Lebenslang lernen
Der Weg in die eigene Praxis ist weit: Wer in die Tiermedizin möchte, braucht gute Noten und einen langen Atem. Erfolgreiche Tierärzte bilden sich zudem kontinuierlich weiter.
Wer Tierarzt beziehungsweise Tierärztin werden möchte, muss zuerst ein Studium der Tiermedizin an einer Universität oder vergleichbaren Hochschule absolvieren. Die Zugangsvoraussetzungen sind hart: Neben einem Numerus Clausus gibt es oft zusätzliche Auswahlverfahren der Universitäten. Gute bis sehr gute Abiturnoten, vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern, sind die Grundvoraussetzung. Studierwillige, die in Deutschland keinen Platz erhalten, können auch auf ein Studium im Ausland ausweichen, beispielsweise in Ungarn, müssen dann jedoch mit hohen Studiengebühren rechnen.
Im Studium erwirbt man sich unter anderem Kenntnisse in Tierhaltung, -hygiene, und -schutz, innere Medizin und Chirurgie, Pharmakologie, Radiologie oder Pathologie. Teil des Studiums sind zudem Praktika, in der Medizin Famulaturen genannt, die man überall dort absolviert, wo Tierärzte tätig sind: beispielsweise in der Landwirtschaft, im öffentlichen Veterinärwesen, bei Tierarztpraxen, Kliniken, Tiergesundheitsämtern, bei Forschungseinrichtungen oder Prüfungsabteilungen der Lebens- und Futtermittelindustrie. Nach der Abschlussprüfung bewirbt man sich um die Approbation, also die offizielle Zulassung. Erst jetzt kann man als Tierarzt in einem der vielen Bereiche arbeiten.
Know-how für die eigene Praxis
Viele Tierärzte bilden sich zum Fachtierarzt weiter, um ihre Berufschancen zu erhöhen. Mögliche Gebiete sind zum Beispiel Anatomie, Klein- und Heimtiere, Rinder, Geflügel, Pharmakologie und Toxikologie, Versuchstierkunde oder Zoo- und Wildtiere. Um für die Fachtierarztprüfung zugelassen zu werden, muss man mehrere Jahre einschlägige Berufserfahrung und eine bestimmte Anzahl relevanter Lehrgänge nachweisen. In Qualifizierungsseminaren können sich Tierärzte zudem zu Experten für spezielle Themen wie Qualitätssicherung oder Hygiene im Gesundheitsbereich weiterbilden oder sich auf die Führung einer eigenen Praxis vorbereiten.
Studienorte und Zulassung
An folgenden Hochschulen kannst du in Deutschland Tiermedizin studieren:
- Justus-Liebig-Universität Gießen: Tiermedizin (Staatsexamen) http://www.vetmed.uni-giessen.de
- Ludwig-Maximilians-Universität München: Tiermedizin (Staatsexamen)http://www.vetmed.uni-muenchen.de/index.html
- Tierärztliche Hochschule Hannover: Tiermedizin (Staatsexamen) sowie Animal Biology and Biomedical Sciences (Master of Science) http://www.tiho-hannover.de
- Universität Leipzig: Veterinärmedizin (Staatsexamen) http://www.vmf.uni-leipzig.de
- Freie Universität Berlin: Veterinärmedizin (Staatsexamen) http://www.vetmed.fu-berlin.de
Die Zulassung zum Studium der Tiermedizin wird von den Hochschulen unterschiedlich gehandhabt: Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität beispielsweise vergibt sämtliche Plätze über die Abidurchschnittsnote, so dass die Zulassung ausschließlich über die ZVS (Zentrale Vergabe von Studienplätze) geregelt wird. Andere Unis nutzen die Möglichkeit, einen bestimmten Prozentsatz der Plätze über ein eigenes Auswahlverfahren der Hochschule zu vergeben, so dass Abiturienten sich in Berlin zum Beispiel auch noch mit einem Abischnitt von 2,5 auf einen Studienplatz bewerben können.
Weitere Infos gibt es auf den Internetseiten der Hochschulen, unter http://www.zvs.de sowie in unserem abi-Artikel zum Thema Hochschulzugang.

