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Studentenleben live

Strauße in der Strauße?

Es ist, auch wenn es vom Wetter her nicht so aussieht, Spargelzeit. Und das ist nicht nur eine Freude für alle, die gerne Spargel essen, sondern auch für all diejenigen, die gerne Wein trinken. Warum? Die Straußenwirtschaften haben geöffnet. Leider gibt es dort keine großen Vögel, die ihren Kopf in den Sand stecken. Der Begriff Straußenwirtschaft leitet sich von einem Strauß Pflanzen ab. Der wird nämlich in allen Weinregionen Deutschlands – und zum Teil auch in Österreich und der Schweiz – vor die Tür von kleinen, urigen Lokalen gehängt, in denen die Winzer ihren eigenen Wein und ein paar einfache Gerichte und Brotzeiten verkaufen. In manchen Gegenden ist es auch ein (Hexen-)Besen, der das Lokal anzeigt, das dann natürlich Besenwirtschaft heißt. Leider haben diese traditionellen Schenken nur bis zu vier Monate im Jahr geöffnet, aber man kann sich umso mehr freuen, wenn sie dann endlich aufmachen. Damit eine Strauße nicht als Gastronomiebetrieb zählt, gibt es zahlreiche Auflagen. Wo kämen wir denn da sonst auch hin im gut geregelten Deutschland! Es dürfen von den Winzern zum Beispiel keine Räume angemietet werden. Das heißt also, die Straußen sind in Privaträumen (manchmal auch in einer ausgebauten Scheune) und es dürfen nur maximal 40 Gäste Platz haben.

Mit und traditionell auch ohne diese Regeln ist eine Strauße unbedingt einen Besuch wert, wenn man ein bisschen Weinbauertradition testen will. Auch für den kleinen Geldbeutel. Und für Nordlichter, bei denen es einfach keinen Weinanbau gibt, sogar ein richtiges Erlebnis!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  May 15, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
May 15, 2013

Studentenleben live

Spontaneität und Kultur

Gestern war wieder einer dieser Spontanaktion-Abende. Seit dem Studium bin ich das wirklich gewohnt – Anrufe um 23.30 Uhr, ob ich noch Lust auf feiern in der Stadt habe und die Bahn um 00.03 Uhr bekomme oder SMS, ob man mich nicht in fünf Minuten zu einem Spieleabend abholen könnte, sind schon längst keine Seltenheit mehr. Und obwohl es echt eine Herausforderung ist, sich noch einmal aufzuraffen, wenn man gerade in gemütlicher Jogginghose vor dem Fernseher hängt, mental schon mit dem Tag abgeschlossen und sich mit dem Gedanken angefreundet hatte, nur noch zum Zähneputzen das Bett zu verlassen, bin ich in den meisten Fällen für solche Aktionen zu haben.

So war es auch gestern, als meine Mitbewohnerin um viertel vor acht mit den Worten „Wusstest du eigentlich schon, dass wir heute 'nen WG-Abend machen?“ in mein Zimmer kam und mir vom abendlichen Programm an unserer Hochschule erzählte. „In einer Viertelstunde geht’s los mit Powerpoint-Karaoke, kommst du mit?“ Nachdem sie mir erklärte, was es damit genau auf sich hatte, war meine Entscheidung schnell gefallen. Es geht hier nämlich keineswegs um einen Karaoke-Abend oder Ähnliches, es ist vielmehr... sagen wir, eine Art Freestyle-Slam. Die Teilnehmer bekommen ihnen unbekannte Powerpoint-Präsentationen und müssen möglichst authentisch und unterhaltsam einen Vortrag dazu halten. Klang auf jeden Fall wesentlich attraktiver als meine Mathe-Übungen, mit denen ich gerade beschäftigt war.

Also, zehn Euro in die Tasche gesteckt, provisorische Frisur, ein bisschen Schminke in das allabendliche Ich-bin-fertig-mit-der-Welt-Gesicht – auf geht’s. Als ich an der Kasse mein Wechselgeld und den Stempel bekomme, will ich erst fragen, was ich mit dem Spielgeld soll, bis mir auffällt, dass wir ja neue Fünf-Euro-Scheine haben (Ich finde sie nach eingehender Betrachtung sogar schöner als die alten, aber ein bisschen was von Spielgeld haben sie tatsächlich!). Wir suchen uns einen Platz im recht leeren Hörsaal und warten darauf, dass es los geht. Geht es aber zunächst nicht wirklich. „Wir haben bisher leider nur drei Teilnehmer, wer von Ihnen würde sich denn noch bereit erklären, spontan teilzunehmen? Sie bekommen auch Ihren Eintritt zurück und zwei Freigetränke.“ So eine Begrüßung wünscht man sich doch... Kollektives Auf-den-Boden-Starren, um nicht einzeln herausgepickt zu werden. Ich fühle mich ein bisschen an die Schulzeit erinnert und bin erleichtert, dass sich zeitnah zwei Mädels finden, die sich gegen zwei Gläser Weißwein auf der Bühne präsentieren wollen.

... und ab da wurde nur noch gelacht. Mein Deutsch-Dozent hielt uns einen Vortrag darüber, wie unsicher doch der Lehrerberuf sei und dass wir lieber in das Berufsfeld des Schlachters übergehen sollten – Blutmassaker hätten wir ja schon zu Genüge mit unseren Textmarkern geprobt – und pries auch die Karriere des Steuerhinterziehers als Option an; ein anderer Dozent erklärte uns, wie Chip-Implantate intravenös upgedatet werden können und warnte vor gefährlichen Hacker-Eingriffen am Oberarm; eine Kommilitonin klärte uns über Sexualstörungen und Spermatorrhoe auf, ohne überhaupt eine Ahnung davon zu haben, wie man das Wort ausspricht; der Sieger des Wettbewerbs hielt eine Präsentation über inszenierte Fotografie, erklärte uns den Eiffelturm als ein zur Sonne strebendes Phallus-Symbol und zeigte uns immer wieder Einblicke in sein Familienleben („Ups, da ist ja ein Foto von meinem Sohn, ein Schnappschuss beim Hausbrand!“).

Vermutlich ist mehr als die Hälfte davon Situationskomik und nacherzählt nicht mal halb so witzig, aber ich hatte einen schönen Abend und werde in Zukunft sicher häufiger das Kulturprogramm im Literatur-Café meiner Hochschule checken.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  May 13, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
May 13, 2013

Studentenleben live

Aufnahme fertig — Nerven auch

Für mein Modul „Kommunikation der Schriftlichkeit und Mündlichkeit“ gibt es definitiv die besten Veranstaltungen! So zum Beispiel mein Proseminar: Radio-Moderation. Das Besondere an diesem Seminar ist für mich vor allem, dass es ein Blockseminar ist. Normale Seminare finden einmal pro Woche im Anderthalb-Stunden-Block statt, Blockseminare dauern zwei oder drei Tage, an denen man dann von morgens bis abends in der Uni ist. Normalerweise sind Blockseminare am Wochenende, Radio-Moderation findet leider unter der Woche statt, sodass ich die ersten anderthalb Stunden am Mittwoch nicht mitmachen kann, weil ich zu meinem Mediävistik-Grundseminar muss, da ich dort sonst nicht zugelassen würde.

Als ich um halb zwölf statt um zehn Uhr dann in den Seminarraum des Medien-Labors platze, sind schon alle Stühle besetzt und ich muss auf dem Boden sitzen…kein guter Start. Nach einem bisschen Theorie über Moderatoren und die verschiedenen Beitragsarten, wie Nachricht und Kommentar, dürfen wir auch selbst produktiv werden. Wir sollen eine Nachricht und einen Kommentar verfassen und können diese dann professionell aufnehmen. Bei der Nachricht bin ich noch zu schüchtern, mich ins Studio zu trauen, aber meinen Kommentar will ich unbedingt aufnehmen. Das Schreiben ist nicht unbedingt das Problem, beim Üben im Flur vorm Studio habe ich auch kein Problem mit dem Sprechen, dann aber stehe ich vor dem Mikro im Studio. „So, wir müssen jetzt noch alles einstellen, fang einfach mal an mit deinem Text“, kommt die Ansage aus dem Kopfhörer.

„Okay“, krächze ich zurück. Alles noch nicht ernst, nicht schlimm, sich zu versprechen, sage ich mir immer wieder vor, als ich vollkommen nervös die ersten Sätze meines Kommentars vorlese.

„Gut, dann kannst du jetzt auch richtig anfangen.“

Ich stehe im Studio, lese meinen Text und hoffe einfach nur, weder umzukippen, noch mit dem zitternden Finger in der Zeile zu verrutschen und plötzlich nicht mehr zu wissen, wo ich weiter lesen muss…

Irgendwann ist die Aufnahme fertig – genau wie meine Nerven. „Keine Sorge, ich hab mich zweimal versprochen, also kann euer Auftritt nur besser werden“, ermuntere ich noch die anderen in der Schlange vor dem Studio, bevor ich zurück in den Seminarraum gehe. Nachdem auch noch ein paar andere ihre Kommentare aufgenommen haben, kommt der Moment der Wahrheit. „Wir hören uns jetzt ein paar der Kommentare an.“ Unter anderem auch meinen. Danach kommt die Frage der Dozentin: „Was fandest du an deinem Kommentar denn gut?“

„Dass man nicht gehört hat, wie furchtbar aufgeregt ich war!“ Eigentlich könnte ich mehr dazu sagen, was alles nicht so gut war. An ein paar Stellen finde ich meine Betonung komisch, die zwei Versprecher, die Tatsache, dass zumindest ich höre, wie abgelesen das Ganze ist… Aber komischerweise bekomme ich fast nur positives Feedback. „Ich fand, man hätte den Beitrag jetzt so schon im Radio spielen können. Eine total gute Betonung, du sprichst echt gut.“

Und auch die Dozentin ist zufrieden. „Gerade am Anfang ist es sehr gut, dass Sie mit der Stimme so weich wurden, als es um das Kind ging.“ – „Das war aber nicht mit Absicht…“ – „Na, dann ist es doch toll, dass Sie das von ganz alleine so machen. Andere Leute müssen dafür viel üben. Das Einzige, was ich Ihnen noch auf den Weg mitgeben könnte, sind die Sprechgeräusche, die zu hören sind. Versuchen Sie, bei der nächsten Aufnahme den Mund weiter zu öffnen.“

Ich verspreche, es zu behalten, und hoffe, dass ich beim nächsten Mal weniger aufgeregt bin, sodass ich mich auf meinen Mund konzentrieren kann. Und dann ist der erste Blockseminartag auch schon um. Ging schneller als erwartet! Und hat Spaß gemacht.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 10, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 10, 2013