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Studentenleben live

Naziaufmarsch in Magdeburg

Jedes Jahr versammeln sich zum 18. Januar Neonazis aus ganz Deutschland in Magdeburg. Offiziell kommen sie um den Opfern des Luftangriffes, der an diesem Tag stattfand, zu gedenken. Als geschlossene schwarze Masse marschieren sie durch die Stadt.

Zum Glück gibt es mittlerweile viele Gegenaktionen. Mit der „Meile der Demokratie“, welche die gesamte Innenstadt einnimmt, wird ein wichtiges Zeichen bürgerschaftlichen Engagements gesetzt. Auf der Meile präsentieren sich Organisationen aus allen Bereichen sozialer Trägerschaft und politischen Engagements. Dieses Jahr kamen noch einzelne „Meilensteine“ hinzu. Dies sind Aktionsstände, welche sich über die Stadt verteilten und an denen Infostände mit Kleinaktionen angesiedelt wurden, um Gegendemonstrationen besser über die Stadt zu verteilen.

Zudem kamen an diesem Tag Gegendemonstranten aus ganz Deutschland, um aktiv mit Einwohnern der Stadt zu demonstrieren, und natürlich, wie könnte es anders sein, wurden auch Polizisten aus ganz Deutschland einbestellt, um die Demonstranten voneinander fernzuhalten. Gut abgeschirmt, konnten die rund 800 Nazis am Ende doch noch drei Stunden durch die Stadt laufen. Viele Stadtteile wurden abgeriegelt und sämtlicher Verkehr im Zentrum kam zum Erliegen. Ich kam am Abend nicht mehr nach Hause, ohne meinen Ausweis vorzuzeigen und einige Absperrungen zu passieren.

Der 18. Januar ist ein Tag im Ausnahmezustand. Begleitet von der Hoffnung, den Neonazis ein für alle Male zu zeigen, dass es in Magdeburg keinen Platz für sie gibt.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Feb 26, 2014

Studentenleben live

Erlösende Ferien

Am 31. Januar waren die Klausuren endlich geschafft. Nachdem die erste Prüfung nicht allzu gut lief, waren alle anderen Klausuren dafür gut zu meistern, was mich sehr erleichterte. Am Freitag sah man die Erstis schon anstoßen und feiern, da diese vor uns, den Drittsemestern, fertig geworden waren. Das machte mich ganz schön neidisch. Aber zwei Stunden später hatten auch wir endlich Ferien! Um das gebührend zu feiern, bin ich mit einer Freundin Mittagessen gegangen, bevor ich mit dem Zug nach Hause fuhr. Bei meiner Familie wollte ich mir eine entspannte Zeit machen.

Nachdem ich einige Bewerbungen für einen neuen Minijob und das Praxissemester im diesjährigen Wintersemester geschrieben hatte, waren mein Freund und ich erst einmal ein paar Tage Skifahren. Das war wunderschön, weil wir auch Glück mit dem Wetter hatten. Als wir zurückkamen und ich meine Mails checkte, waren zwei Einladungen angekommen: eine zum Probearbeiten in einem örtlichen Supermarkt und eine weitere zu einem Vorstellungsgespräch wegen des Praktikums. Vielleicht kann ich also im Winter bei einer sehr großen Firma arbeiten. Es läuft im Moment wirklich alles glatt, denn, was soll ich sagen? Den Job im Supermarkt habe ich bekommen!

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2014
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Feb 26, 2014

Studentenleben live

Vom Tod der Elektrogeräte

Alles begann vor ein paar Wochen. Ich wusste bis dahin nicht, dass irgendeine tiefergehende Beziehung zwischen meinem Computer und meinem Fernseher bestand, aber es muss sich um eine starke emotionale Bindung gehandelt haben, oder immerhin um Gruppenzwang, als beide kurz nacheinander verstarben. Der PC raffte sich zwar kurz noch einmal auf, aber es war zu spät. Ich will nicht zu dramatisch werden, aber ein bisschen erinnerte mich das Szenario durchaus an Romeo und Julia. Und wenn ich schon keinen Sinn darin sehe, dass mich beide nahezu zeitgleich verlassen mussten, dann möchte ich darin wenigstens Poesie sehen.

Ohne meinen PC bin ich wirklich aufgeschmissen. Nicht mal wegen des Internets, aber schon allein wegen meiner mühsam, liebevoll und kleinschrittig verfassten To-do-Listen. Man mag das Fanatismus nennen oder Vergessens-Paranoia, das tu ich hin und wieder ja auch selbst, aber ich brauche das einfach. In meinem Kopf ist kein Platz für Struktur und auch nicht in meinem Zimmer Ich schätze, genau darin liegt der Grund verborgen, warum ich so auf Ordnung in digitalen Dokumenten poche. Es fängt damit an, dass ich eine Datei besitze, in der ich immer etwa 15 Ideen für neue Blogartikel aufgelistet habe. Ich habe eine Liste mit Büchern, die ich noch lesen muss will sollte, weil irgendjemand, dessen Meinung mir mehr oder minder wichtig ist, sie mir empfohlen hat. Genauso ist es mit Filmen. Dann habe ich natürlich noch eine ganz klassische To-do-Liste mit banalem Zeug wie dem Putzplan, eine Liste mit meinen Zielen für das laufende Jahr, eine Liste mit bisher ungenutzten lyrischen Ergüssen, die darauf warten, in irgendein Gedicht eingeflochten zu werden, ein Dokument mit lauter Links zu literarischen Ausschreibungen, an denen ich letztendlich ohnehin nicht teilnehme, weil ich den Einsendeschluss immer verpasse.

Ich habe Menschen mit derartigen Strukturbedürfnissen eigentlich immer als besonders unsympathisch und verkrampft empfunden, aber da diese Dateien-Struktur niemals mein Denken erreicht, kann ich mich noch ganz gut aushalten. Eine Weile hatte ich sogar eine Liste über sämtliche Einkünfte und Ausgaben. Jetzt jedenfalls tue ich all die Dinge, von denen ich noch auswendig weiß, dass sie erledigt werden müssen, habe meine manuell erstellten Listen, lebe aber täglich mit dieser Angst, irgendetwas vergessen zu haben.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Feb 25, 2014