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Die nächste Sprosse auf der Karriereleiter

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Pauken lohnt sich auch nach der Ausbildung: Eine Weiterbidung ist nicht selten der Schlüssel zum beruflichen Aufstieg.
Foto: Martin Rehm

Weiterbildung nach der Ausbildung

Die nächste Sprosse auf der Karriereleiter

Der Schlüssel zu beruflichem Aufstieg muss nicht immer ein Studium sein: Auch für Abiturienten stellt eine Berufsausbildung eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Karriere dar – vor allem, wenn sie sich später durch Weiterbildungen zusätzlich qualifizieren. abi>> zeigt, welche Möglichkeiten es gibt.

Jeder vierte Ausbildungsanfänger könnte auch studieren – das zeigt der Berufsbildungsbericht 2015 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Ausbildungsjahr 2013/14 wurden demnach 522.200 Ausbildungsverträge geschlossen, davon 25,3 Prozent mit Studienberechtigten. Unter ihnen ist auch die Bereitschaft für Weiterbildungen am größten: Rund 62 Prozent der fertig Ausgebildeten mit Studienberechtigung nehmen an einer Weiterbildung teil. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen.

Erstere werden in der Regel vom Arbeitgeber organisiert, um die Mitarbeiter beispielsweise mit neuen Verfahren in der jeweiligen Produktion vertraut zu machen. Aufstiegsweiterbildungen hingegen ermöglichen den Absolventen, ihre beruflichen Fähigkeiten zu verbessern und ein neues Bildungsniveau zu erreichen. Häufig geht damit eine höhere Position im Unternehmen einher. Zu den bekanntesten Aufstiegsweiterbildungen zählen Meister, Fachwirt sowie (technischer) Betriebswirt.

Für jeden die passende Weiterbildung

Mit dem Meister schließt man eine Weiterbildung in handwerklichen Berufen ab. „Er gilt als beruflicher Abschluss, mit dem man auch Führungsaufgaben übernehmen kann“, erklärt Christian Reitz, Teamleiter bei der Arbeitsagentur Mainz.

Absolventen kaufmännischer beziehungsweise industriell-technischer Ausbildungen können sich in einem ersten Schritt zum (technischen) Fachwirt weiterbilden und anschließend zum (technischen) Betriebswirt aufsteigen. Die Aufstiegsfortbildungen stehen laut Deutschem Qualifikationsrahmen auf gleicher Ebene wie Bachelorabschlüsse der Hochschulen, Betriebswirte sogar auf einer Stufe mit dem Master.

Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)

Mithilfe des DQR werden Qualifikationen im deutschen Bildungssystem eingeordnet, um die Transparenz, Mobilität und Vergleichbarkeit zu erhöhen. Als Grundlage für die Bewertung dienen Lernergebnisse beziehungsweise erworbene Kompetenzen. Insgesamt gibt es acht Stufen.

Hinweis: Die auf einer Stufe eingeordneten Kompetenzen gelten als gleichwertig, jedoch nicht als gleichartig.

Viele Weiterbildungen setzen eine betriebliche Ausbildung sowie einschlägige Berufserfahrung zwischen einem und fünf Jahren voraus – die nötigen Qualifikationen können also variieren. Wer eine Weiterbildung aufnehmen möchte, sollte sich deshalb gut über die jeweiligen Bedingungen informieren. Beratungstermine bekommen Interessierte bei ihren jeweiligen Industrie- und Handels- beziehungsweise Handwerkskammern. Nach Weiterbildungsangeboten suchen, kannst du übrigens auch mit BEN, dem Berufsentwicklungsnavigator der Bundesagentur für Arbeit oder mithilfe der Mappenreihe „durchstarten“, die du in deinem örtlichen BiZ findest.

Vorbereitungslehrgänge

Grundsätzlich kann man Weiterbildungen entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend, also in Teilzeit, absolvieren. „Vollzeit-Weiterbildungen dauern in der Regel ein bis drei Jahre, berufsbegleitende entsprechend länger“, sagt Christian Reitz. In allen Aufstiegsfortbildungen ist es möglich, Vorbereitungslehrgänge mit jeweils mehr als 400 Unterrichtsstunden zu besuchen. „In den Lehrgängen wird man auf die Prüfung vorbereitet“, sagt Dr. Knut Diekmann, Referent beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Die Lehrgänge sind nicht überall verpflichtend. „Wer sich bislang eher schwer damit getan hat, diszipliniert und strukturiert allein zu lernen, dem wird so ein Kurs viel bringen“, weiß der Experte.

Angeboten werden die Weiterbildungen meist von Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie Fachschulen und privaten Bildungsträgern. Wie oft Lehrgänge zustande kommen und wann sie beginnen, „hängt vom Bedarf an Fortbildungsprüfungen ab“, sagt Knut Diekmann – und natürlich von der Nachfrage.

Die meisten Weiterbildungen kosten einen vierstelligen Betrag, der allerdings stark schwanken kann. Er hängt zum Beispiel davon ab, wie viele Kurse und Seminare man bis zum Abschluss besuchen muss. Je nach Weiterbildung muss man auch für die Abschlussprüfung bezahlen; hinzu kommen Materialkosten, etwa für Lernmittel oder das Meisterstück, und gerade bei Vollzeit-Weiterbildungen, fallen Unterhaltskosten zusätzlich ins Gewicht. Unterstützung bietet das sogenannte Meister-BAföG; teilweise stellen die Betriebe ihre Mitarbeiter für die Zeit auch frei, zahlen den Lohn aber weiter.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3 000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen und Weiterbildungen suchen.
http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/

Berufsentwicklungsnavigator der Bundesagentur für Arbeit (BEN)

http://ben.arbeitsagentur.de

Industrie- und Handeslkammer

www.ihk.de/weiterbildung

Deutscher Industrie- und Handelskammertag

www.dihk.de/themenfelder/aus-und-weiterbildung

Weiterbildung zum Techniker Infoseite

www.techniker.com

Meister-Bafög

www.meister-bafoeg.info

Bildungsprämie

www.bildungspraemie.info

abi>> 25.09.2015