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Rubrik Lehrer und Eltern


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Second Life an der Hochschule

Weiterbilden mit dem Avatar

"Lernen in virtuellen Welten": So lautet der Titel des Seminars, das Doktorandin Tanja Adamus (29) dieses Wintersemester am Lehrstuhl für Mediendidaktik an der Universität Duisburg-Essen anbietet. Mit ihren Studierenden möchte sie erörtern, welche Möglichkeiten der Weiterbildung Second Life bietet. Dazu begibt sie sich auch selbst auf virtuelle Bildungsreisen.

Tanja Adamus sitzt an einem Computer und schaut lächelnd in die Kamera.

Tanja Adamus bewegt sich mit ihren Avatar Lillyth Janus in der virtuellen Welt.

Foto: Privat

Sich per Mausklick zum Berliner Alexanderplatz zu teleportieren - das geht nur in Second Life. Neben dem virtuellen Berlin hat Tanja Adamus auch schon das Alte Rom, das Harlem der 20er Jahre oder die Insel einer Genetik-Forscherin besucht. Immer in Gestalt ihrer Avatarin Lillyth Janus. „Bei einer Van Gogh Ausstellung konnte ich sogar in die Gemälde hinein gehen und aus einer ganz neuen Perspektive betrachten."

Eintauchen in die 3D-Welt

Ein ganz normaler Tag im zweiten Leben der Tanja Adamus, alias Lillyth Janus, beginnt nach einem erfolgreichen Log-in immer in der Repräsentanz der Uni Duisburg-Essen. Dort im virtuellen Seminarraum bereitet sie sich auf ihren Unterricht vor. Interessiert verfolgt die 29-Jährige auch Expertenvorträge an anderen Universitäten, wie etwa im Weiterbildungsforum der Universität Bielefeld. Sie ist sich sicher: Second Life bietet völlig neue Lernpotenziale. Im Gegensatz zu konventionellen E-Learning-Tools ist das Lernen in Second Life noch intensiver. „Ich staune immer wieder, dass ich, obwohl ich körperlich nicht anwesend bin, so tief in diese virtuelle 3D-Welt eintauche." Obwohl sie beruflich und privat viel Zeit im virtuellen Paralleluniversum verbringt, besteht keine Gefahr, sich in dieser Welt zu verlieren. Sie genießt das „richtige" Leben: „Mein ‚Feierabend-Bier' trink ich noch immer am liebsten im wahren Leben." Die Welten klar zu trennen, das rät sie allen Usern.

Der Avatar von Tanja Adamus, Lillyth Janus.

Das zweite Ego von Tanja Adamus: Lillyth Janus.

Foto: Privat

Ein großes Problem war für Tanja Adamus anfangs die komplizierte technische Handhabung der SL-Software. Mal benutzt man eine Menüleiste, mal Buttons am unteren Bildschirmrand, mal die rechte Maustaste. „Ich bin ja wirklich PC versiert, aber selbst ich brauchte eine gewisse Zeit, bis ich die Steuerung verstanden hatte." Einführungs-Kurse für neue User sind ihrer Meinung nach unerlässlich. Diese werden in jeder Universität oder Bildungseinrichtung mit SL-Präsenz angeboten.

Historisches Nachstellen

„Mir gefällt an Second Life, dass sich historische Ereignisse nachstellen lassen, wir ortsunabhängig sind, und Studierende selbst Dinge erschaffen und damit experimentieren können." Allerdings sollte ihrer Meinung nach auch bedacht werden, ob wirklich ein Mehrwert fürs Lernen entsteht oder doch nur eine technische Spielerei ausprobiert wird.

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