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Studentenleben live

Da bin ich also

Nach langem Überlegen, wie man an die Premiere seiner Blog-Artikel am Besten herangehen sollte, fange ich nun doch ganz plump an.

„Ich“ – das sagt sich immer so leicht, aber ganz ehrlich: Wer bin ich eigentlich? Vielleicht eher eine Frage für die Philosophievorlesung, aber ich werde im Folgenden versuchen euch zumindest ein paar Bilder, eine Leseprobe, ein „Was bisher geschah“, einen kurzen Schwarzweiß-Stummfilm von mir und meinem Leben zu zeigen.

Take one, action! Mein Name ist Hannah, ich bin 17 Jahre alt, nun schon vor zweieinhalb Monaten von zu Hause ausgezogen und seit ziemlich genau zwei Monaten offiziell dazu berechtigt, mich als Studentin auszuweisen. Momentan befinde ich mich in einem überschaubaren Chaos aus Wasserflaschen und Geschirr an meinem Schreibtisch und mental irgendwo zwischen Verwirrung, täglichem Wahnsinn und der allmählichen Ankunft in meinem neuen Zuhause (Man sollte hier vielleicht erwähnen, dass ich aus dem hochdeutschen Niedersachsen ins „Schwobeländle“ gezogen bin und hier nun Tag für Tag lernen darf, was der Schwabe unter „Fleischküchle“, „aufstuhlen“ oder „Breschdlingsgsälz“ versteht, und dass man auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt keinen Schmalzkuchen kennt).

Wie ich hierhin geraten bin? Berechtigte Frage.

Angefangen hat mein persönliches Chaos mit dem Abi 2011. Ich war gerade einmal 16 – wurde mit fünf Jahren eingeschult, habe die siebte Klasse übersprungen und war ein G8-„Opfer“ – und hatte weniger als überhaupt keinen Plan vom Leben, mich jedoch (Mama sei Dank!) schon frühzeitig um einen FSJ-Platz in einem Kindergarten in meinem Wohnort gekümmert. Von diesem wurde mir dann ganz klischeehaft einen Tag vor der Entlassung aus der Schule mitgeteilt, dass sie doch keinen Platz für mich hätten. Und so lernte ich gleich die erste wichtige Lektion: Selbst im „Land der Bürokraten“ gibt es keine Garantie, keine Sicherheit, selbst hier ist ein Vertrag am Ende auch nichts weiter als ein Stück Papier. Was mir blieb war ein lächerliches Entschuldigungsschreiben des CJD, in dem mir versprochen wurde, dass sicherlich eine viel größere Tür für mich aufgehen werde.

Die nächsten Wochen bestanden also darin, Stellenanzeigen zu studieren, Bewerbungen zu schreiben, in verschiedenen Einrichtungen zu hospitieren und dem konsequenten Versuch, nicht zu verzweifeln. Letztendlich habe ich kurzfristig noch einen Platz in einem evangelischen Kindergarten in der Nähe bekommen, wo ich eines der schönsten und aufregendsten Jahre meines Lebens verbrachte. In den letzten Monaten im Kindergarten war ich dann natürlich fleißig am Bewerbungen schreiben. Meine Absage aus Hildesheim für „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ hatte ich bereits verdauen müssen, nun ging es an die Studiengänge „Grundschullehramt“ und „Sonderpädagogik“ – das Jahr im Kindergarten hatte mich in dem Wunsch bestärkt, irgendetwas Soziales machen zu wollen und Lehramt hatte ich mir ohnehin schon das ein oder andere Mal in den Kopf gesetzt. Meine Bewerbungen gingen letztendlich in zehn Städte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Mir wurde jedoch relativ schnell klar, dass es Baden-Württemberg sein sollte, weil mich die Studienform dort viel mehr ansprach. Pädagogische Hochschulen gibt es in anderen Bundesländer leider nicht (mehr) und ein Lehramtsstudium an einer Universität klang für mich wesentlich weniger attraktiv. Von meinem Bruder, der erst an der Uni in Göttingen studiert hatte und nun an die PH Freiburg gewechselt ist, wusste ich auch, dass der Unterschied wirklich erheblich ist und die Lernatmosphäre viel schöner sein kann, wenn nicht alles so unpersönlich-vorlesungsmäßig abläuft und die Dozenten selbst Pädagogen sind.

Schließlich hatte ich dann die Qual der Wahl: Freiburg, Heidelberg oder Ludwigsburg? Eine Woche lang war ich „hier unten“, um mir alles einmal genauer anzusehen und kurz bevor ich mich endgültig für Heidelberg entschieden hatte, sah ich sie: die unscheinbare, von Baugerüsten gezierte PH Ludwigsburg, an der ich ab Oktober Sonderpädagogik mit dem Hauptfach Ethik studieren könnte, unmittelbar neben der Bahnhaltestelle und einem Neubau-Studentenwohnheim, in dem ich einen Platz in einer Vierer-WG bekommen hatte.

Eine Weile habe ich noch mit mir hadern müssen, bis ich mir Heidelberg aus dem Kopf schlagen konnte, aber ich muss sagen: Ich bin froh darum! Nicht zuletzt, weil ich in einer wirklich netten WG gelandet bin, an einer praxisnahen Hochschule studiere (ich habe einmal in der Woche Praktikum in einer Schule und darf dort auch schon unterrichten!), immer wieder interessante Menschen kennenlerne und (fast) jeden Tag in den Hörsälen und Seminarräumen sitze und und mir denke: „Du hast die richtige Entscheidung getroffen, Hannah.“

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 25, 2013

Studentenleben live

Rhythmuswechsel angesagt

Nur ein Modul hatte ich aufgrund meines Praktikums im letzten Semester geschafft. Ärgerlicherweise war nämlich ein Blockseminar, das ich am Ende des Sommersemesters eingeplant hatte, ausgefallen. So hatte ich meinem Credit-Point-Konto lediglich 22 (das Praktikum wurde löblicherweise mit 12 LP bewertet) statt den avisierten 29 Zählern hinzufügen können. Die ohnehin utopische Regelstudienzeit von sechs Semestern war damit passé. Ein Preis, den ich angesichts des tollen Praktikums aber gerne bereit war zu zahlen.

Trotzdem: Nach der relativ studienfreien Zeit war ein harter Rhythmuswechsel angesagt. Die Redaktionsräume wurden wieder mit dem Vorlesungssaal getauscht und Texte über Cäsar und das Antike Rom lösten Pressemitteilungen von Flughafendebakeln oder Bundesligaergebnissen ab. Sich wieder in den Uni-Alltag einzufinden war anfangs gar nicht so leicht, auch weil meine Freunde, die jetzt ja quasi ein Semester weiter waren, komplett andere Kurse belegt hatten als ich.

Doch mit der Auswahl meiner Seminare bin ich nach den ersten Wochen sehr zufrieden. Zwar wird dieses Semester fast ausschließlich von meinem Zweitfach Geschichte dominiert, was zu eher mäßig spannenden Vorlesungen über das Mittelalter und langen Anfahrtswegen führt. Aber zumindest letzteres ist demnächst erst mal wieder, Achtung Kalauer, Geschichte. Bald fährt nämlich endlich wieder der Regionalzug von Berlin nach Potsdam durch und man muss sich nicht mehr in die volle S-Bahn quetschen. Das wird übrigens einen weiteren Rhythmuswechsel nach sich ziehen: den Schlafrhythmus. Eine satte halbe Stunde länger darf ich mich dann der Nachtruhe hingeben. Welch ein schönes Geschenk!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jan 24, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jan 24, 2013

Studentenleben live

Einführungswoche

Die erste Woche an der Uni ist super. Man sollte echt alles mitmachen, was angeboten wird, um möglichst schnell Anschluss zu finden, Spaß zu haben (auch wenn manche Spiele sehr albern sind) und natürlich auch ausreichend informiert zu sein.

In Koblenz lief es so: Zuerst wurden alle Erstsemester von den Fachschaften und dem Direktor der Uni im großen Hörsaal begrüßt. Wir saßen auf dem Boden, was ja noch ok ist, wenn alle Erstsemester zusammen in einem Raum sind, aber leider setzte sich dieses Phänomen auch in den nächsten Monaten fort. Zum Glück gehört mein Studienfach „Kulturwissenschaft“ nicht zu den ganz großen Studiengängen wie BWL oder Medizin und so herrscht eher selten Platzmangel (vor allem da gegen Ende des Semesters immer weniger Studenten zu den Veranstaltungen erscheinen). Eine befreundete Medizinstudentin hat mir aber erzählt, dass sie die Vorlesung von einem anderen Raum aus via Live-Übertragung anschauen muss. Nach der Begrüßung wurden alle Erstsemester in kleine Gruppen eingeteilt und bekamen einen „Teamer“ (Studenten aus höheren Semestern), der ihnen die Uni zeigte.

Ich habe gehört, dass die Einführungswoche nicht an jeder Uni angeboten wird, was ich sehr schade finde, denn zum einen hilft es bei der Orientierung und zum anderen lernt man sofort ein paar Leute kennen. Ich konnte die ersten Freundschaften schon bei der abendlichen Kneipenrallye schließen.

Als die Einführungswoche vorbei war, war ich echt froh, bei allem dabei gewesen zu sein, weil ich somit schon feste Bezugspersonen gefunden hatte und mich auch auf dem Campus schon ziemlich gut zurechtfand.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jan 22, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jan 22, 2013