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Studentenleben live

Die Sache mit den Dozenten

Im Prinzip kennen wir sie alle aus der Schule, diese Äußerungen wie „Ja, das Fach war nie so meins, aber hat wahrscheinlich am Lehrer gelegen“. Wer glaubt, dass das im Studium ein Ende findet, den wage ich, naiv zu nennen.

Ich habe mich durchaus des Öfteren über diejenigen echauffiert, die vor jedem Seminar in Facebook-Gruppen nachfragen, bei welchem Dozenten mit dem wenigsten Aufwand die meisten Leistungspunkte zu erreichen sind. In unserem Studium gibt es viel Raum, eigene Schwerpunkte zu setzen, und kaum Modulbausteine, in denen es komplett identische Parallelveranstaltungen gibt. So etwas könnte man meiner Meinung nach auch mal wertschätzen lernen, eigene Entscheidungen treffen, welche Seminare man belegen möchte (denn irgendwelche Präferenzen muss man doch haben, wenn ein Auswahlangebot besteht), sich möglicherweise mit Freunden absprechen, um nicht allein in der Veranstaltung zu sitzen. Und am Ende der Seminarreihe dann konstatieren, ob man diesen Dozenten in Zukunft eher suchen oder meiden wird.

In manchen Fällen muss ich jedoch zugeben, dass solche Vorab-Recherchen berechtigt sind. Beispielsweise können wir uns im Kompetenzbereich Deutsch aussuchen, in welcher Vertiefungsveranstaltung wir unsere Modulprüfung ablegen wollen – wir müssen uns dabei aber an denjenigen Dozenten wenden, bei dem wir das zugehörige Seminar besucht haben. Ich hatte also fünf thematische Schwerpunkte zur Auswahl und meine inhaltliche Präferenz war leider an die strengste der Dozentinnen gekoppelt. Diese wollte schon vorab ein Exposé zu meiner Hausarbeit erhalten, das sie dann in einer Sprechstunde mit mir gemeinsam aufgreifen konnte. Ich empfand das zunächst als unnötigen Aufwand, konnte es aber dennoch verstehen, zumal diese Veranstaltung eine größere Vorlesung gewesen war und der Andrang dementsprechend hoch. Als sie begeistert auf meine Vorstellung von der Arbeit reagierte, meinte ich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich hatte schließlich für ein Thema gekämpft, mit dem ich mich gern beschäftigen wollte und war sicher, so trotz strenger Dozentin ein besseres Ergebnis zu erzielen als in einem Seminar, das mich weniger interessierte. Als ich dann jedoch erkennen musste, dass meine Kommilitonen von ihren Dozenten teilweise neue Fristen für ihre Hausarbeiten bekamen, weil ihr Zeitplan durcheinander geriet, war ich ein wenig resigniert. Meine Dozentin erlaubte mir nämlich nicht einmal, mehr Seiten als gefordert abzugeben. So hoffe ich nun, dass die Arbeit nach der teils radikalen Kürzung und in den Händen einer pingeligen Prüferin trotzdem irgendwie gut sein wird.

Über die Facebook-Fragerei werde ich mich nach eingehender Überlegung jedoch auch weiterhin echauffieren, denn hier geht es erstens ganz oft um weniger wichtige Leistungen als Modulprüfungen. Und abgesehen davon werden dort so oft Meinungen über Dozenten verbreitet, die ich nicht teile, dass ich nicht verstehe, wie man auf die Idee kommen kann, jemand völlig Fremden nach seiner Empfehlung eines Dozenten zu fragen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 22, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Apr 22, 2014

Studentenleben live

Zwei Väter

Rose Simon

Jeder, der nach Ljubljana kommt, geht zuerst auf den Hauptplatz, den Preseren Trg mit der Statue des slowenischen Nationaldichters France Preseren. Man sieht aber nicht nur das Denkmal des Dichters und seiner Muse, sondern auch die berühmte dreifache Brücke – die Ljubljanica –, den schönen Fluss und eine rosa Kirche. Rosa scheint hier eine sehr beliebte Farbe für Kirchen zu sein. Denn auf dem Hausberg Ljubljanas, dem Roznik, steht noch ein etwas kleineres Exemplar. Und auch viele Bahnhöfe sind hier in Rosa gehalten.

Aber zurück zur Kirche am Preseren Trg. Als ich sie mir genauer anschaute, musste ich feststellen, dass jemand etwas an die Außenfassade gesprüht hatte. „Jezus je imel dva oceta“ steht dort in großen schwarzen Lettern. Ich fand und finde es unmöglich, dass jemand seine Botschaft an ein heiliges Gebäude sprüht. Schließlich gehört es sich nun wirklich nicht, eine Kirche zu verschandeln. Aber nachdem ich nun schon länger meinen Sprachkurs besuche, kann ich mir ein Lachen kaum noch verkneifen, jedes Mal, wenn ich über den Hauptplatz laufe. Denn „Jezus je imel dva oceta“ heißt nichts anderes als: „Jesus hatte zwei Väter.“ Ob das jetzt ein Statement für eine Patchworkfamilie ist? Ich finde es jedenfalls ziemlich witzig. Und bin auch ein bisschen stolz, dass ich schon einen Witz auf Slowenisch verstanden habe.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Apr 16, 2014

Studentenleben live

Marketing und Supply Chain Management?

Ja, das funktioniert. Auch wenn es für den einen oder anderen auf den ersten Blick wie Apfelkuchen mit Ketchup wirken mag. Im zweiten Semester meines Marketingstudiums mussten wir uns für einen Wahlpflichtkurs entscheiden. Zur Auswahl standen Kurse wie „Project Management“, „Economic Policy in Europe“, „Corporate Transactions“, „Business Ethics“ und eben „Supply Chain Management“. Ich kann die Frage „Warum hast du als Marketer nicht Project Management genommen?“ schon förmlich hören. Die Antwort ist simpel: Erstens habe ich bereits die praktische Erfahrung in diesem Bereich während meines Praktikums machen können, und wollte aus diesem Grund einmal etwas anderes ausprobieren. Zweitens wurde mir der Professor, der Supply Chain Management unterrichtet, sehr empfohlen.

Vergangene Woche konnte ich mich selbst davon überzeugen: Er ist überaus strukturiert und verwendet viele verschiedene Medien, um uns die Vorlesungsinhalte näher zu bringen. So etwas mag ich. Außerdem könnte es ziemlich interessant werden, einen detaillierteren Blick auf die Wertschöpfungskette zu erhalten. Einige von euch würden mich wahrscheinlich eher am Ende dieser Kette ansiedeln. Mein Ziel: Nachfrage schaffen, Kunden zufriedenstellen und ihnen einen Mehrwert bieten. Klingt jetzt natürlich recht einfach. Marketing kann allerdings ziemlich komplex sein, vor allem, wenn man es gut machen möchte. Dasselbe kann man auch über Supply Chain Management sagen. Neue Technologien führen zu neuen Trends und neue Trends führen zu neuen Prozessen und Denkweisen. Zwar steht im Marketing immer noch der Kunde im Fokus, aber es gibt ja zwei Arten von Kunden: B2B (business-to-business; Firmenkunden) und B2C (business-to-consumer; Endkunden). Beide findet man in der Wertschöpfungskette.

Die Endkunden befinden sich – wie der Name schon vermuten lässt – am Ende der Kette und sind zum Beispiel Menschen, die in eine Buchhandlung gehen und ein Buch kaufen. Ein B2B-Kunde wäre in diesem Fall etwa ein Unternehmen, das Papier herstellt und Holz von einem Zulieferer bezieht. Dieser Zulieferer braucht natürlich auch ein gutes Marketing, um sein Produkt an seine Kunden zu verkaufen. Ihr seht also: Marketing und Supply Chain Management ist doch mehr miteinander verflochten als man zunächst denkt!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2014
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Apr 14, 2014