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"Demnächst Nachwuchsprobleme"

Arzt bei einer Nachuntersuchung der Knieverletzung eines Patienten
Sportmediziner kümmern sich nach einer Verletzung um die richtigen Rehabilitationsmaßnahmen.
Foto: Ria Kipfmüller

Sportmedizin

"Demnächst Nachwuchsprobleme"

Spaß an sportlicher Betätigung wecken, Profisportler unterstützen oder bei deren Rehabilitation mitwirken: Sportärzte haben ein breites Aufgabenfeld. Der Weg dorthin erfordert Disziplin, eine Weiterbildung und lohnt sich: Laut der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention wird Nachwuchs gesucht.

Ganz gleich, ob Freizeitsportler oder Profi: Wer sich beim Skilaufen oder Fußballspielen das Kreuzband reißt oder sich anderweitig verletzt, sollte schleunigst einen Sportmediziner aufsuchen. Die zuständigen Ärzte verfügen über eine Weiterbildung, dank derer sie eindeutige Diagnosen stellen und die optimalen Rehabilitationsmaßnahmen einleiten können. In den Beruf gelangen Humanmediziner, die zunächst eine Facharztausbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung (dazu zählen etwa Allgemeinmedizin, Chirurgie, Geburtshilfe oder Urologie) gemacht haben, über eine Weiterbildung. „Der Titel ist eine Zusatzbezeichnung“, erklärt Dr. med. Ingo Tusk, leitender Chefarzt Orthopädie am Frankfurter Rotkreuz-Klinikum und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP).

Ein Porträt-Foto von Dr. med. Ingo Tusk

Dr. med. Ingo Tusk

Foto: Art Photo Design

Interessierte Mediziner besuchen entweder eine zwölfmonatige Vollzeit-Fortbildung in einem sportmedizinischen Institut oder berufsbegleitende Kurse, bei denen eine flexible Zeiteinteilung möglich ist. Insgesamt müssen während der Weiterbildung 120 Stunden Theorie und 120 Stunden sportliche Praxis geleistet werden. Weitere Voraussetzung sind mindestens 120 Stunden sportliche Betreuung eines Sportvereins mit Kinder- und Jugendabteilung innerhalb eines Jahres; eine einjährige Tätigkeit in einer sportmedizinischen Einrichtung kann teilweise darauf angerechnet werden. „Oft geschieht die Betreuung von Sportvereinen ehrenamtlich oder wird nur geringfügig entlohnt“, sagt Ingo Tusk, der auch selbst als Ausbilder tätig ist. „Zudem verlangt sie häufig Einsätze am Wochenende. Dessen sollte man sich bewusst sein.“

Interdisziplinäres Fach

Die Inhalte der Weiterbildung sind breit angelegt: „Die Sportmedizin ist ein großes interdisziplinäres Fach. Hier sind Kenntnisse aus allen medizinischen Fachrichtungen wichtig“, weiß der Experte vom DGSP. Die Weiterbildung zum Sportarzt umfasst daher Bereiche der Inneren Medizin ebenso wie solche aus Orthopädie und Traumatologie (Verletzungen). Eine Besonderheit der Weiterbildung: In den Praxisphasen trainieren die Ärzte in allerlei Sportarten und kommen so etwa mit Wassersport, Bergsport, Ausdauersport oder Mannschaftssport in Berührung. „Wer als Mediziner den Sport selbst kennt, hat einen leichteren Zugang zu den Patienten“, erklärt Ingo Tusk. Zudem erlangen die Mediziner dabei ein Bewusstsein dafür, welche Belastungen in welcher Sportart auftreten können, was häufige Überbelastungsprobleme sind und worauf bei einer Sportart besonders zu achten ist.

Nach absolvierter Weiterbildung arbeiten Sportmediziner beispielsweise in Kliniken, in sportmedizinischen Instituten, bei Verbänden und großen Vereinen. Sie können sich aber auch niederlassen und eine eigene Praxis eröffnen. Wo auch immer sie einsteigen: Sie sind gefragt. „Wir haben ein Nachwuchsproblem“, befürchtet Ingo Tusk. „Die für die Sportmedizin nötige Sportleidenschaft scheint zunehmend out zu sein. Zehn Prozent der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention gehen in den nächsten drei Jahren in Rente.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Sportmedizin)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (Deutscher Sportärztebund) e.V.

www.dgsp.de

Bundesärztekammer

www.bundesaerztekammer.de

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs)

www.sportwissenschaft.de

Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)

www.dsj.de

abi>> 11.06.2015