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Studentenleben live

Die Energiewende hautnah

Dass der Studiengang Politikwissenschaften nicht immer nur theoretisch sein muss, sondern auch praktisch und wirklichkeitsnah, habe ich an dieser Stelle bereits mehrfach beschrieben. Mein Vertiefungsseminar „Einführung in die Energiepolitik“ in diesem Semester liefert einmal mehr den Beweis.

Konzipiert als Blockseminar, sollte es zunächst um die Grundlagen in der Energiepolitik gehen, sprich: Welche Befugnisse hat die EU und wie sieht die Situation in Deutschland aus? Welche fossilen Energieträger gibt es, welche erneuerbaren? Kernthema des Seminars sollte jedoch vor allem die „deutsche Energiewende“ sein – ein Thema also, das seit Fukushima und dem geplanten Ausstieg aus der Atomenergie die mediale und politische Landschaft beherrscht. Dementsprechend diskutieren wir auch über den Netzausbau, über Speicher und über Energieeffizienz. Den Abschluss bildete eine intensive Diskussion mit der Frage „Sind 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 möglich?“.

Fazit meinerseits: ein tolles, spannendes und lehrreiches Seminar, das mir erneut das Gefühl gegeben hat, das Richtige zu studieren. Schon jetzt steigt meine Vorfreude auf das nächste Semester.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 13, 2013

Studentenleben live

Semesterferien

Irgendwie ist es ganz entspannt, Semesterferien zu haben, während andere für ihr Abitur pauken. Und doch fühle ich mich nicht richtig nach Ferien. Es gibt da diese Leute, die ihre Klausuren geschrieben und jetzt zwei Monate komplett frei haben. Meine Mitbewohnerin zum Beispiel ist die gesamten Semesterferien in Indien und auf den Philippinen unterwegs und kann damit ihrem liebsten Hobby nachgehen. Andere planen Skifreizeiten oder Städtereisen und wieder andere plagt schon die akute Langeweile.

Ich dagegen habe immer das Gefühl, dass ich irgendetwas zu tun hätte. Und auch wenn ich sagen muss, dass ich in letzter Zeit nicht wirklich produktiv war, stresst es mich allein zu wissen, dass ich es eigentlich sein müsste. Im Prinzip dieselbe Thematik wie vor den Klausuren...

Für meine Semesterferien standen drei Leistungsnachweise (Sonderpädagogik, Deutsch, Praktikum) und eine Hausarbeit (Ethik) an. Die Leistungsnachweise waren im Prinzip auch wie eine Hausarbeit – zum Beispiel musste ich einen ausführlichen Unterrichtsentwurf zu einer Stunde, die ich im Praktikum gehalten habe, schreiben. Das erschien mir irgendwie zu viel verlangt für eine Gruppe Erstsemester, die noch nie einen Bildungsplan von innen gesehen hatte geschweige denn über ausreichend didaktisches Wissen verfügte. Genau um so etwas zu lernen, studieren wir schließlich – und unsere ersten Unterrichtsstunden waren didaktisch und methodisch sicherlich nicht perfekt, sondern vielmehr „nach Gefühl“ und „so hat mein Lehrer das früher auch gemacht und ich fand's ganz gut“. Auch die anderen beiden Leistungsnachweise hatten zumindest den Umfang einer Hausarbeit, auch wenn die Aufgaben auf konkret vorgegebener Textarbeit basierten und ich mir dafür nicht noch selbst Literatur organisieren musste.

Mit der Sonderpädagogik-Aufgabe und dem Unterrichtsentwurf bin ich schon seit Längerem fertig – vielleicht liegt das daran, dass ich beide mit jeweils einer Kommilitonin zusammen schreiben musste. Bei der dritten Aufgabe und der Hausarbeit tut sich nämlich... nichts. Die Aufgabe für Deutsch habe ich schon aufgegeben, weil ich befürchtete es zeitlich nicht mehr zu schaffen. Das Seminar werde ich wohl im dritten Semester wiederholen müssen.

Bei meiner Hausarbeit für Ethik herrscht zurzeit auch Stillstand, dabei ist quasi alles gegeben: Das Thema ist spannend und gefällt auch meinem Dozenten, ich habe acht Bücher aus verschiedenen Bibliotheken ausgeliehen und mich um Formatierung, mögliche Gliederung und Titelblatt bereits gekümmert. Und nun? Nun sitze ich jeden Tag hier, das Dokument geöffnet, die Bücher neben mir, zähle die Sekunden und warte auf die Ankunft der Motivation. Ein gravierendes Problem hierbei – im Unterschied zum Lernen vor den Prüfungen – ist, dass ich momentan zwecks Fastenzeit auf Schokolade verzichte und mich so nicht einmal mehr mit Nervennahrung motivieren kann...

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 11, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 11, 2013

Studentenleben live

Bettenmachen und Begrüßungsküsschen

Natürlich sind all diese Klischees aus unserem lieben Nachbarland Frankreich allgemein bekannt und sollten keinen mehr schocken. Meine erste Erfahrung mit den französischen „bises“ liegt mehr als acht Jahre zurück und war damals einfach nur peinlich. Ich hatte das mit dem links und rechts halt noch nicht so drauf, sodass das Küsschen von Luc eben genau in der Mitte landete – auf meinem Mund. Ich fand das nicht so übertrieben lustig wie alle anderen, aber das war in der siebten Klasse.
Trotzdem – es ist schon befremdlich jeden morgen im Büro an die zwanzig Leute so zu begrüßen. Überall schmatzt es permanent! Aber man gewöhnt sich dran. Inzwischen habe ich mir sogar die elegante Bewegung abgeguckt, mit der Frau ihre Haare festhält, damit sie dem Gegenüber beim Küsschen links Küsschen rechts nicht ins Gesicht fallen. Gut, gell?
Aber die eigentliche Katastrophe beginnt schon viel eher: Wenn ich morgens versuche aus dem Bett zu steigen. In Frankreich, allgemein im romanischen Kulturraum, werden die Bettdecke und das Laken (das unseren klassischen Bettbezug ersetzt) auf wundersame Art und Weise unter der Matratze festgeklemmt, sodass man in das Bett wie in einen Schlafsack hineinkriecht. Das ist ziemlich cool, weil es warm ist und die Decke nicht verrutschen kann, sodass Arm oder Bein im Kalten liegen. Hat man allerdings das Bedürfnis sich im Schlaf mal umzudrehen, fühlt man sich schnell wie in einer Zwangsjacke und das Desaster am nächsten Morgen bleibt nicht aus: Das Laken liegt irgendwo neben dem Bett, die Decke ist völlig unbezogen und die ganze Konstruktion ist unwiederbringlich zerstört. Ich werde wohl meine Gastmama oder Google fragen müssen, wie man französische Betten macht!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Mar 8, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Mar 8, 2013