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Pharmatechnik statt Stethoskop

Verschiedene chemische Stoffe stehen in Flaschen nebeneinander
Zu einem Medizinstudium gibt es diverse Alternativen - Biochemie ist nur eine davon.
Foto: Martin Rehm

Alternativen finden

Pharmatechnik statt Stethoskop

Raphael Müller (19) wollte zunächst Medizin studieren, bekam aber keinen Studienplatz. Er suchte nach Alternativen und merkte dabei, dass es sogar Fächer gab, die ihn noch mehr interessierten. Zum Wintersemester 2015 beginnt er in Braunschweig sein Studium der Biochemie und Pharmatechnik.

An insgesamt sechs Hochschulen hatte sich der 19-jährige Raphael Müller für sein einstiges Wunschstudium beworben, unter anderem an der Universität Erlangen und der Humboldt-Universität zu Berlin. „Doch mein Notenschnitt war nicht gut genug“, räumt er ein. Eigentlich wollte er spätestens zum Sommersemester 2015 mit dem Studium beginnen und die Monate nach dem Abi nutzen, sich auf das Medizinstudium vorzubereiten. „Doch kurz vor Beginn des Sommersemesters kamen die Absagen aller sechs Unis. Da wurde mir klar, dass es mit Medizin wohl nicht auf Anhieb klappen wird“, erzählt er.

Forschen und Neues gestalten

Ein Porträt-Foto von Raphael Müller

Raphael Müller

Foto: Privat

Warum er ursprünglich Medizin studieren wollte? „Das habe ich mir immer gewünscht, schon seit ich klein war“, erzählt Raphael Müller, der in Zirndorf bei Nürnberg wohnt. Anstatt sich Gedanken zu machen, wie er nun doch noch einen Medizinstudienplatz ergattern könnte, absolvierte er Schulungen wie beispielsweise zum Erste-Hilfe-Trainer. Außerdem informierte er sich im Internet, welche Studiengänge für ihn noch in Frage kämen. Während dieser Phase liebäugelte er auch wegen seiner Erfahrung als Trainer kurz damit, Lehramt zu studieren, verwarf das aber wieder und hatte letztendlich zwei verschiedene medizinnahe Studiengänge in der engeren Auswahl: Medizintechnik in Erlangen in der Nähe der Heimat oder Biochemie und Pharmaingenieurwesen in Braunschweig. Eingeschrieben in Braunschweig hat er sich dann im Juli. Kurz danach lud ihn die Universität Erlangen zum Bewerbungsgespräch für Medizintechnik ein. Dies nahm er aber nicht mehr wahr, da er sich bereits entschieden hatte. „Man studiert dort im Bachelor erst einmal beide Fächer und kann sich später im Master spezialisieren. Das finde ich gut. Biochemie führt eher in die Richtung Lebensmittelchemie, mit Pharmaingenieurwesen kann man zum Beispiel Apparaturen herstellen, mit denen Arzneimittel produziert werden. Mich interessiert an diesem Studium besonders, dass man gleichzeitig forschen und Neues gestalten kann.“ Das Thema Medizinstudium ist für Raphael Müller damit vom Tisch: Fürs kommende Wintersemester hat er sich gar nicht mehr beworben.

abi>> 02.10.2015