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Ein Allrounder in seinem Fach

Bild von einem Tablettenplan
Die Weiterbildung zum Pflegedienstleiter bringt auch viel Verantwortung mit sich.
Foto: Oliver Dietze

Pflegedienstleiter

Ein Allrounder in seinem Fach

Mitarbeiter führen, Qualitätsstandards einhalten, zentraler Ansprechpartner für die Bewohner sein: Der gelernte Altenpfleger Martin Konieczny (29) ist Pflegedienstleiter im Heinrich-Sengelmann-Haus in Hamburg. Eine Weiterbildung verhalf ihm zu der Führungsposition.

Jeden Morgen um 8 Uhr versammeln sich zehn bis 15 Bewohner im Foyer des Altenpflegeheims und begrüßen Martin Konieczny mit den Worten „Hallo Chef!“. „So etwas wärmt das Herz!“, erzählt der 29-jährige Pflegedienstleiter. Nach seinen Aufgaben in der 93 Bewohner zählenden Einrichtung gefragt, antwortet er lachend: „Wo soll ich anfangen?“

Einerseits nimmt er administrative und organisatorische Aufgaben wahr. Dazu gehören das Qualitätsmanagement und die Mitarbeiterführung. „Ich bin Ansprechpartner für unsere Auszubildenden, führe bei neuem Personal Visiten durch. Ich versuche, viel Input zu geben“, berichtet er. Für insgesamt 40 Pflegekräfte ist Martin Konieczny verantwortlich.

Andererseits kümmert er sich um die Bewohner, die er beispielsweise in rechtlichen Fragen berät. Zudem führt er Aufnahmegespräche. „Jeder unserer Bewohner hat eine individuelle Situation“, sagt Martin Konieczny. „Da ist die nette Oma von nebenan, genau wie der stark demente Herr, der sich aggressiv gegenüber dem Personal verhält. Aber mit ein wenig Professionalität sind die meisten Probleme schnell gelöst“, lautet seine Erfahrung. Herausfordernder sei der Umgang mit Angehörigen. „Es ist viel Emotion im Spiel. Da ist Fingerspitzengefühl in der Kommunikation gefragt.“ Alles in allem mag der Pflegedienstleiter die doch recht unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeiten. „Ich trage gern Verantwortung und mag die Tatsache, dass kein Tag dem anderen gleicht.“

Den nächsten Schritt wagen

Ein Portrait-Foto von Martin Konieczny.

Martin Konieczny

Foto: privat

Mit 29 Jahren schon Pflegedienstleiter zu sein, das war gar nicht der Plan von Martin Konieczny. „Ich bin seit neun Jahren Altenpfleger. Ein Kollege brachte mich auf die Idee, die Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung zu machen“, sagt er. Diese 500 Stunden zählende Weiterbildung ist im Bundesland Hamburg Voraussetzung für den nächsten Schritt, nämlich die noch einmal weitere 300 Stunden umfassende Weiterbildung zur Pflegedienstleitung.

Von 2016 bis 2018 absolvierte Martin Konieczny alle 800 Stunden – berufsbegleitend und zunächst noch in einem anderen Pflegeheim. 2017 wechselte er ins Heinrich-Sengelmann-Haus, wo kurz darauf die Pflegedienstleiterin kündigte. „Für mich war klar, dass ich mich dann auch noch zum Pflegedienstleiter weiterbilden wollte, und ich erhielt viel Unterstützung seitens meines Arbeitgebers“, erklärt er.

Das Lernen hat sich ausgezahlt

Statt Blockseminare zu besuchen hatte Martin Konieczny die Möglichkeit, ein bis zwei Tage in der Woche zum Unterricht zu gehen. „Ich fand das ideal, so verlor ich im Job nie den Anschluss.“ Schwerpunkte der Ausbildung waren unter anderem Personalentwicklung, Betriebswirtschaftslehre, Recht und Finanzen sowie Qualitätsmanagement. Zur Abschlussprüfung gehörten schriftliche Klausuren sowie ein mündlicher Teil. Seit April 2018 ist der heute 29-Jährige nun staatlich anerkannter Pflegedienstleiter. „Die Aufgaben übernahm ich bereits zwei Monate davor. Es war einfach Bedarf im Haus“, sagt er.

Martin Konieczny ist froh, diesen Schritt getan zu haben, auch wenn er die Weiterbildungskosten von rund 5.800 Euro zum Teil selbst tragen musste. Und seit Kurzem setzt er noch einen drauf – mit der Weiterbildung zur Einrichtungsleitung. Sein Arbeitgeber sowie ein Bildungsgutschein helfen ihm dieses Mal bei der Finanzierung. Sofort nutzen will er diese Qualifikation jedoch nicht. „Ich bin zurzeit als Pflegedienstleiter sehr glücklich, freue mich aber über den zusätzlichen Schein und bin gespannt, was die Zukunft bringt“, bilanziert er.

abi>> 17.07.2019