Mechatronik

Meisterin in ihrem Fach

Die Kfz-Mechatronikerin Karolin Burger hat nach ihrer Ausbildung die Weiterbildung zur Meisterin absolviert. Damit möchte die 28-Jährige die Leitung des familiengeführten Autohauses im baden-württembergischen Kuppenheim übernehmen.

„Eigentlich hatte ich ja ganz andere Berufswünsche“, gesteht Karolin Burger. „Aber da meine Familie in Kuppenheim ein eigenes Autohaus mit Werkstatt, Tankstelle und Waschanlage betreibt, habe ich mich nach einem Praktikum doch für die Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin entschieden.“ Allerdings in einer fremden Werkstatt, um auch mal einen anderen Betrieb als den ihrer Familie kennenzulernen. „Was mich bei uns erwartet, habe ich ja schon zu Hause mitbekommen. Ich bin ja mit unserem Autohaus aufgewachsen“, erzählt sie.

Vollzeit oder berufsbegleitend

Ein Porträt-Foto von Karolin Burger

Karolin Burger

Foto: privat

Die Kfz-Mechatronikerin fand Gefallen an ihrem Beruf. Nachdem sie ihn ein Dreivierteljahr ausgeübt hatte, begann sie bereits ihre Weiterbildung zur Meisterin. Früher musste man fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, um mit der Meisterschule zu beginnen, heute ist dies im gleichen Beruf, in dem man auch die Ausbildung absolviert hat, direkt im Anschluss daran möglich.

Karolin Burger hatte die Wahl zwischen einer Vollzeit-Weiterbildung von einem Jahr oder der Abendschule neben dem Beruf. „Ich habe mich für Vollzeit entschieden, weil ich mich ganz aufs Lernen konzentrieren wollte“, sagt die 28-Jährige. Ein Jahr lang besuchte sie also die Meisterschule für das Kfz-Techniker-Handwerk in Offenburg und schloss nach vier theoretischen und praktischen Prüfungen ihren Meister ab.

Technik und Unternehmensführung

Die Weiterbildung besteht aus theoretischen Anteilen im Klassenraum und praktischen Übungen in der Lehrwerkstatt. „Wir haben zum einen Details über die Technik eines Kraftfahrzeugs gelernt, die über die Berufsausbildung hinausgehen. Zum anderen bereitet die Meisterschulung auch auf das Führen eines eigenen Unternehmens vor“, berichtet Karolin Burger. „Dazu gehören Themen wie Buchhaltung, Recht, Mitarbeiterführung und auch die Ausbildung von Lehrlingen. Meinen Ausbilderschein habe ich ebenfalls gemacht.“

In der Lehrwerkstatt stehen verschiedene Autos, auf die sich Fehler aufschalten lassen, die die angehenden Meister dann finden müssen. „Wir haben uns dabei gegenseitig geholfen und Lerngruppen gebildet, die Atmosphäre war sehr positiv“, erinnert sich die Meisterin, die in ihrer Klasse und bei den Abschlussprüfungen die einzige Frau war. „Manchmal muss ich vielleicht gegenüber Kunden und Kollegen etwas mehr beweisen, dass ich mich auch als Frau mit Technik auskenne, aber daran gewöhnt man sich“, sagt Karolin Burger. „Mittlerweile sehe ich in den Unternehmen immer mehr Kfz-Mechatronikerinnen und Meisterinnen, das freut mich natürlich.“

Wer sich interessiert, schafft es

Nach der bestandenen Meisterprüfung hat Karolin Burger zunächst noch eine Zeitlang in der Werkstatt des Autohauses ihrer Eltern gearbeitet, mittlerweile ist sie ins Büro gewechselt, wo sie als Serviceberaterin arbeitet. Auch dafür hat sie eine Weiterbildung absolviert. Sie nimmt Aufträge entgegen, schreibt Rechnungen und betreut die Kunden. Mit den betriebswirtschaftlichen Fragen rund um die Unternehmensführung wird sie sich erst in den nächsten Jahren beschäftigen, wenn die Übergabe des Autohauses an die nächste Generation ansteht.

Ein technisches Studium hat Karolin Burger erst einmal nicht geplant. „Ich mag eher das praktische Arbeiten.“ Kfz-Mechatronikern und -Mechatronikerinnen, die ebenfalls eine Weiterbildung zum Meister anstreben, rät sie, den Mut nicht zu verlieren, auch wenn es mal schwerer wird. „Wer sich wirklich für seinen Beruf interessiert, wird es auch schaffen“, ist sie überzeugt.

abi>> 03.10.2017