Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Ausbildung live

Exkurs am Freitagabend

Ich bin kein Spätdienstfan, aber die Spätdienstzeiten auf der Frühchenstation sind sehr angenehm. Während andere sich bereits seit den Mittagsstunden im Wochenende befinden, habe ich manchmal nur einen freien Tag unter der Woche. So ist das Leben im Schichtdienst eben. Was ich daran aber toll finde, ist das Arbeiten, wenn andere frei haben. Oft entstehen dadurch ganz andere Atmosphären und gerade am Wochenende bin ich viel entspannter im Krankenhaus – weil das Wochenendgefühl trotzdem irgendwie mitschwingt.

Die Station ist aufgeräumt, die wenigen Kinder, die da sind, sind versorgt. Meine Spätdienstkollegen und ich haben eine ruhige Schicht – zumindest wir. Denn in der Kinderrettungsstelle brauchen sie unbedingt Hilfe, da dort alles drunter und drüber geht (klassischer Freitagabend). Also gehe ich rüber, um dort mitanzupacken. Anfangs ist mir schon etwas mulmig zumute. Es ist nie einfach, in einen neuen Bereich eingearbeitet zu werden. Gerade als Schülerin begegnet man mir nicht unbedingt immer mit Respekt. Doch als ich ankomme, werde ich dankbar begrüßt und eingewiesen. Ich soll die Kinder vermessen und auf die Zimmer verteilen. Gar nicht so einfach, wenn ich mich in den ganzen Untersuchungsräumen nicht auskenne. Und so passiert es, dass ich mal ein Zimmer verwechsele, aber insgesamt läuft es gut. Ich konnte sogar noch bei einer Lumbalpunktion assistieren und etwas Anleitung zu gewissen Verfahren, wie zum Beispiel einer Blutgasanalyse, bekommen.
Insgesamt war ich doch sehr positiv überrascht und mal wieder froh, mich für die Arbeit in einer Kinderklinik entschieden zu haben.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Apr 12, 2019
Autor: Lydia
Rubrik: ausbildung
Apr 12, 2019

Ausbildung live

Geeignet für die Ausbildung?

Vor zwei Wochen habe ich das erste Mal einen Fuß in die Neonatologie-Station gesetzt. Damals hatte ich kaum ein Neugeborenes oder gar Frühchen auf dem Arm gehabt. Und nun besucht mich in weniger als einer Stunde meine Dozentin aus der Pflegeschule auf meiner Station und begleitet mich in meinem Arbeitsalltag. Ob ich aufgeregt bin? Na klar!
Der Besuch ist kein normaler Praxisbesuch, sondern soll beurteilen, ob ich überhaupt für den Beruf geeignet bin oder nicht. Diese Beurteilung fällt stark in die Probezeitbewertung meines Arbeitgebers mit hinein und entscheidet, ob ich meine Ausbildung fortsetzen kann oder nicht.
Als meine Dozentin an diesem Tag vorbeikommt, wird mir ein Kind zugeteilt. Etwas erleichtert atme ich auf. Ich kenne das Kind bereits, habe es bereits die Tage zuvor versorgt und weiß, worauf ich achten muss. Eine kleine Gefolgschaft bestehend aus meiner Dozentin, einem anderen Prüfling, meiner Praxisanleitung und einer Pflegekraft, beobachtet mich nun bei jedem Handgriff.
Erstaunlicherweise bin ich unheimlich gefasst und ruhig, während ich vor mich hin arbeite. Kleinere Fehler mache ich, stelle sie aber selbst fest. Im späteren Reflektionsgespräch gebe ich die Fehler an, um zu zeigen, dass ich sie selbst erkannt und behoben habe. Dennoch nervt es mich, dass es Fehler sind, die ich normalerweise nie gemacht habe – so viel zum Thema Nervosität.
Schneller als gedacht ist die Prüfung vorbei und ich bekomme viel positives und konstruktives Feedback. Meine Dozentin ist ebenfalls erfreut, als sie mir mitteilt, dass ich für den Beruf geeignet bin.
Im Anschluss schreibe ich noch eine Pflegeplanung. Das heißt, dass ich eine Art Therapieplan erstelle, in dem ich Probleme anspreche, Ziele und geeignete Pflegemaßnahmen formuliere. Da wir das Thema noch nicht allzu intensiv besprochen haben, brauche ich schon ein wenig Zeit, das auf die Reihe zu bekommen. Doch am Ende bin ich mit meinem Ergebnis ziemlich zufrieden.
Im Nachhinein fand ich es sehr interessant, dass meine Kollegen alle total mitgefiebert haben und nervöser waren als wir Prüflinge selbst. Viele der Pflegekräfte haben an der gleichen Schule gelernt, an der ich nun meine Ausbildung absolviere, kennen sogar meine Dozentin und konnten daher sehr gut mitfühlen, wie es uns Prüflingen erging.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Apr 8, 2019

Ausbildung live

Langeweile

Ich fahre von Event zu Event, von der Arbeit zu Freunden, von Freunden nach Hause, von zu Hause wieder zur Arbeit. Es hört nicht auf. Ich höre nicht auf, zu denken, zu arbeiten, zu leisten und gleichzeitig eine gähnende Leere oder auch manchmal Langeweile zu verspüren. Der Begriff „Langeweile“ sagt im Grunde bereits vieles aus, eine Weile (also Zeitangabe) die lang ist (ein Abstand), also ein Zeitabstand. Warum verspüre ich Langeweile? Und warum kann sie so auslaugend sein?
Wikipedia sagt, dass Langeweile das „unwohle, unangenehme Gefühl“ ist, welches „durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird“. Damit stimme ich voll überein. Wenn mich jemand zu etwas zwingt, habe ich in der Regel keine Lust dazu. Aber warum nutzen wir die Zeit nicht, um einem Gedanken nachzujagen? Oder vielleicht auch einfach dafür, in die Leere zu starren? Warum müssen wir dauerhaft unter Spannung stehen oder etwas tun, damit wir uns gut fühlen?
Ich glaube, dass es ein Gesellschaftskonzept ist, welches uns dieses Gefühl gibt: Wenn du etwas tust, dann hast du ein Ziel vor Augen und die Menschen denken, du bist produktiv.
Die Journalistin Manoush Zomorodi erzählt in einem TedTalk, einem kostenlosen Online-Video-Vortrag, dass sie jahrelang arbeitete und vollkommen ausgelastet war. Doch erst, als sie im Mutterschutz Zeit für sich fand und Langeweile empfand, sprudelte sie plötzlich über vor Ideen.
Kann Langeweile also ein Zukunftskonzept sein? Ich glaube ja, wenn wir sie zulassen und uns von dem Gedanken freimachen, dass Nichtstun etwas Negatives sei. Ich bin für mehr Nichtstun! Und ihr?

Autor: Lee-Ceshia   |  Rubrik: ausbildung  |  Apr 5, 2019