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Fakt oder Fiktion?

Screenshot der Leseraktion mit verschiedenen Texten und Bildern.
Durch Erfindungen aus Bionik, Nanotechnik und Robotik sind erstaunliche, ja geradezu unglaubliche Produkte entstanden. abi» hat einige gesammelt, aber auch Fakten dazu gedichtet, die tatsächlich nicht zu glauben sind. Findest du heraus, was wahr und was falsch ist?
Foto: Meramo Studios

Leseraktion

Fakt oder Fiktion?

Im abi» Magazin 5/2016 sollte Fakt von Fiktion getrennt werden: Welche Erfindungen aus den Bereichen Bionik, Nanotechnik und Robotik gibt es tatsächlich, welche sind erfunden? Hier findet ihr die Lösungen.

Gecko-Tape
Fakt oder Fiktion: Die Wände hochgehen ist nicht mehr nur sprichwörtlich möglich. Forscher haben ein Klebeband entwickelt, dass mit nanoskopisch kleinen Haaren bedeckt ist. Dieses Prinzip haben sie von den Füßen der Geckos abgeschaut. Die Reptilien können dank ihrer behaarten Sohlen mühelos auch an glatten Oberflächen emporklettern. Mit dem Gecko-Tape kann das nun auch der Mensch.

Lösung: Das Gecko-Tape gibt es wirklich! Bioniker der Universität Kiel haben den Haftmechanismus bei Geckos und Käfern untersucht und nachempfunden. Das Gecko-Tape haftet an glatten wie unebenen Oberflächen, sogar an Menschenhaut, und lässt sich restlos lösen. So ließe sich das Tape in der Medizin anwenden, aber auch in der Industrie oder im Haushalt.

Sonnencreme Sunano
Fakt oder Fiktion: Was gibt es Schöneres als Sommer, Sonne, Sonnenschein? Sonnenbrand dagegen ist keine Freude, ebenso wenig wie ständiges Eincremen. Wie gut, dass es nun eine Sonnenmilch gibt, die wie eine Impfung für mehrere Monate schützt. In Sunano (Sun und Nano) sind Nanopartikel aus Zinkoxid enthalten, die sich in die Haut einlagern und die gefährliche UV-Strahlung abhalten. Diese Partikel sind in der Lage mit der Haut mitzuwachsen und sorgen so für monatelangen Schutz.

Lösung: Nur noch alle paar Monate mit Sonnenmilch eincremen? Schön wär’s. Tatsächlich sind Nanopartikel aus Mineralien wie Zink- oder auch Titanoxid in vielen Cremes enthalten. Sie spiegeln das Sonnenlicht, sodass die UV-Strahlung gar nicht erst in die Haut eindringen und Schaden anrichten kann. Doch der Schutz ist nur von kurzer Dauer. Dass die Nanopartikel mit der Haut mitwachsen, ist Quatsch.

Terminator-Polymer
Fakt oder Fiktion: Hart zu kämpfen hat der Terminator im zweiten Teil der Filmreihe mit einem T-1000-Cyborg. Denn der besteht nicht nur aus flüssigem Metall und kann alles um sich herum kopieren, sondern heilt innerhalb von Sekunden. Letzteres ist nicht mehr nur Fantasie: Das Terminator-Polymer ist ein Kunststoff, der zerschnitten werden kann und, sobald die zwei Teile aufeinander gesetzt werden, ohne Einfluss von außen wieder zusammenwächst.

Lösung: Selbstheilender Kunststoff ist nicht nur praktisch, sondern auch real! Neben dem Terminator-Polymer, das in Spanien entwickelt wurde, gibt es auch Kunststoffe, die beispielsweise aus hohlen Fasern hergestellt werden. Diese wiederum sind mit Epoxidharz gefüllt, das bei einem Schaden hervorquillt, aushärtet und so das Loch repariert. Diese Technik kommt zum Beispiel bei Karosserien für Flugzeuge, Autos und Co. zum Einsatz.

Bionische Klingen
Fakt oder Fiktion: Klingen werden vom stetigen Gebrauch stumpf. Nicht so die Zähne von Ratten sowie – dank ihres Vorbilds – bionische Messer. Nagezahn und auch bionische Klinge bestehen aus zwei verschieden harten Materialien. Das weichere Material schleift nach und nach ab, das härtere bildet auch auf Dauer eine scharfe Kante. Das nützt dem Nager beim Fressen oder auch Recycling-Maschinen beim Häckseln, wobei die selbstschärfenden Messer weit weniger Wartung bedürfen als herkömmliche Schneiden.

Lösung: Rattenscharf – und goldrichtig! Die Ratte kann dank der Bauweise ihrer Zähne selbst harte Materialien wie Holz, Metall oder Beton zernagen und trotzdem bleiben die Zähne ein Leben lang scharf. Durch den Einsatz von bionischen Klingen – erforscht zum Beispiel am Fraunhofer-Institut in Oberhausen – sparen Betreiber von Schneidemühlen und Recycling- oder Kunststofffabriken bares Geld. Die Maschinen müssen seltener zur Wartung angehalten und die Klingen seltener ausgetauscht werden. Außerdem kann dank besserer Schneideergebnisse Energie eingespart werden. 

abi>> 08.11.2016