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Die Fühler ausstrecken

Punk liest Stellenanzeigen in der Zeitung.
Wie man seine Stärken erkennt? Es kann helfen, wenn man sich so früh wie möglich mit sich selbst auseinandersetzt.
Foto: Thomas Riese

Orientieren

Die Fühler ausstrecken

Pilot, Feuerwehrmann oder Tierärztin – Kinder wissen meistens schon genau, was sie später einmal werden möchten. Im Laufe der Schulzeit ändern sich allerdings die Vorstellungen und Wünsche häufig. Eine Entscheidung zu treffen, ist dann gar nicht mehr so einfach.

Je näher das Abitur rückt, desto wichtiger wird es, sich über die Zeit danach Gedanken zu machen. Weshalb fällt das vielen Abiturienten so schwer? „Viele junge Menschen, die zur mir in die Beratung kommen, haben das Gefühl, eine Entscheidung fürs ganze Leben treffen zu müssen“, erklärt Mandy Rusch, Beraterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Leipzig. „Da man aber heute nicht mehr unbedingt ein Leben lang im gleichen Beruf arbeitet, sollte man erst einmal an die nahe Zukunft denken und einen Schritt nach dem anderen gehen“, ergänzt sie.
Laut Mandy Rusch stünden bei vielen Abiturienten nicht mehr nur die eigenen Interessen, Stärken und Wünsche im Vordergrund: „Die Ansprüche bei der Berufswahl sind enorm hoch. Der Traumjob soll Spaß machen, gut bezahlt werden, flexible Arbeitszeiten mit sich bringen und gute Aufstiegsmöglichkeiten bieten“, stellt Mandy Rusch fest. „Wer zu hohe Anforderungen stellt, macht es sich aber unnötig schwer. Besser ist es, sich zunächst auf das Wesentliche zu konzentrieren“, rät sie. Mit ihren Schützlingen geht sie in der Beratung deshalb immer folgende Fragen durch: Was will ich? Was kann ich? Und wie kann ich es realisieren?

Der Wille zählt

Ein Porträt-Foto von Mandy Rusch

Mandy Rusch

Foto: Privat

Um herauszufinden, wo die eigenen Interessen und Stärken liegen, sollten junge Menschen so früh wie möglich ihre Fühler ausstrecken und sich mit sich selbst auseinandersetzen. Erste Anhaltspunkte können Praktika, Schulfächer, Hobbys oder Vereinstätigkeiten liefern. Auch Gespräche mit den Eltern, Lehrern oder Freunden können helfen. „Feedback sollte immer angenommen werden“, meint Mandy Rusch. „Oft kommt man so auf Möglichkeiten, an die man vielleicht noch gar nicht gedacht hat. Die Entscheidung muss aber letztendlich jeder für sich selbst treffen.“
Zudem können Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt Impulse geben, sollten aber nicht wegweisend sein. Einen Studiengang nur deshalb zu wählen, weil die Arbeitsmarktchancen gerade aussichtsreich erscheinen, ist nicht empfehlenswert. Umgekehrt sollten sich junge Menschen nicht von ihrem Wunschberuf abhalten lassen, wenn sie es wirklich wollen. „Generell sollte aber jeder wissen, welchen Herausforderungen er sich stellt und wieviel Einsatz für das Ziel erforderlich ist“, rät Mandy Rusch und legt nahe, sich vorab gut über die jeweiligen Zugangsmöglichkeiten und Berufschancen zu informieren: „Ist die Entscheidung für einen bestimmten Weg gefallen, sollte man auch bereit sein, gegen Widerstände anzugehen und nicht beim kleinsten Hindernis aufgeben. Denn letztendlich ist es der Wille, der zählt.“

abi>> 02.10.2015