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Mitarbeiter im Fokus

Zwei Frauen führen ein Bewerbungsgespräch.
Wer sein Know-how im Personalbereich ausbauen möchte, ist mit einer Weiterbildung zum Personalfachwirt gut beraten.
Foto: Martin Rehm

Personalfachwirt

Mitarbeiter im Fokus

Wird in einem großen Unternehmen ein neuer Mitarbeiter eingestellt, ist das mit einem bürokratischen Aufwand verbunden, der oft sehr komplex ist. Deswegen gibt es Menschen wie Frank Bautzmann (35): Seine Aufgabe ist es, die Prozesse in der Personaleinstellung so einfach wie möglich zu gestalten. Die Position als Referent der Abteilung Bereichsentwicklung in einem der größten Konzerne Deutschlands hat der gelernte Industriekaufmann auch seiner Aufstiegsweiterbildung zum Personalfachwirt zu verdanken.

Wenn jemand einen neuen Arbeitsvertrag bekommt, wurde bislang auf dem Postweg kommuniziert und im Konzern war jemand dafür zuständig, die Daten im IT-System zu erfassen“, beschreibt Frank Bautzmann das bisherige Vorgehen seines Arbeitgebers, der BMW Group. Da das Unternehmen jedoch jährlich mehrere tausend Mitarbeiter einstellt, liegt es nahe, diese Prozesse zu vereinfachen – „und zwar für beide Seiten, auch für die Mitarbeiter, die in das Unternehmen eintreten.“

Um dieses Ziel zu erreichen, beschreibt, analysiert und verbessert der 35-Jährige die Abläufe. „Bei uns muss man sich zum Beispiel online bewerben, so sind die Mitarbeiter bereits im System angelegt“, erklärt er. „Wir wollen diese Daten auch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung nutzen und sie für andere Prozesse, beispielsweise für die Personalentwicklung, verfügbar machen“ – selbstverständlich unter Einhaltung aller geltenden Datenschutzrichtlinien.

IT-Systeme sinnvoll nutzen

Porträt von Frank Bautzmann

Frank Bautzmann

Foto: privat

Im Abitur hatte Frank Bautzmann die Leistungskurse Mathematik und Physik, fand aber, dass das nicht seine absoluten Stärken sind. „Ich wollte in den kaufmännischen Bereich, aber kein Studium absolvieren. Da der Beruf des Industriekaufmanns auch technikaffin ist, habe ich mich dafür entschieden“, erinnert er sich. Das Jahr zwischen Abitur und Ausbildungsbeginn nutzte er, um in einem großen Münchner IT-Unternehmen zu arbeiten. Dort beantwortete er im Kundencenter Support-Anfragen und führte Projekttätigkeiten durch. Im Jahr 2002 startete er dann seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der BMW Group.

Anschließend stieg er ins Personalwesen der Firma ein. Hier arbeitete er im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnung, kümmerte sich aber auch um die Neuausrichtung der internen Mitarbeiter-Website für Personalthemen. „Bei der effizienteren Gestaltung von Prozessen hilft uns häufig die Digitalisierung“, erzählt er. „Wir beschäftigen uns intensiv damit, wie IT-Systeme sinnvoll einzusetzen sind.“

Karriere dank Fortbildung

Für die Aufstiegsweiterbildung zum Personalfachwirt entschied er sich im Jahr 2011. „Ein Konzern unserer Größe bietet die Möglichkeit, regelmäßig seinen Tätigkeitsbereich zu verändern“, sagt er und betont: „Dies wird von der Personalentwicklung gewünscht und gefördert.“ Der erfolgreiche Abschluss einer Aufstiegsweiterbildung löst nicht zwangsläufig einen Karrieresprung aus, lohnt sich jedoch mittel- und langfristig. So war es auch bei Frank Bautzmann: „Meine Weiterbildung zum Personalfachwirt führte nicht unmittelbar zu einer anderen Position, hatte aber bei einem späteren Wechsel innerhalb des Konzerns großen Einfluss.“ Interessierten rät er: „Ich kann jedem empfehlen, ständig an seinen Stärken zu arbeiten und offen für Neues zu sein.“

Er erinnert sich gut an die Weiterbildung: „Zu den Lehrinhalten gehörten Grundsätze der Personalarbeit, Personalmanagement und -entwicklung sowie andere Bausteine des Personalwesens. Die Dozenten hatten jahrelange Berufserfahrung in diesen Bereichen.“ Für die Präsenzzeit an der Schule stellte ihn sein Unternehmen frei und zahlte das Gehalt fort. Der Lehrgang schloss mit einer IHK-Prüfung ab und kostete etwa 2.000 Euro. Unterstützt wurde er dabei durch das sogenannte Aufstiegs-BAföG.

Internationale Herausforderungen

Das bislang größte Projekt des Personalfachwirtes war die Einführung eines international einheitlichen IT-Systems im Personalwesen. Als Projektleiter reiste Frank Bautzmann durch die ganze Welt und führte mit dem Projektteam das neue Personalsystem und die damit verbundenen Prozesse ein. „Es war eine spannende Erfahrung, mit so vielen unterschiedlichen Nationalitäten in einem Team zusammenzuarbeiten und etwas Gemeinsames zu schaffen.“

abi>> 27.07.2017