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Unternehmen unter die Lupe nehmen

Wirtschaftsprüfer im Gespräch mit Mandanten
Ausdauer gefragt: Die Prüfung zum Wirtschaftsprüfer erfordert ein abgeschlossenes Hochschulstudium und einige Jahre Berufspraxis.
Foto: Axel Jusseit

Wirtschaftsprüfer werden

Unternehmen unter die Lupe nehmen

Wer sich für den Beruf des Wirtschaftsprüfers entscheidet, hat einen anspruchsvollen Weg vor sich. Gefragt sind die Experten nicht nur in Wirtschaftsprüfungs- oder Steuerberatungsgesellschaften. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es auch in der Wirtschaft.

Zu den Hauptaufgaben des Wirtschaftsprüfers gehört die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen. Daneben beraten sie Unternehmen bei der Betriebsführung, Organisation und Unternehmensnachfolge. Auch als Gutachter werden sie herangezogen, wenn es beispielsweise darum geht, Unternehmen zu bewerten. Egal welche Aufgabe Wirtschaftsprüfer übernehmen, sie arbeiten immer eng mit den obersten Führungsetagen zusammen. „Wer sich dafür entscheidet, muss vor allem unternehmerisches Verständnis mitbringen, analytisch denken können und kommunikativ sein“, sagt Brigitte Rothkegel-Hoffmeister, Leiterin Aus- und Fortbildung des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW).

Rund 14.400 Wirtschaftsprüfer sind in Deutschland tätig. Voraussetzung für die Anmeldung zur Prüfung bei der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) sind in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium und einige Jahre Berufspraxis. Wie lange man – zum Beispiel als Prüfungsassistent in einer Wirtschaftsprüfungskanzlei – gearbeitet haben muss, bestimmt die Regelstudienzeit. Wer weniger als acht Semester studiert hat, muss mindestens vier Jahre lang gearbeitet haben. Bei einer Regelstudienzeit von acht oder mehr Semestern verkürzt sich die Mindestdauer auf drei Jahre.

BWL, Wirtschaftsmathematik, Jura oder Informatik als Grundlage

Ein Porträt-Foto von Brigitte Rothkegel-Hoffmeister

Brigitte Rothkegel-Hoffmeister

Foto: IDW

Eine bestimmte Studienrichtung ist nicht vorgeschrieben. „Der klassische Einstieg erfolgt meist über ein BWL-Studium, weil der Beruf ein umfassendes betriebswirtschaftliches Wissen erfordert“, erklärt Brigitte Rothkegel-Hoffmeister. Immerhin 80 Prozent der Bewerber haben laut WPK Betriebswirtschaftslehre studiert, einige haben bereits im Studium den Schwerpunkt Wirtschaftsprüfung gelegt. Daneben sind Wirtschafts- oder Versicherungsmathematiker genauso gefragt wie Juristen. „Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung besteht zudem großes Interesse an Absolventen mit dem Schwerpunkt Informatik/Wirtschaftsinformatik“, weiß die Expertin.

Das Wirtschaftsprüfungsexamen besteht aus insgesamt sieben Klausuren: zwei zu wirtschaftlichem Prüfwesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht, zwei zu angewandter Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre, zwei zum Steuerrecht sowie einer zum Wirtschaftsrecht. Zudem findet eine mündliche Prüfung statt, bei der unter anderem ein Vortrag gehalten werden muss. Die Vorbereitung auf das Examen – die berufsbegleitend etwa ein Jahr dauert – unterstützen Repetitorien durch ein vielfältiges Lehrgangsangebot. Die Kosten hierfür können bei bis zu 4.000 Euro liegen, je nach Umfang und Intensität. Hinzu kommen Kosten für die Prüfungsanmeldung. Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter finanziell und stellen sie für die Prüfungsvorbereitung frei. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung leisten die Wirtschaftsprüfer vor der Wirtschaftsprüferkammer einen Berufseid und werden durch Aushändigung einer Urkunde bestellt.

Gute Vorbereitung schon im Studium

Viele Bewerber machen vorab die Prüfung zum Steuerberater, was den Vorteil hat, dass die beiden Klausuren zum Steuerrecht bei der Wirtschaftsprüferprüfung entfallen. Detailliertes Grundlagenwissen können sich Interessierte außerdem in speziellen Studiengängen aneignen, die Schwerpunkte im Bereich Wirtschaftsprüfung anbieten, und die Vorbereitung aufs Examen erleichtern. Bachelor- und Masterstudiengänge bieten beispielsweise die Technische Hochschule Köln, die Hochschule Krefeld, die Berufsakademie Sachsen in Leipzig, die Hochschule Ludwigshafen, die Hochschule Pforzheim und die Universität Wuppertal an.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Wirtschaftsprüfer/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.

www.idw.de

Die Wirtschaftsprüfer in Deutschland

Informationsportal des IDW
www.wirtschaftsprüfer.de

Wirtschaftsprüferkammer

www.wpk.de

Verband für die mittelständische Wirtschaftsprüfung

www.wp-net.com

Berufsziel Steuerberater/Wirtschaftsprüfer

Detlef Jürgen Brauner, Andrea Lauterbach (Hrsg.)
Verlag Wissenschaft & Praxis
304 Seiten, 20 Euro
www.verlagwp.de/pages/verlag_index.htm

abi>> 30.09.2016