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Ein Gruppe aus jungen Studierenden unterhält sich und läuft aus dem Fakultätsgebäude heraus.
Bachelor und Master sind heutzutage die häufigste Form des Abschlusses. Der Bachelor wird nach sechs oder sieben Semestern erlangt, der Master nach zusätzlichen zwei bis vier. Der Master ist keine Pflicht, ermöglicht aber eine Vertiefung ins Fachgebiet.
Foto: Julien Fertl

Bologna und die Umstellung auf Bachelor und Master

Waren früher Diplom, Magister und Staatsexamen die gängigen Hochschulabschlüsse, so studieren junge Leute heute überwiegend im Bachelor-Master-System. Hintergrund: Um Hochschulabschlüsse europaweit besser vergleichen zu können, wurde im Jahr 1999 in der italienischen Universitätsstadt Bologna eine Hochschulreform angestoßen, die darüber hinaus die Qualität von Studienangeboten und die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen verbessern sollte.

Unter den akademischen Graden, die über eine Hochschulprüfung erworben werden, sind heutzutage hauptsächlich Bachelor- und Masterabschlüsse zu finden. Daneben gibt es weiterhin rund 200 Studiengänge, die mit einem Diplom abschließen, und gut 40 mit Magisterabschluss (Quelle: studienwahl.de; Stand: August 2018). Angehende Human-, Zahn-, Tiermediziner, Pharmazeuten, Volljuristen, Lebensmittelchemiker und Lehrer müssen nach wie vor staatliche Prüfungen bestehen, bevor sie den angestrebten Beruf ausüben dürfen. Die Studiengänge in den Rechtswissenschaften, der Lebensmittelchemie und auf Lehramt sind zum (großen) Teil auf die Bachelor-Master-Struktur umgestellt.

Der Bachelor ist der erste Studienabschluss, der in der Regel nach drei oder dreieinhalb Jahren Studienzeit erworben wird. Mit diesem hat man bereits einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss in der Tasche. Wer anschließend seine Kenntnisse vertiefen möchte oder eine wissenschaftliche Karriere – auch über eine Promotion – anstrebt, sollte beziehungsweise muss ein Masterstudium anhängen, das zwischen einem und zwei Jahren dauern kann.

Ob der Master Pflicht ist oder nicht: Es lohnt sich in jedem Fall, bereits zu Beginn des Bachelorstudiums über ein anschließendes Masterstudium nachzudenken und die Weichen gegebenenfalls entsprechend zu stellen. Zumal der Zugang zum gewünschten Masterstudiengang an Voraussetzungen wie das Bestehen eines Aufnahmetests oder ein gutes Bachelorzeugnis geknüpft sein kann. Es gibt konsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge. Erstere können das im Bachelorstudium erworbene Wissen vertiefen, erweitern oder fachlich andere Inhalte behandeln. Letztere setzen mindestens ein Jahr qualifizierte Berufserfahrung voraus.

Mehr Praxis durch duales Studium

Wem Praxis im Studium besonders wichtig ist, kann sich für ein duales Studium entscheiden. Es verbindet ein Hochschulstudium mit einer Berufsausbildung (ausbildungsintegrierendes Studium) oder berufspraktischen Anteilen (praxisintegrierendes Studium) in Unternehmen oder Einrichtungen. Heißt: Der praktische Studienanteil ist deutlich höher als in anderen Studiengängen. Ein weiterer Unterschied: Dual Studierende erhalten in der Regel eine monatliche Vergütung von ihren Arbeitgebern. Manche übernehmen sogar anfallende Studienkosten in anteiliger oder voller Höhe. Und: Im Falle eines ausbildungsintegrierten Studiums hat man am Ende gleich zwei Abschlüsse vorzuweisen.

Da diese Art des Studiums an Beliebtheit gewonnen hat, gibt es inzwischen immer mehr Angebote in ganz unterschiedlichen Fachrichtungen. Das Infoportal AusbildungPlus zählte 2017 bereits fast 1.600. Auch der Einstieg in den gehobenen nichttechnischen Dienst erfolgt für Studienberechtigte über ein duales Studium, bei dem sich Theorieeinheiten an (Verwaltungs-)Hochschulen mit Praxiseinsätzen in Dienststellen der öffentlichen Verwaltung abwechseln.

Bei allen Vorteilen sollten sich Abiturienten darüber im Klaren sein, dass die Anforderungen und die zeitliche Organisation im dualen Studium eine große Herausforderung darstellen können.

Studienzulassung

Hat man sich für Studiengang, Hochschule und Studienort entschieden, lautet die Frage: zulassungsfrei oder zulassungsbeschränkt? Im ersten Fall reicht es, sich rechtzeitig vor Semesterbeginn mit den nötigen Unterlagen an der Hochschule einzuschreiben. Im zweiten Fall muss man sich um einen Studienplatz bewerben – und zwar dann, wenn weniger Studienplätze zur Verfügung stehen als von Interessierten nachgefragt werden. Diese Studiengänge unterliegen einem Numerus clausus und sind somit zulassungsbeschränkt, entweder bundesweit oder örtlich.

Die Bewerbung und Zulassung für die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge Human-, Zahn-, Tiermedizin und Pharmazie erfolgt zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung. Auf deren Website www.hochschulstart.de sind alle wichtigen Informationen zu finden, auch zum aktuellen Stand des Verfahrens für den Studiengang Humanmedizin. Bei örtlicher Zulassungsbeschränkung führt der Weg über die Hochschule oder/und über die Stiftung für Hochschulzulassung. Letzteres gilt für alle Studiengänge, die am Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) teilnehmen. Welche das sind, kann unter www.hochschulstart.de recherchiert werden.

Es gibt zudem Studiengänge, bei denen Anwärter an einem Eignungstest teilnehmen oder ein Auswahlverfahren bestehen müssen. Üblich ist das zum Beispiel in den Sportwissenschaften, Musik oder Design. Darüber hinaus gibt es Studiengänge, in denen ein Vorpraktikum Voraussetzung für die Zulassung ist. Dies ist etwa in vielen Ingenieurwissenschaften der Fall.

Laut Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) unterliegen zum kommenden Wintersemester 41,1 Prozent der Studiengänge einer Zulassungsbeschränkung, 1,3 Prozentpunkte weniger als im Wintersemester 2017/18. Der Rest ist zulassungsfrei. Susanne Schilden rät: „Es ist wichtig, sich frühzeitig über die jeweiligen Zulassungsbedingungen und Bewerbungsfristen zu informieren. Je nach Standort, Hochschulart und Fach gibt es große Unterschiede.“

Start ins Studium

Ein Studium will auch finanziert werden. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG oder ein Stipendium zu erkundigen beziehungsweise finanzielle Unterstützung zu beantragen.

Wenn der Studienplatz in trockenen Tüchern ist, man sich zudem rechtzeitig um Wohnung, WG-Zimmer oder Platz im Studentenwohnheim gekümmert (gute Anlaufstelle: studentenwerke.de) und bei Wohnortwechsel umgemeldet hat, für den kann das Abenteuer Studium endlich beginnen. Viele Hochschulen heißen die Neuankömmlinge mit Begrüßungsveranstaltungen willkommen und sogenannte Orientierungswochen helfen zum Beispiel mit Führungen über den Campus und wertvollen Tipps rund ums Thema Studium dabei, sich schneller im Unialltag zurechtzufinden.

Mehr Infos

zum Thema Studienum- und -ausstieg

www.abi.de/studium/studienabbruch.htm

zum Thema Abschlüsse und Studiengangstypen

www.abi.de/studium/studiengaenge_und_abschluesse.htm

zum Thema Zulassung

www.abi.de/studium/hochschule/hochschulzugang.htm

zum Thema Bewerbung

www.bewerbung.abi.de

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abi>> 27.09.2018

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