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Mensa, Miete, Mobiltelefon

Zwei Studierende bei Essen.
Pasta, Mensa und Co: Mit durchschnittlich 165 Euro Kosten für Essen müssen Studierende jeden Monat rechnen.
Foto: Konzeptquartier

Kosten und Finanzierung

Mensa, Miete, Mobiltelefon

Eine gute Bildung kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Für Wohnen, Essen und Kleidung fallen jeden Monat Kosten an. Doch kein Grund zur Sorge: Studium und Ausbildung werden vielseitig gefördert.

Wohnen, Essen, Fahrtkosten, Kleidung und auch noch das Smartphone: Im Sommersemester 2012 mussten Studierende durchschnittlich 794 Euro für ihre monatlichen Ausgaben aufbringen. Eine Zahl, die aus der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) stammt. Welche Ausgaben bei der Finanzierung eines Studiums einzukalkulieren sind, erklärt Achim Meyer auf der Heyde, DSW-Generalsekretär: „Grundsätzlich einmal die allgemeinen Lebenshaltungskosten, also Essen, Wohnen, Kleidung, Verkehrsmittel und dergleichen. Aber auch Freizeitaktivitäten kosten Geld. Hinzu kommen Ausgaben für das Studium selbst, wie zum Beispiel Lern- und Unterrichtsmaterialien oder auch für Repetitorien, Nachhilfe oder Exkursionen. Das hängt vom jeweiligen Studiengang ab.“

München teuerste Stadt

Ein Porträt-Foto von Achim Weyer

Achim Meyer auf der Heyde

Foto: Kay Herschelmann

Nicht nur der Studiengang, auch der Studienort entscheidet, wie viel Geld monatlich aufgebracht werden muss. In den Ballungsräumen sind die Lebenshaltungskosten meist deutlich höher als andernorts. So muss etwa in Frankfurt am Main mit 883 Euro pro Monat an Ausgaben kalkuliert werden. In Berlin sind es 833 Euro. Spitzenreiter ist München mit durchschnittlich 902 Euro, während zum Beispiel in Dresden nur 680 Euro anfallen. „Salopp gesagt ist ein West-Ost-Gefälle zu erkennen; in den neuen Bundesländern lebt es sich für Studierende günstiger“, sagt Achim Meyer auf der Heyde. In diesem Zusammenhang gut zu wissen: Wenn man BAföG bekommt, ist der Mietkostenzuschuss bundesweit einheitlich, egal wie hoch die Miete tatsächlich ist.

Studiengebühren fallen dagegen keine mehr an: In keinem Bundesland werden sie derzeit erhoben. Allerdings sind nicht alle Angebote kostenfrei: Abgesehen von kostenpflichtigen Studiengängen an privaten Hochschulen kann auch ein Zweitstudium Geld kosten. In Rheinland-Pfalz zum Beispiel ist ein zweites Studium nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor und konsekutivem Master nur gegen Gebühr zu haben.

Förderung für Ausbildungen

Auch schulische Ausbildungen können mit mehr oder weniger hohen Gebühren verbunden sein. Allerdings kann das in der Regel fehlende Einkommen durch eine BAföG-Förderung kompensiert werden, die in der Regel nicht zurückgezahlt werden muss. Für eine duale Ausbildung hingegen wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die je nach gewähltem Ausbildungsberuf, Branche, Region und Ausbildungsjahr variiert. Dem BIBB zufolge verdienten Auszubildende in Deutschland im Jahr 2014 durchschnittlich 795 Euro pro Monat. Auszubildende können unter bestimmten Voraussetzungen eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten, wenn sie außerhalb des Haushalts der Eltern wohnen. Die Hilfe ist ein Zuschuss und wird monatlich ausgezahlt. Auf die Beihilfe wird das Einkommen des Auszubildenden grundsätzlich voll angerechnet – das Einkommen der Person, mit der jemand verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft verbunden ist, und das der Eltern hingegen nur, soweit es bestimmte Freibeträge übersteigt.

Die Berufsausbildungsbeihilfe muss bei der örtlichen Agentur für Arbeit beantragt werden. Bei der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit erhält man weitere Auskünfte.

Stipendien nutzen

Zurück zum Studium: Die wichtigsten Geldquellen, um ein Studium zu finanzieren, sind die Eltern, ein Nebenjob und BAföG. Im Sommersemester 2012 griffen rund 87 Prozent der Studierenden auf Zuwendungen ihrer Eltern zurück, 63 Prozent auf einen eigenen Verdienst aus einem Nebenjob und 32 Prozent auf BAföG.

BAföG ist je zur Hälfte staatlicher Zuschuss und zinsloses Darlehen. Die Förderdauer deckt die jeweilige Regelstudienzeit ab. Der Höchstsatz liegt derzeit bei 670 Euro im Monat, zum Wintersemester 2016/17 wird er auf 735 Euro erhöht. Von diesem Zeitpunkt an werden auch die Freibeträge vom Einkommen der Eltern und Ehepartner um sieben Prozent angehoben, sodass künftig mehr Studierende von der Förderung profitieren dürften. Ebenfalls angehoben wird die Hinzuverdienstgrenze für jobbende Studierende. Dadurch wird ein 450-Euro-Minijob möglich, ohne dass die BAföG-Förderung beeinträchtigt wird.

Wer kein BAföG mehr erhält, weil er einen Leistungsnachweis nicht erfüllen konnte oder über die Regelstudienzeit hinaus studiert, kann alternativ Wohngeld und Studienkredite beantragen. Und dann ist da noch das Kindergeld: Das wird bis zum 25. Lebensjahr gezahlt, unabhängig davon, was man neben dem Studium verdient, solange man noch nicht über eine abgeschlossene Ausbildung verfügt, was auch für Auszubildende gilt. Ausführliche Informationen zum Thema Kindergeld hat die Familienkasse im Merkblatt Kindergeld zusammengestellt.

Der aktuellen Sozialerhebung zufolge verdienten Nebenjobber im Schnitt 323 Euro im Monat. Eine Finanzierung des Studiums allein mit Hilfe von Nebenjobs ist aber schwierig. Es bleibt unter Umständen wenig Zeit zum Lernen, was sich schnell rächen kann.

Grundsätzlicher Anspruch auf Finanzierung

Achim Meyer auf der Heyde weist darauf hin, dass Studierende grundsätzlich einen Anspruch auf die Finanzierung ihrer Ausbildung haben, wenn sie selbst dazu nicht in der Lage sind. „Dafür sind in erster Linie die Eltern im Rahmen des Unterhaltsrechts verantwortlich.“

Kredite und Stipendien spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Dabei ist die Palette an Stipendien groß: Dem Bundesverband Deutscher Stiftungen etwa sind rund 2.500 Stiftungen bekannt, die Studierende fördern. „Neben den großen bekannten Begabtenförderwerken gibt es viele kleine Stiftungen mit speziellen Auswahlkriterien zu Geburts- und Wohnort sowie zur Ausbildung der Studierenden“, sagt Verbandssprecherin Karin Kowark.

abi>> 02.10.2015