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Studentenleben live

Kriminelle Energie

Im Studiwohnheim herrschen ganz eigene Gesetzte. Zum Beispiel darf alles, was im Gang steht und nicht angeschlossen ist, mitgenommen werden. Und das gilt für wirklich alles: Bücher, Lebensmittel, Möbel. Manchmal kommt es natürlich vor, dass Dinge im Flur stehen, die nicht zum Mitnehmen gedacht sind, wie zum Beispiel mein Wäschekorb. Ob es böse Absicht war oder ein Missverständnis, wird sich nicht klären lassen. Mein Wäschekorb aber war weg. Gut, dass er ein paar Stunden später wieder im Wäschekeller stand. Und natürlich prompt von mir zurückgeklaut wurde. Wenn man das so sagen kann.

Auch in der Uni glauben manche, dieses Gesetz anwenden zu können. So werden aus der Mensa und den Unicafés regelmäßig Besteck und Geschirr geklaut. Was nun dazu geführt hat, dass es zum Kaffee keine Metalllöffel (wow, ein Wort mit drei L) mehr gibt, sondern Plastikstäbchen. Super für die Umwelt.

Aus unserer Bibliothek werden pro Jahr 300 bis 400 Bücher geklaut. Pro Jahr! Davon trudeln ein paar im Laufe der Zeit wieder ein, viele bleiben aber in „Privatbesitz“ oder finden sich in Antiquariaten wieder. Einige wollen also tatsächlich ein Geschäft aus den Büchern machen, andere haben vielleicht einfach vergessen, dass das Buch, das sie benutzen, nicht ihres ist. Wieviele von den Jacken und Taschen, die vor der Bibliothek an der Garderobe hängen, plötzlich nicht mehr da sind, will ich gar nicht erst aufzählen. Das alles könnte mit einer Aufsicht verhindert werden, mag sich jetzt der eine oder die andere denken. Stimmt. Aber was ist wohl teurer, ein Jahresgehalt, oder 300 verschwundene Bücher, von denen einige gar nicht erst nachgekauft werden? Richtig geraten.

Es soll vielleicht eine elektronische Schranke eingeführt werden (wie im Kaufhaus). Ob es dann aber jemanden juckt, wenn sie Alarm schlägt, wird sich zeigen.

Es werden auch Tische und Stühle aus der Uni geklaut. Ganz ehrlich, fällt das nicht auf, wenn jemand mit einem Tisch über den Gang läuft und ihn aus dem Gebäude rausschleppt? Vielleicht, aber wir wussten ja schon lange: Dreistigkeit gewinnt.

Genauso in der Geschichte, die man sich hier erzählt (ob sie stimmt, weiß ich nicht). Zwei Studis seien in Blaumännern in einen vollen Unihörsaal gegangen, hätten den Beamer abmontiert und mitgenommen – und niemand hat etwas gesagt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Nov 28, 2013

Studentenleben live

Anstrengendes Semester

Die Zeit vergeht im Moment wie im Flug. Woche für Woche düst an mir vorbei. Mein Geburtstag war Anfang November, aber es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen. Und das hat auch einen Grund: Die letzten Semester verliefen immer gleich. Während der Vorlesungszeit musste man nur mit dem Stoff mitkommen und hatte sonst viel Freizeit. Die lernintensiven Prüfungen lagen immer am Ende des Semesters. In diesem Halbjahr jedoch habe ich gleich zwei arbeitsintensive Fächer.

In Controlling muss ich mit einer Studienkollegin nächste Woche ein Referat halten, in Organisation, wo wir als Gruppe von 15 Personen die ganze Zeit zusammenarbeiten, ebenfalls nächste Woche die entscheidende Präsentation halten.

Allerdings macht mir gerade letzteres Fach auch großen Spaß, da es dabei um verschiedene Arbeitstypen und Präferenzrollen geht und wir nun zum Schluss unsere eigene Gruppe analysieren sollen. Obwohl ich auch etwas Angst habe vor den Konfrontationen, bin ich doch auch gespannt, ob mein Selbstbild Bestätigung finden wird oder nicht.

In der nächsten Woche entscheidet sich also ziemlich viel und das macht mich im Moment sehr unruhig.

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2013
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Nov 28, 2013

Studentenleben live

Vorweihnachtliche Gewissensbisse

Ich glaube, dieses Jahr bin ich einer von ihnen. Einer dieser Menschen, die viel zu früh an Weihnachten denken. Ich habe schon Stollen und Lebkuchen gegessen, Glühwein getrunken, ich war schon auf einem Wintermarkt (mit Eisbahn, Lichterketten, fragwürdiger Musik und gebrannten Mandeln), ich habe schon weihnachtliches Geschenkpapier und Schokoladennikoläuse gekauft.

Okay, letzteres immerhin für einen anderen Zweck: Wir haben nämlich an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ teilgenommen und werden damit hoffentlich einen kleinen Jungen in Osteuropa ein bisschen glücklicher machen.

Und wahrscheinlich ist das Ganze jetzt schon weniger wert, weil ich mich nun hier damit profiliere.

Aber genau das ist es, worauf ich hinaus will. Eine Frage, die ich mir schon seit Ewigkeiten stelle, ist die nach Egoismus und selbstlosem Handeln. Was ist selbstlos? Sind nicht selbst die Handlungen, die anderen uneigennützig erscheinen, bei genauerem Betrachten Dinge, die wir tun, um uns danach besser zu fühlen? Dinge also, die wir für uns tun und nicht für andere?

Nachdem ich den Karton zur Annahmestelle im örtlichen Blumenladen gebracht habe, saß ich wieder zu Hause und habe mich meinen Luxusproblemen gewidmet: schlecht gewordene Weintrauben weggeschmissen, die ich vermutlich nur deshalb nicht gegessen habe, weil ich aus Versehen nicht die kernlosen gekauft hatte; meine Haare verflucht, weil sie nicht das getan haben, was sie sollten; und eine mittelschwere innere Krise bekommen, weil ich mich immer noch nicht entscheiden kann, in welcher Gegend ich mich für ein Auslandssemester bewerben will.

Sind solche Spendenaktionen nicht irgendwie auch nur ein freigekauftes Gewissen? Ein Instrument, um anderen und ein bisschen auch sich selbst zu imponieren? Um sich danach seinem üblichen Trott zuzuwenden und sich in seinem Egoismus nicht mehr ganz so schuldig zu fühlen?

Aber wo ziehen wir die Grenze? Natürlich verhalten wir uns so, wie wir es in dem Moment am besten finden. Aber ist das zwangsläufig Egoismus? Oder gibt es tatsächlich uneigennützige Taten, die nicht mit unseren eigenen Neigungen einhergehen? Je länger ich darüber nachdenke, desto verwirrter bin ich.

Letztlich, glaube ich, bin ich gern einer von ihnen. Einer dieser Menschen, die viel zu früh an Weihnachten denken und zwischendurch trotzdem mal an andere. Denn am Ende ist es doch irgendwie die Spende, die zählt, und nicht die Intention. Vielleicht nicht in Bezug auf die moralische Bewertung meiner Handlung, aber sicherlich aus Sicht des Empfängers.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2013
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 26, 2013