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Fachkräfte gewinnen

Eine junge Frau prüft Bewerbungsunterlagen.
Die besten Mitarbeiter für das Unternehmen finden – darin besteht die Herausforderung für Personalreferenten.
Foto: Johannes Simon

Personalreferentin

Fachkräfte gewinnen

Christina Manheller (29) arbeitet als Personalreferentin bei der Mauser Corporate GmbH in Erkelenz, einem weltweit agierenden Hersteller für Industrieverpackungen. Ihre Aufgabe besteht darin, die besten Mitarbeiter für das Unternehmen zu finden. Durch eine Weiterbildung zur zertifizierten Personalreferentin hat sie das nötige Know-how für diese Tätigkeit erworben.

Der Arbeitstag von Christina Manheller beginnt stets mit einer Besprechung: Ihr Arbeitgeber beschäftigt dauerhaft Headhunter, um geeignete Führungskräfte zu finden. Jeden Morgen präsentieren sie der Personalreferentin ihre Recherche-Ergebnisse. „Andere Stellen, wie Sachbearbeiter oder Elektroniker schreiben wir selbst aus“, erzählt sie. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Personalbeschaffung, wofür sie jeden Tag unzählige Bewerbungen sichtet, Anzeigen schaltet und Vorstellungsgespräche führt.

Christina Manheller betreut das Personal eines Werks im nordrhein-westfälischen Erkelenz und eines Tochterunternehmens des Unternehmens. „Ich bin generalistisch tätig“, fasst sie ihre Aufgaben zusammen. Das heißt, sie kümmert sich um alle Fragen, die das Personal in ihrem Zuständigkeitsbereich angehen. Entsprechend breit ist das Tätigkeitsfeld: Das Spektrum reicht von Bedarfsanalysen, Stellenausschreibungen und Vorstellungsgesprächen über Gehaltsverhandlungen und Entgeltabrechnungen, Verträgen und Abmahnungen bis hin zu Weiterbildungsmaßnahmen und Altersvorsorge.
Diese Abwechslung gefällt Christina Manheller besonders gut an ihrem Beruf. „Es ist heute nicht mehr wie früher. Man muss sich schon etwas einfallen lassen, wenn man gute Auszubildende oder Fachkräfte gewinnen möchte“, meint sie. Ihre Aufgabe ist es, den potenziellen Mitarbeitern zu zeigen, dass sie sich in dem Unternehmen wohlfühlen können. „Man braucht schon eine gute Menschenkenntnis,“ ist Christina Manheller überzeugt. „Es geht darum, zu erkennen, was die Bewerber brauchen, aber auch zu merken, wenn einem im Vorstellungsgespräch jemand etwas vorspielt.“ So ist im Umgang mit (künftigem) Personal auch immer viel Flexibilität nötig.

Von der Finanzbuchhaltung in die Personalabteilung

Ein Porträt-Foto von Christina Manheller

Christina Manheller

Foto: Privat

Die fachliche Qualifikation für den Beruf des Personalreferenten erlangt man entweder über ein Studium der Betriebswirtschaft oder über einen Quereinstieg. So ist es auch möglich, nach anderen Studiengängen oder nach einer Ausbildung und mit Berufserfahrung durch eine Weiterbildung Personalreferent zu werden. Christina Manheller hat nach dem Abitur bei einer Versicherung eine Ausbildung zur Bürokauffrau (heute: Kaufmann/-frau für Büromanagement) absolviert und dann in der Finanzbuchhaltung gearbeitet. Parallel zur Berufstätigkeit hat sie BWL an der privaten, staatlich anerkannten Hochschule Fresenius in Köln studiert; und sie wechselte in die Personalabteilung.

„Ich wollte auch mal etwas anderes sehen“, kommentiert sie ihren Arbeitsplatzwechsel in das große Industrieunternehmen Mauser. Hier wurde sie als Personalreferentin eingestellt. „Ich hatte jedoch keine Erfahrung im Bereich Recruiting“, erklärt sie. „Deshalb habe ich mit dem Unternehmen vereinbart, eine Weiterbildung zur zertifizierten Personalreferentin zu absolvieren.“ Die Kosten von rund 1.200 Euro hat der Arbeitgeber übernommen.

Weiterbildung als Chance

Weiterbildungen zum Personalreferenten gibt es in unterschiedlichen Varianten (siehe das Interview „Gefragt in allen Branchen“, verlinkt wird auf den Artikel). Christina Manheller hat sich für einen Kurs bei der IHK Köln entschieden, der jeden Freitag und Samstag stattfand. Die Weiterbildung dauerte vier Monate und schloss mit einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung ab. Vermittelt wurden Kenntnisse in Arbeitsrecht, zu Entgeltfragen, zur Personalbeschaffung und – besonders aktuell – zum erhöhten Fachkräftebedarf und möglichen Lösungen. „Es war ein bunt gemischter Kurs“, erinnert sich Christina Manheller. „Einige meiner Mitstreiter haben die Weiterbildung eher als Umschulung genutzt oder um zu lernen, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen sollen.“

Christina Manheller ist dank der Weiterbildung auf die Anforderungen in ihrem Beruf gut vorbereitet. „Später würde ich mich gern noch weiter spezialisieren. Recruiting und Personalentwicklung finde ich besonders interessant“, fasst sie ihre beruflichen Pläne zusammen.

abi>> 21.07.2016