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Auf Nummer sicher

Unfall zwischen Fahrrad- und Autofahrer
Eine private Unfallversicherung kann je nach Situation mehr oder weniger sinnvoll sein.
Foto: Meramo Studios

Versicherungen

Auf Nummer sicher

Wer eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, sollte seinen Versicherungsschutz prüfen. Welche Versicherungen der Eltern greifen weiterhin? Welche sind neu abzuschließen? abi» gibt einen Überblick.

Im Studium oder in der Ausbildung weiterhin bei den Eltern wohnen oder doch in ein WG-Zimmer ziehen? Welcher Versicherungsschutz notwendig ist, hängt auch von der eigenen Wohnsituation ab. Wer noch zu Hause bei Mama und Papa wohnt, braucht im Grunde keine eigene Haftpflichtversicherung. „Die private Haftpflichtversicherung der Eltern schließt in der Regel den Nachwuchs während der Ausbildung noch mit ein“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. Auszubildende und Studierende sind mit abgedeckt, wenn die Eltern eine Familienhaftpflicht abgeschlossen haben und es sich um eine Erstausbildung handelt. Manchmal gilt, dass derjenige Erstwohnsitz bei den Eltern haben muss und nicht älter als 25 Jahre alt sein darf.

Eine eigene Haftpflichtversicherung ist aber unbedingt nötig, sobald ein neuer Hausstand gegründet wird. Günstige Versicherungen gibt es schon für unter 50 Euro im Jahr. Wichtig dabei ist, dass keine zu geringe Deckungssumme gewählt wird. Hier lohnt es sich, die einzelnen Versicherungen zu vergleichen.

Pflicht: eine Krankenversicherung

Ein Porträt-Foto von Elke Weidenbach

Elke Weidenbach

Foto: Verbraucherzentrale NRW

Für Studierende an staatlichen Hochschulen besteht in Deutschland grundsätzlich Krankenversicherungspflicht. „So ist die Kranken- und Pflegeversicherung im Rahmen der Familienversicherung für Familienmitglieder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kostenfrei“, erklärt Elke Weidenbach. Das Einkommen der Studierenden darf allerdings 405 Euro im Monat nicht übersteigen (Stand: August 2015). Üben sie nebenbei eine geringfügige Beschäftigung aus, verschiebt sich die Einkommensgrenze auf monatlich 450 Euro.

Wer mehr verdient oder älter als 25 Jahre ist, kann die studentische Krankenversicherung in Anspruch nehmen. „Diese Versicherungen können zum vergünstigten Studententarif abgeschlossen werden“, erklärt Elke Weidenbach. Hier endet der Versicherungsschutz mit Vollendung des 30. Lebensjahres oder dem Abschluss des 14. Fachsemesters. Der Betrag ist dem studentischen Budget angepasst und gilt einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen.

Anders sieht es bei einer Berufsausbildung aus. Mit der Aufnahme der Erwerbstätigkeit ist auch eine eigene Krankenversicherung erforderlich, dabei trägt der Arbeitgeber seinen Beitragsanteil. Dies wird in der Regel mit der Unterschrift des Ausbildungsvertrages in die Wege geleitet. Bei Auslandsaufenthalten kann nach Einschätzung der Versicherungsexpertin eine private Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll sein. „Die gesetzliche Krankenversicherung deckt in der Regel zum Beispiel nicht den Rücktransport.“

Hausratversicherung: beim Auszug bedenken

Zieht man von zu Hause aus, wird auch die eigene Hausratversicherung ein Thema. „Für ein am Ausbildungsort gemietetes Zimmer überträgt die Hausratversicherung der Eltern den Schutz im Rahmen einer Außenversicherung auf die ‚Studentenbude‘. Dies sollte man sich allerdings vorsorglich bestätigen lassen“, rät die Expertin. Ist in der WG eine Hausratversicherung vorhanden, greift diese allerdings im Schadensfall nur für den Hauptmieter. Ist man nur Untermieter, braucht man womöglich eine eigene Versicherung. Das sollte man allerdings von den persönlichen Wertgegenständen wie etwa Laptop oder Spielkonsole abhängig machen. Bis auf eine Ausnahme: Wird das Zimmer möbliert vermietet, haftet die Hausratversicherung auch für Schäden an diesen Gegenständen. Und auch wenn der Mietvertrag von allen WG-Bewohnern unterschrieben wird, reicht eine Hausratversicherung aus.

Ist ein eigenes Fahrzeug vorhanden, ist zudem eine Kfz-Versicherung Pflicht. Unumgänglich ist die Kfz-Haftpflicht. Auszubildende und Studierende mit eigenem Pkw benötigen dafür auch eine eigene Versicherung – sofern sie der Fahrzeughalter sind. Mal eben das Auto der Eltern nutzen, kann Folgen haben, wenn dies der Versicherung nicht bekannt ist: Manche Tarife schließen nur den Versicherungsnehmer ein, andere grundsätzlich auch andere Personen, die im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sind. Das sollte man vorher genau prüfen.

Wichtig: umfassende Beratung

Zwar ist der Gedanke an eine Berufsunfähigkeit noch weit weg, allerdings ist es sinnvoll, sich darüber bereits im Studium oder während der Ausbildung Gedanken zu machen. Denn: Wie bei jeder anderen Lebensversicherung wirken sich ein niedriges Eintrittsalter und ein guter Gesundheitszustand positiv auf die Beitragshöhe aus. Ob eine Altersversorge schon frühzeitig abgeschlossen werden sollte, hängt indes von der persönlichen Situation ab. „Hier ist unter anderem auch die Einkommenssituation entscheidend“, erklärt Elke Weidenbach. Auch andere Versicherungen können je nach Situation mehr oder weniger sinnvoll sein, zum Beispiel eine private Unfallversicherung. Ein Beispiel aus dem Bereich Ausbildung: Die gesetzliche Unfallversicherung, für die der Arbeitgeber zuständig ist, kommt nur für Schäden auf, die während der Arbeit oder auf dem Weg dorthin passieren. Bereits ein kleiner Umweg – etwa am Kiosk vorbei – führt unter Umständen dazu, dass der gesetzliche Schutz nicht mehr greift.

„In jedem Fall sollte man sich hierzu umfassend beraten lassen“, sagt Elke Weidenbach. Die Verbraucherzentralen bieten eine solche Beratung zum Thema Versicherungen und Altersvorsorge an, die allerdings kostenpflichtig ist.

abi>> 02.10.2015