Die Lizenz zum Studieren

Vier junge Leute umarmen sich und schauen dabei von oben in die Kamera.
Neue Stadt, neue Leute, neues Abenteuer! Das Studium wird für Ihr Kind eine spannende Zeit sein. Wie Sie gemeinsam das richtige Studienfach, die passende Hochschulart und Infos zur Bewerbung finden, verrät Ihnen abi>>.
Foto: Isabella Fischer

Studium

Die Lizenz zum Studieren

Wer das Abitur in der Tasche hat, hat die Lizenz zum Studieren. abi» zeigt, was Ihr Kind rund um Studiengänge, Hochschulen und Zulassungsbedingungen wissen sollte. Außerdem finden Sie im Folgenden Hinweise und Tipps zu Themen wie Studienorientierung, Studienstart und Studienabbruch.

Rund 2,85 Millionen Studierende zählte das Statistische Bundesamt im Wintersemester 2017/18 hierzulande – so viele wie noch nie. Ihre Zahl ist im Vergleich zum vorangegangenen Wintersemester weiter gewachsen: um knapp 41.000 oder circa 1,5 Prozent. Die Zahl der Studienanfänger blieb mit gut 509.000 in etwa gleich. Die Statistik zeigt, dass sich das Studium großer Beliebtheit erfreut.

Das Abitur eröffnet grundsätzlich den Weg in alle Studiengänge an allen Hochschulen in Deutschland. Das klingt erst einmal gut. Angesichts der inzwischen rund 9.000 grundständigen Studiengänge zahlt sich jedoch eine solide Studienorientierung aus. Denn nicht jeder weiß bereits in der neunten Klasse, dass er später Jura studieren und Rechtsanwalt werden will.
Im ersten Schritt lohnt es sich, einen Blick auf die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu werfen oder auf Schulfächer, die besonders viel Spaß machen und in denen man gute Leistungen erbringt. Wer sich zum Beispiel für die Natur begeistert und das Fach Biologie mag, kann beispielweise im Studienfeld Agrar- und Forstwissenschaften fündig werden. Weitere Anhaltspunkte listet der abi>> Berufswahlfahrplan.

Orientierung: Einstieg über Studienfelder

Die verschiedenen Studienfelder sind ein guter Einstieg in die Studienwahl. Einen umfassenden Überblick bietet das Portal studienwahl.de  der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Dort sind unter Studieren > Studienfelder neun Studienfelder aufgeführt: von Ingenieurwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zur Lehramtsausbildung und zu Studienmöglichkeiten in der Öffentlichen Verwaltung. Bei Klick auf ein Studienfeld erhält man eine Übersicht über die zugehörigen Studiengänge inklusive weiterführender Informationen zu Studieninhalten, Studienangebot und Berufsmöglichkeiten.
Ebenso stellt der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz verschiedene Studienbereiche vor. „Bei der Suche wird man auch auf Studienmöglichkeiten stoßen, an die man bislang gar nicht gedacht hat“, sagt Susanne Schilden, Pressesprecherin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Beide Portale bieten darüber hinaus eine Studiengangsuche an, sodass Abiturienten unmittelbar recherchieren können, welche Hochschulen den favorisierten Studiengang anbieten. Auf der Website des Hochschulkompass können sie außerdem den Studium-Interessentest (SIT) absolvieren.

Wer die Suche nach dem passenden Studiengang vom Wunschberuf her aufrollen möchte, wird auf der Seite berufsfeld-info.de/abi der Bundesagentur für Arbeit fündig. Hier können Interessierte über 27 Berufsfelder in ihren Wunschbereich einsteigen und Erfahrungsberichte von Berufstätigen lesen.

Die Websites der Hochschulen konsultieren

Wichtig zu wissen: Je nach Hochschule gibt es Unterschiede, wie ein Studiengang konkret ausgestaltet ist. Daher sollten Abiturienten unbedingt auf die Websites der Hochschulen gehen und die Studieninhalte anhand der Studienordnungen sowie Modulhandbücher vergleichen. Welche Themen werden behandelt und in welchem Umfang? Welche Schwerpunkte kann man setzen, um ein Profil zu bilden? Sind Praxissemester oder Studienprojekte vorgesehen? Man sollte sich überlegen, was einem wichtig ist, und danach die Favoriten auswählen.

Damit ist auch die Frage verbunden, ob jeder Hochschultyp infrage kommt. Man kann zum Beispiel Architektur an Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschulen studieren – in unterschiedlichen Ausprägungen.
Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach dem Studienort. Lieber in der Stadt oder auf dem Land studieren? Im Norden oder Süden der Republik? Bei der Entscheidung helfen kann das abi>> Hochschulpanorama mit Steckbriefen zu Hochschulstandorten und Hochschulen in ganz Deutschland.

Beratung nutzen und auf Probe studieren

Informationen recherchieren ist das eine, den Studienwunsch über Einblicke in die Praxis absichern das andere. Erste Anlaufstelle können die Zentrale Studienberatung oder die Studienfachberatung an der Wunschhochschule sein, um mit Studienberatern offene Fragen zu erörtern.

Hochschulinformationstage bieten die Möglichkeit, Hochschulluft zu schnuppern und sich mit Fachkundigen und Studierenden auszutauschen. „Den Besuch der angestrebten Hochschule kann man nur empfehlen. Die Studienberatung vor Ort kennt Angebote und Möglichkeiten am besten. Und man kann dort das Gespräch mit schon Studierenden suchen und von deren Erfahrungen profitieren“, rät HRK-Sprecherin Susanne Schilden.

Auch das Studieren auf Probe ist möglich, zum Beispiel in Form eines Schnupperstudiums, in dem Schüler an ausgewählten regulären Lehrveranstaltungen teilnehmen können. Eine Alternative ist der Besuch einer Sommeruniversität. Hierbei machen Schüler mehrere Tage oder sogar Wochen bei Vorlesungen, Übungen und Experimenten mit. Nach dem Abitur bietet sich ein Orientierungsstudium an, bevor das „richtige“ Studium beginnt. Wer sich dafür entscheidet, besucht in der Regel zwei Semester lang fächerübergreifende Veranstaltungen und Orientierungsseminare, die bei der Festlegung auf einen Studiengang helfen sollen. Beispiele sind das Studium generale oder das Studium naturale mit einem Schwerpunkt auf MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Wer sich im Vorfeld gut informiert, beugt auch einem Studienabbruch vor. Die Abbruchquote im Bachelorstudium liegt seit Längerem bei etwa 30 Prozent. Vor allem in den Natur- und Ingenieurwissenschaften werfen viele vorzeitig das Handtuch. Wichtig zu wissen: Ein Abbruch kann auch eine Chance darstellen, denn manchmal führt der Weg zum Erfolg über Umwege.

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Bologna und die Umstellung auf Bachelor und Master

Waren früher Diplom, Magister und Staatsexamen die gängigen Hochschulabschlüsse, so studieren junge Leute heute überwiegend im Bachelor-Master-System. Hintergrund: Um Hochschulabschlüsse europaweit besser vergleichen zu können, wurde im Jahr 1999 in der italienischen Universitätsstadt Bologna eine Hochschulreform angestoßen, die darüber hinaus die Qualität von Studienangeboten und die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen verbessern sollte.

Unter den akademischen Graden, die über eine Hochschulprüfung erworben werden, sind heutzutage hauptsächlich Bachelor- und Masterabschlüsse zu finden. Daneben gibt es weiterhin rund 200 Studiengänge, die mit einem Diplom abschließen, und gut 40 mit Magisterabschluss (Quelle: studienwahl.de; Stand: August 2018). Angehende Human-, Zahn-, Tiermediziner, Pharmazeuten, Volljuristen, Lebensmittelchemiker und Lehrer müssen nach wie vor staatliche Prüfungen bestehen, bevor sie den angestrebten Beruf ausüben dürfen. Die Studiengänge in den Rechtswissenschaften, der Lebensmittelchemie und auf Lehramt sind zum (großen) Teil auf die Bachelor-Master-Struktur umgestellt.

Der Bachelor ist der erste Studienabschluss, der in der Regel nach drei oder dreieinhalb Jahren Studienzeit erworben wird. Mit diesem hat man bereits einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss in der Tasche. Wer anschließend seine Kenntnisse vertiefen möchte oder eine wissenschaftliche Karriere – auch über eine Promotion – anstrebt, sollte beziehungsweise muss ein Masterstudium anhängen, das zwischen einem und zwei Jahren dauern kann.

Ob der Master Pflicht ist oder nicht: Es lohnt sich in jedem Fall, bereits zu Beginn des Bachelorstudiums über ein anschließendes Masterstudium nachzudenken und die Weichen gegebenenfalls entsprechend zu stellen. Zumal der Zugang zum gewünschten Masterstudiengang an Voraussetzungen wie das Bestehen eines Aufnahmetests oder ein gutes Bachelorzeugnis geknüpft sein kann. Es gibt konsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge. Erstere können das im Bachelorstudium erworbene Wissen vertiefen, erweitern oder fachlich andere Inhalte behandeln. Letztere setzen mindestens ein Jahr qualifizierte Berufserfahrung voraus.

Mehr Praxis durch duales Studium

Wem Praxis im Studium besonders wichtig ist, kann sich für ein duales Studium entscheiden. Es verbindet ein Hochschulstudium mit einer Berufsausbildung (ausbildungsintegrierendes Studium) oder berufspraktischen Anteilen (praxisintegrierendes Studium) in Unternehmen oder Einrichtungen. Heißt: Der praktische Studienanteil ist deutlich höher als in anderen Studiengängen. Ein weiterer Unterschied: Dual Studierende erhalten in der Regel eine monatliche Vergütung von ihren Arbeitgebern. Manche übernehmen sogar anfallende Studienkosten in anteiliger oder voller Höhe. Und: Im Falle eines ausbildungsintegrierten Studiums hat man am Ende gleich zwei Abschlüsse vorzuweisen.

Da diese Art des Studiums an Beliebtheit gewonnen hat, gibt es inzwischen immer mehr Angebote in ganz unterschiedlichen Fachrichtungen. Das Infoportal AusbildungPlus zählte 2017 bereits fast 1.600. Auch der Einstieg in den gehobenen nichttechnischen Dienst erfolgt für Studienberechtigte über ein duales Studium, bei dem sich Theorieeinheiten an (Verwaltungs-)Hochschulen mit Praxiseinsätzen in Dienststellen der öffentlichen Verwaltung abwechseln.

Bei allen Vorteilen sollten sich Abiturienten darüber im Klaren sein, dass die Anforderungen und die zeitliche Organisation im dualen Studium eine große Herausforderung darstellen können.

Studienzulassung

Hat man sich für Studiengang, Hochschule und Studienort entschieden, lautet die Frage: zulassungsfrei oder zulassungsbeschränkt? Im ersten Fall reicht es, sich rechtzeitig vor Semesterbeginn mit den nötigen Unterlagen an der Hochschule einzuschreiben. Im zweiten Fall muss man sich um einen Studienplatz bewerben – und zwar dann, wenn weniger Studienplätze zur Verfügung stehen als von Interessierten nachgefragt werden. Diese Studiengänge unterliegen einem Numerus clausus und sind somit zulassungsbeschränkt, entweder bundesweit oder örtlich.

Die Bewerbung und Zulassung für die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge Human-, Zahn-, Tiermedizin und Pharmazie erfolgt zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung. Auf deren Website www.hochschulstart.de sind alle wichtigen Informationen zu finden, auch zum aktuellen Stand des Verfahrens für den Studiengang Humanmedizin. Bei örtlicher Zulassungsbeschränkung führt der Weg über die Hochschule oder/und über die Stiftung für Hochschulzulassung. Letzteres gilt für alle Studiengänge, die am Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) teilnehmen. Welche das sind, kann unter www.hochschulstart.de recherchiert werden.

Es gibt zudem Studiengänge, bei denen Anwärter an einem Eignungstest teilnehmen oder ein Auswahlverfahren bestehen müssen. Üblich ist das zum Beispiel in den Sportwissenschaften, Musik oder Design. Darüber hinaus gibt es Studiengänge, in denen ein Vorpraktikum Voraussetzung für die Zulassung ist. Dies ist etwa in vielen Ingenieurwissenschaften der Fall.

Laut Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) unterliegen zum kommenden Wintersemester 41,1 Prozent der Studiengänge einer Zulassungsbeschränkung, 1,3 Prozentpunkte weniger als im Wintersemester 2017/18. Der Rest ist zulassungsfrei. Susanne Schilden rät: „Es ist wichtig, sich frühzeitig über die jeweiligen Zulassungsbedingungen und Bewerbungsfristen zu informieren. Je nach Standort, Hochschulart und Fach gibt es große Unterschiede.“

Start ins Studium

Ein Studium will auch finanziert werden. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG oder ein Stipendium zu erkundigen beziehungsweise finanzielle Unterstützung zu beantragen.

Wenn der Studienplatz in trockenen Tüchern ist, man sich zudem rechtzeitig um Wohnung, WG-Zimmer oder Platz im Studentenwohnheim gekümmert (gute Anlaufstelle: studentenwerke.de) und bei Wohnortwechsel umgemeldet hat, für den kann das Abenteuer Studium endlich beginnen. Viele Hochschulen heißen die Neuankömmlinge mit Begrüßungsveranstaltungen willkommen und sogenannte Orientierungswochen helfen zum Beispiel mit Führungen über den Campus und wertvollen Tipps rund ums Thema Studium dabei, sich schneller im Unialltag zurechtzufinden.

Mehr Infos

zum Thema Studienum- und -ausstieg

www.abi.de/studium/studienabbruch.htm

zum Thema Abschlüsse und Studiengangstypen

www.abi.de/studium/studiengaenge_und_abschluesse.htm

zum Thema Zulassung

www.abi.de/studium/hochschule/hochschulzugang.htm

zum Thema Bewerbung

www.bewerbung.abi.de

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abi» Hochschulpanorama

Wo studieren?

Die Entscheidung für einen Studiengang ist auch eng verknüpft mit der Entscheidung für einen Studienort. Einen gut strukturierten und umfassenden Überblick über Hochschulstandorte und Hochschulen in ganz Deutschland liefert das abi» Hochschulpanorama.

Manche Studiengänge werden an fast jeder Hochschule angeboten, bei anderen wiederum stehen nur zwei oder drei Orte zur Auswahl. In jedem Fall stellt sich die Frage, ob man sich vorstellen kann, an einer bestimmten Hochschule zu studieren und in der zugehörigen Stadt zu leben.

Das abi>> Hochschulpanorama stellt alle deutschen Hochschulstädte anhand von Porträts vor, was einen schnellen Überblick und eine gute Vergleichbarkeit gewährleistet. Jedes Porträt umfasst dabei Fakten zur Stadtgeschichte, zu Besonderheiten, Kultur und Freizeit, Wohnungsmarkt und Nebenjobs sowie Studienmöglichkeiten. Fotos liefern einen ersten Eindruck der potenziellen neuen Heimat.

Jede staatliche Hochschule im Steckbrief

Für alle staatlichen Hochschulen gibt es einen eigenen Steckbrief mit den wichtigsten Angaben, zum Beispiel zur Anzahl der Studierenden und Lehrenden, zu Fakultäten und zur Internationalität. Über einen Link zum Portal studienwahl.de kann man sich mit einem Klick eine Liste aller dort angebotenen Studiengänge anzeigen lassen. Außerdem führt ein Link zur Homepage der jeweiligen Hochschule.

Der Einstieg ins abi>> Hochschulpanorama ist ganz bequem über die interaktive Deutschlandkarte möglich. Icons markieren die Hochschulstädte und Hochschulorte. Ein Klick genügt, um zu den Städteporträts und den Hochschulsteckbriefen zu gelangen. Das Feld „Ort suchen“ ermöglicht eine Suche nach konkreten Standorten. Darüber hinaus ist eine Auswahl nach Bundesländern möglich.

abi>> Hochschulpanorama

www.hochschulpanorama.abi.de


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Stand: 19.08.2019