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Studentenleben live

Die Sache mit dem Sport

Wie wohl ungefähr jede Frau, die sich unter Zeugen pünktlich zu Silvester ein besseres Jahr in einer besseren Welt mit einer besseren Figur versprochen hat, war ich letzte Woche tatsächlich in einem Fitnessstudio. Für mich stand das zwar nicht auf meiner persönlichen To-do-Liste für 2014, aber es gibt da hin und wieder solche Menschen, die es irgendwie schaffen, einen Pakt mit meinem Gewissen zu schließen und mich dann zu komischen Dingen überreden. Dieser Mensch trat dieses Mal in Gestalt einer Kommilitonin, Nachbarin und Freundin auf, und das komische Ding manifestierte sich in der Filiale einer Fitness-Kette.

Nachdem ich mir mehrfach glaubhaft versichern lassen hatte, dass dort auch wirklich stark übergewichtige Frauen, wie man sie aus Scripted-Reality-Formaten und Abnehm-Sendungen kennt, vertreten sind, und ich nicht die einzige jenseits jeglicher Kondition und Muskelkraft sein würde, kreuzten wir also zu meinem Probetraining auf und nahmen natürlich gleich den härtesten aller Kurse – es sollte ja auch was bringen. Irgendetwas in meinem Kopf hatte meine körperliche Verfassung ein bisschen runtergespielt und mir verklickert, dass es ja gar nicht so schlecht um mich stünde, ich hätte ja immerhin überhaupt mal Sport getrieben, ab und an wäre ich ja sogar eine Runde joggen gewesen, laut BMI-Tabelle wäre ich ja auch im Rahmen des Normalgewichts und überhaupt.

Leichtsinnig, wirklich leichtsinnig. Die Trainerin kam in den Raum und ihre ersten Worte waren: „Für die, die zum ersten Mal hier sind: Lasst euch nicht von den ersten Übungen irritieren, es wird schon noch härter!“ Die erste Übung kam, war mir eigentlich hart genug und ich hatte Angst. Die zweite, dritte, vierte Übung kam und meine Angst behielt ihre Existenzberechtigung. Am Ende der Stunde war ich beinahe tot und der festen Überzeugung, mich in diesem Fitnessstudio anzumelden oder eine andere Alternative zu finden. Einen Kampfsportverein vielleicht, denn so konnte es ja nicht weitergehen. Nun, was tat ich? Ich aß die Süßigkeiten, die wir von der Trainerin als Neujahrsgeschenk bekamen, verkündete allen stolz meine neuen verspäteten Vorsätze und entschuldigte mit meinem Muskelkater jegliches Ausbleiben körperlicher Aktivitäten für die nächste Woche.

Vielleicht ist es eben doch immer dasselbe, diese Sache mit dem Sport. Und vielleicht sind Vorsätze wirklich nicht dazu prädestiniert, dass ihnen auch etwas nachgesetzt wird. Im Moment habe ich jedenfalls tragischerweise noch genug Ausreden, das Ganze nach hinten zu verschieben. Um mein Ziel realistisch zu formulieren: Rein hypothetisch ist es mir unter Umständen ja irgendwie möglich, meinen vagen Plan in den Semesterferien weiter auszufeilen und dann eventuell einen Sport zu beginnen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 17, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 17, 2014

Studentenleben live

Arbeit in der Bahnhofsmission

Wie ich in dem Eintrag vorher berichtet habe, bin ich gerade circa zwei Monate bei der Bahnhofsmission Koblenz tätig. Obwohl ich den Anreiz dazu durch das Studium bekommen habe, wollte ich mich schon lange sozial engagieren. Zum einen möchte ich gerne etwas für die Leute tun, die weniger Glück im Leben gehabt haben, zum anderen ist es ein gutes Gefühl, mal etwas Praktisches und Sinnvolles zu tun. Wir schenken beispielsweise Kaffee aus, helfen gehandicapten Menschen beim Umsteigen oder hören einfach nur zu. Die Arbeit macht einen demütig und dankbar dafür, wie gut es einem selbst geht.
Schade finde ich allerdings, dass Ehrenämter nie bezahlt werden. Als wäre es eine weniger wertvolle Arbeit, sich um Menschen zu kümmern als etwa Brötchen zu verkaufen. Traurig macht mich auch, wenn ich sehe, wie sich zwar alle Leute theoretisch furchtbar tolerant geben und auch gerne spenden, sich im direkten Kontakt mit am Rande der Gesellschaft Stehenden jedoch ganz schnell zurückziehen oder unwohl fühlen. Wobei ich auch nicht von der Hand weise, dass es natürlich unangenehm ist, neben jemandem mit einer Fahne zu sitzen, der sich eine Weile nicht gewaschen hat. Allerdings waren die Gäste der Bahnhofsmission, die ich bislang getroffen habe, durchgehend friedlich. Mein Kollege sagt immer, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt‘s auch wieder raus. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass Obdachlose nicht als Menschen zweiter Klasse gesehen werden, sondern weiterhin als genauso wertvolle Menschen wie andere. Nur so können sie auch den Weg zurück in die Gesellschaft schaffen.

 

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jan 17, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jan 17, 2014

Studentenleben live

Alles auf einmal

Nachdem mein Entschluss feststand, meine Bachelorarbeit erst im nächsten Semester zu schreiben, machte ich mich im Vorlesungsverzeichnis auf die Suche nach interessanten Veranstaltungen. Eine Vorlesung in Geschichte musste ich noch belegen, ansonsten hatte ich alle vorgeschriebenen Kurse bereits absolviert. Insofern hatte ich die freie Auswahl, und das sollte zu einem echten Problem werden.

Anscheinend hatten sich die Dozenten der Uni Potsdam nämlich dafür entschieden, dieses Semester eine interessante Veranstaltung nach der anderen anzubieten. Seminare zur Geschichte Israels (wollte ich schon die ganze Zeit besuchen, wurde aber nie angeboten), rassistischer Gewalt in Ostdeutschland nach 1989/90 (spannend und dazu noch hochaktuell durch die unfassbare Mordserie des NSU) und über die Rekonstruktion der Stimmung des deutschen Volkes vor dem Ersten Weltkrieg anhand von Zeitungsartikeln aus der Phase vor 1914. Die Liste könnte ich locker noch um zwei oder drei Veranstaltungen erweitern, die ebenfalls interessant klangen. Ihr seht also: Ich stand vor einem satten Überangebot.

Einige der Seminare schieden dann bei genauerem Hinsehen aufgrund von terminlichen Überschneidungen aus, sodass sich der Wald ein wenig lichtete. Trotzdem musste ich mich für bzw. gegen das eine oder andere Thema entscheiden. Letztendlich wählte ich das Israel-Seminar und die Veranstaltung über rassistische Gewalt in Ostdeutschland. Das Zeitungsseminar musste leider weichen. Doch auch so habe ich das Gefühl, dass das Zusatz-Semester keine Zeitverschwendung sein wird, sondern dass ich meinen Horizont noch einmal erweitern werde.

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Jan 16, 2014
Autor: Leon
Rubrik: studium
Jan 16, 2014