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Über den Tellerrand schauen

Eine Reispass liegt auf einer Landkarte.
Ein fremdes Land, eine andere Kultur: Auslandsaufenthalte helfen jungen Menschen neben der fachlichen Kompetenz vor allem bei ihrer sozialen Entwicklung.
Foto: Martin Rehm

Ausland

Über den Tellerrand schauen

Sowohl im Studium als auch in der Ausbildung kann ein Auslandsaufenthalt eine bereichernde Erfahrung sein. Die Studentin Hannah Riemann war für zehn Monate in den USA, Timo Besemer drei Wochen im Rahmen seiner Ausbildung in Rumänien. Für abi» berichten beide von ihren Erlebnissen.

Porträtbild von Hannah Riemann

Hannah Riemann

Foto: privat

Name: Hannah Riemann

Alter: 24 Jahre

Studium: Master Politikwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Auslandsaufenthalt in: North Carolina, USA

Dauer: 10 Monate

Wie kam es zum Auslandsaufenthalt?

Ich reise sehr gerne: Nach dem Abi war ich ein Jahr als Au-pair in Kanada und im Bachelorstudium für ein Semester in Finnland. Da mir beide Aufenthalte so gut gefallen hatten, habe ich mich im Masterstudium für das Austauschprogramm an der Duke University in Durham, North Carolina beworben.

Warum hast du dich für die USA entschieden?

Im Bachelor habe ich Anglistik und Amerikanistik studiert, daher reizte mich ein Aufenthalt in den USA. Außerdem hat die Duke University einen sehr guten Ruf.

Wie hast du die Reise organisiert?

Da gab es viel zu erledigen: Ich musste mein Visum beantragen, mich um eine Auslands- und Krankenversicherung kümmern, den Flug buchen und von Deutschland aus eine Wohnung finden – Unterstützung bekam ich zum Glück von Studierenden, die im Jahr zuvor am Austauschprogramm teilgenommen hatten. Da der Austausch im Programm „Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften“ (ISAP) des DAAD finanziell gefördert wird, musste ich mir um die Kosten keine Sorgen machen.

Wie hast du dich in den USA eingelebt?

Da die Amerikaner sehr offen und herzlich sind, war es nicht schwer Anschluss zu finden. Die Uni hat auch viele Veranstaltungen angeboten, bei denen man Kontakte knüpfen konnte – da war immer etwas los. Außerdem habe ich viel mit meinen WG-Mitbewohnern unternommen.

Welche Erfahrungen sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Da gibt es viele: An der Uni ist mir zum Beispiel aufgefallen, wie engagiert die Studierenden und die Dozenten sind. Die Professoren nehmen sich für jeden viel Zeit. Während meines Aufenthalts hatte ich außerdem die Gelegenheit viel zu reisen und mir so ein Bild von der Vielfältigkeit des Landes zu machen. Besonders beeindruckt war ich von den Nationalparks der USA. Und traumhaft schön war meine Hawaii-Reise. Ich hätte aber auch nie gedacht, dass mir der Süden der USA so gut gefallen könnte.

Porträtbild von Timo Besemer

Timo Besemer

Foto: Tim Redlich

Name: Timo Besemer

Alter: 21 Jahre

Ausbildung: Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Daimler

Auslandsaufenthalt in: Sebes, Rumänien

Dauer: 3 Wochen

Wie kam es zum Auslandsaufenthalt?

Im Rahmen des Daimler-Ausbildungsprogramms „Training goes Global“ hatte ich die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Im zweiten Ausbildungsjahr lernte ich mit einem weiteren Azubi das Daimler-Tochterunternehmen „SC Star Transmission SRL“ im rumänischen Sebes kennen.

Warum hast du dich für Rumänien entschieden?

Zur Auswahl standen Einsätze in Tschechien, Slowenien oder Rumänien. Ich hatte keine Präferenz, war offen für Neues und habe mich einfach auf den kulturellen Austausch gefreut.

Wie hast du die Reise organisiert?

Angenehm war, dass sich Daimler um die gesamte Organisation des Auslandsaufenthaltes gekümmert hat: Der Flug wurde vom Unternehmen gebucht und bezahlt; ebenso die Unterkunft in Sebes.

Was hast du während deines Aufenthalts gelernt?

In Sebes werden spezielle Getriebe für Mercedes-Benz montiert. Unsere Kollegen vor Ort haben uns zuerst alle Bereiche des Werks gezeigt, bevor wir immer mehr in die Arbeit einbezogen wurden. Wir haben uns beispielsweise mit der Funktionsweise von Schaltschränken beschäftigt. Außerdem konnten wir miterleben, wie ein Teil der Produktionslinie neu aufgebaut wurde. Auch dort waren wir gefragt: Wie würdet ihr das machen und in welcher Reihenfolge welche Maschinen aufbauen? Es war toll, dass die Kollegen sich stets Zeit für unsere Fragen genommen haben.

Welche Erfahrungen sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

In vielen kleinen Alltagssituationen habe ich erlebt, wie die kulturelle Prägung das Verhalten beeinflusst: Als ich etwa einmal allein im Pausenraum saß, setzte sich ein Kollege direkt neben mich – das würde man in Deutschland wahrscheinlich so nicht tun. Hier ist das ganz normal, schließlich sollte ich mich nicht allein fühlen. Das hat mir gezeigt, wie offen und unkompliziert viele Rumänen sind.

abi>> 27.09.2018

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