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100 erste Tage an der Uni

Ahoj again

Es war ein schöner melancholischer Herbsttag und ich war wieder auf dem Weg in die Tschechische Republik. Es lässt mich einfach nicht mehr los: Dieses Land, diese Menschen und diese Erlebnisse dort.

Beim Umstieg auf dem Dresdner Hauptbahnhof traf ich einen alten Freund aus Pilsener Tagen. Auch er war bei der neunten Amtszeit des Deutsch-tschechischen Jugendforums dabei. Das JuFo ist der jüngere Ableger des Deutsch-tschechischen Gesprächsforms, einem recht wichtigen politischen Organ für die Beziehung der beiden Länder. 15 junge Menschen aus Tschechien und 15 aus Deutschland arbeiten zwei Jahre lang an einem Oberthema. Sie tauschen sich aus, organisieren Projekte und präsentieren schließlich ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit. Das Oberthema für diese Amtszeit lautet: Wo ist mein zuhause.

In Zubrnice, einem 300 Einwohner zählenden, böhmischen Dorf, trafen wir nun das erste Mal alle aufeinander. Tschechen mit vietnamesischen Wurzeln, die 19 Stunden lang aus Saarbrücken angereist waren, Bilinguale, Bayern, die noch nie etwas mit Tschechien zu tun hatten, Prager, die Germanistik studierten. Und auch frisch gebackene Leipziger, die ein Jahr lang in Tschechien lebten und nun Westslawistik studieren.

Es war ein bisschen wie auf einer großen Familienfeier, wo man die anderen an der Tafel nicht kennt, aber sich dennoch mit ihnen verbunden fühlt. Sechsmal am Tag gingen wir zusammen essen: Zum Frühstück, zum Vormittagskaffe, zum Mittagessen, zum Nachmittagstee, zum Abendbrot und zum Feierabendtrunk. Die Dorfgemeinschaft war aufgeregt und fragte sich, warum so viele junge Menschen ständig durch ihr Dorf wanderten. Zwischen den Kneipenbesuchen diskutierten wir, machten uns Gedanken, genossen den Anblick des Herbstwaldes mit den Nebelschwaden aus der Ferne, lernten die Namen der anderen und hörten uns eine Rede vom tschechischen Generalkonsul in Dresden oder einen Vortrag von Jaroslav Sonka an, einem bekannten tschechischen Politologen und Publizisten.

Als wir am Sonntag schließlich alle wieder in die verschiedensten Himmelsrichtungen zurückreisen mussten, war doch ein bisschen Melancholie dabei. Doch dazu gab es gar keinen Anlass, denn wir wussten alle, dass wir uns schon sehr bald auf dem nächsten Plenartreffen wiedersehen werden.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 31, 2015

100 erste Tage an der Uni

Plötzlich Urgreisin

Als ich am 3. August 1999 eingeschult wurde, war ich noch nicht ganz sechs Jahr alt und die Jüngste in meiner ersten Klasse. Dieser Umstand zog sich durch die gesamte Schulzeit, es gab nie mehr als zwei oder drei Leute in meiner Klassenstufe, die noch jünger waren als ich. Im Studium war ich weiterhin das Küken, weil ich direkt nach dem Abitur angefangen hatte zu studieren, und die Studentenschaft sich auch aus Leuten, die ein Jahr oder mehr Auszeit genommen hatten, zusammensetzte.

Die Umstellung könnte nicht extremer sein. In Bonn habe ich bislang erst zwei Erstis getroffen, die älter sind als ich, und meine neuen Unifreunde sind im Schnitt knapp drei Jahre jünger als ich, weil sie fast alle durch die G8-Schulreform ein Jahr weniger als ich bis zum Abitur brauchten. So ganz eingefunden habe ich mich noch nicht in der Rolle der Älteren. Trotzdem fühle ich mich unter den Leuten, die ich bislang kennengelernt habe, ziemlich wohl.

Der Kreis meiner engeren Freundinnen, die ich zum Großteil über eine Schreib-Community kennengelernt habe, besteht auch fast nur aus Jüngeren. Ob man jetzt 17, 18, 19 oder 21 ist, macht einen relativ geringen Unterschied, wenn wir zusammen sitzen und uns unterhalten oder etwas spielen.

Nächste Woche feiere ich meinen 22. Geburtstag, davor habe ich schon ein bisschen Angst, weil sich 22 so viel älter anhört als 21. Aber solange ich mit Menschen, die ich mag, zusammen sein kann, ist das Alter gar nicht so wichtig, wie es mir momentan vorkommt.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 31, 2015

100 erste Tage an der Uni

Die ersten Herausforderungen an der Uni

Mittlerweile kenne ich mich in der neuen Uni, in der Bibliothek, im Hörsaal und in den Cafeterien der Mensa schon ganz gut aus. Auch die Fachschaft, die ich schon in meinem letzten Blogeintrag erwähnt habe, ist eine große Hilfe. Unabhängig von den Vorlesungen bieten sie ein Tutorium für alle Studenten an. Dort bekommen wir die Möglichkeit, zu fragen, wie man Klausuren schreibt, wie eine Hausarbeit verfasst wird und wie man sich in der Bibliothek zurechtfindet. Die große Frage, mit der sich jede Jurastudentin und jeder Jurastudent beschäftigt, ist die nach den besten Lehrbüchern. Zwar haben wir in Heidelberg eine wunderschöne Bibliothek, aber zu wenige Bücher für alle Jurastudenten. Wenn ein paar Bücher dann da sind, sind sie meist nicht aktuell. Sich alle Bücher käuflich zu erwerben ist auch nicht einfach, denn ein Lehrbuch kostet 30 Euro. Davon brauche ich jeweils mindestens eins für Strafrecht, Zivilrecht und Verfassungsrecht. Die meisten Professoren haben für ihr Fach auch ein eigenes Buch geschrieben, das ich mir besorgen müsste, denn darauf basieren meist ihre Vorlesungen. Aber das wichtigste ist, dass ich selbst zur Bibliothek gehe, mir die Bücher anschaue und mir klar werden muss, mit welchem Buch ich am besten arbeiten kann. Ich finde, das hört sich zwar absolut paradox an, aber die Chemie zwischen Buch und Leser muss stimmen.

Beunruhigend finde ich es auch, dass ich nach der zweiten Vorlesung nur 30 Prozent davon im Gedächtnis behalten habe. Die Professoren meinten, das wäre normal, aber gleichzeitig müsste man die Vorlesung eine Stunde vor- und eine Stunde nachbereiten. In den ersten Wochen ist es wahrscheinlich noch nicht ganz so schlimm, da der größte Teil noch aus der Einführung ins Fach besteht. Hilfreich sind auch die angebotenen Arbeitsgruppen. Dort wird mit Examinierten, Promovierenden und wissenschaftlichen Hilfskräften in einer kleinen Gruppe der Stoff noch einmal aufbereitet und es werden gemeinsam Fälle gelöst. Für die jungen Studentinnen und Studenten wird also bestens gesorgt.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2015
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 30, 2015