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Mehr als nur Zahlen

Eine Frau zieht ein Buch zum Steuerrecht aus einem Regal.
Lebenslanges Lernen: Steuerberater bilden sich stetig weiter, um ihr Wissen auf dem neuesten Stand zu halten.
Foto: Martin Rehm

Steuerberater – Hintergrund

Mehr als nur Zahlen

Ob Privatperson oder Unternehmen – wer in Finanzfragen den Überblick behalten möchte, wendet sich an Steuerberater. Sie kümmern sich um Steuererklärung, Buchführung und Bilanzen, stehen als vertrauensvolle Berater zur Seite und haben dabei stets ein Ziel im Blick: das Wohl ihrer Mandanten.

Was ein Steuerberater genau macht, weiß Christian Michel, Referent für Berufsrecht beim Deutschen Steuerberaterverband in Berlin: „Neben der klassischen Unterstützung bei Steuererklärungen oder Buchführungen untersuchen Steuerberater Bescheide nach Fehlern und vertreten den Mandanten gegenüber Finanzämtern und Finanzgerichten – auch bei Strafsachen oder Bußgeldverfahren.“

Steuerberater sind zudem kreative Gestalter für ambitionierte Unternehmen und Firmengründer: Wie kann man Vermögen sinnvoll investieren? Welches Personal passt zu einem Betrieb? „Die Profis können hier mit ihren Ideen die wirtschaftliche Entwicklung positiv mitgestalten. Deswegen sind sie auch immer mehr als Unternehmensberater gefragt“, sagt der Referent. Dabei geht es nicht nur um nackte Zahlen, denn oft begleiten Steuerberater ihre Mandanten über Jahre oder sogar Jahrzehnte. „Das schafft eine große Vertrauensbasis.“

Praxis ist gefragt

Porträt von Christian Michel

Christian Michel

Foto: privat

Qualifikation ist das A und O. „Nur wer über eine theoretische und praktische Vorbildung verfügt und eine Steuerberaterprüfung abgelegt hat, kann Steuerberater werden“, betont Christian Michel.

Da der Beruf des Steuerberaters nicht rein akademisch ist, kann der Einstieg sowohl über ein Studium als auch über eine Ausbildung erfolgen. Neben Studiengängen wie BWL oder Jura kommt eine kaufmännische Ausbildung infrage oder die Laufbahnprüfung für den gehobenen Dienst in der Finanzverwaltung.

Anschließend gilt es, praktische Berufserfahrung in einer Steuerkanzlei zu sammeln. Nur dann wird man für die Steuerberaterprüfung zugelassen. Die erforderliche Praxisdauer hängt mit der Art des Abschlusses zusammen. „Bei einem wirtschafts- oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudium mit acht Semestern sind das zum Beispiel zwei Jahre“, weiß der Experte. „Als Beamter des gehobenen Dienstes der Finanzverwaltung oder als Steuerfachwirt muss man mit sieben Jahren rechnen und bei einer kaufmännischen Ausbildung, zum Beispiel als Steuerfachangestellter, mit zehn Jahren.“

Lehrgänge und Prüfung

Da die Prüfung sehr anspruchsvoll ist, sind Lehrgänge zur Vorbereitung sinnvoll. Diese werden zum Beispiel von regionalen Steuerberaterkammern und -verbänden angeboten. „Ob als dreimonatiger Kompaktlehrgang in Vollzeit oder berufsbegleitend in 18 Monaten – hier kann jeder nach seinen Bedürfnissen entscheiden“, sagt Christian Michel. Spezielle Klausurenkurse und simulierte mündliche Prüfungen runden die Angebote ab. Auch Fernlehrgänge sind möglich.

Der Besuch von Vorbereitungslehrgängen empfiehlt sich auch deshalb, weil die Steuerberaterprüfung einiges kostet. „Die Bearbeitung des Antrags zur Prüfung und die Prüfungsgebühr kosten zusammen 1.200 Euro“, erklärt der Referent und fügt an: „Da die Lehrgänge noch einmal einen mittleren vierstelligen Betrag erfordern, kann es sinnvoll sein, sich nach finanzieller Unterstützung umzuschauen. Das können Arbeitgeber oder staatliche Förderungen wie Bildungsschecks sein.“

Die Steuerberaterprüfung selbst besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, den man vor einem Prüfungsausschuss ablegt. Fit sein muss man hier zum Beispiel in Fragen zur Einkommenssteuer, zum Erbschafts- und Berufsrecht oder in Betriebs- und Volkswirtschaft.

Gute Perspektiven

Nach bestandener Prüfung gibt es viele Arbeitsmöglichkeiten: fest angestellt in einer Kanzlei, als freier Mitarbeiter oder selbstständig. „Auch wenn die Ausbildung einiges an Zeit und Geld kostet, macht sie sich später bezahlt“, sagt Christian Michel. „Nach einer Umfrage unter mehr als 1.500 Kanzleien verdienen Berufseinsteiger mit zweijähriger Berufserfahrung durchschnittlich 48.000 Euro brutto im Jahr.“ Freie Steuerberater rechnen ihr Honorar eigenständig pro Stunde oder Monat ab.

Die Zukunftsaussichten sind gut. Die Nachfrage nach Steuerberatern steigt, weil das Steuerrecht immer komplexer wird und jeden betrifft. Und vor allem: „Der Beruf ist krisensicher – denn Steuern wird es immer geben.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild. (Suchbegriffe: Steuerberater/in, Steuerfachangestellte/r)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Datenbank zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 500.000 Bildungsangeboten. (Suchbegriffe: Steuerberater/in, Steuerfachangestellte/r)

www.kursnet.arbeitsagentur.de

Deutscher Steuerberaterverband e. V.

Homepage des Berufsverbands der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit Infos zum Berufsfeld sowie Hinweisen und Links zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Prüfungen.
www.dstv.de

Beruf-Steuerberater.de

Das unabhängige Infoportal versteht sich als Wegweiser hin zum Berufsziel Steuerberater: Von Ausbildung und Studium über die Steuerberaterprüfung bis zu den Karrierestufen.
www.beruf-steuerberater.de

abi>> 18.05.2017