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Studentenleben live

Poetry Slam und andere Jahresziele

Der nächste Punkt auf meiner To-do-Liste für 2014 ist abgehakt: Ich habe an einem Poetry Slam teilgenommen. In einem meiner Texte mache ich mich über dieses ewige Listengeschreibe lustig.

„Und deswegen stecken wir uns diese Ziele,

die ungewöhnlich sind und speziell,

weil wir nur diesen Weg kennen,

uns zu sagen, wir wärn individuell.

Weil wir unsern Puls halt nur spüren,

wenn wir so langsam verrecken,

weil wir so vieles wissen und so viel verstehn,

aber einfach noch immer nicht checken,

dass diese Listen mit den Dingen,

die man in seinem Leben mal tun sollte,

nur dämliche Menschen erfinden.

Denn irgendwo hat doch jeder eigene Träume,

zwischen Pädagogiktexten und dem Kater von gestern

sitzt doch in jedem vom uns diese kleine Idee,

von der er einfach nicht wegkann, weil...

weil er nichts schreiben muss, um sie festzuhalten.“

Und ja, das sehe ich auch immer noch so. Es ist sinnfrei, sich an diesen Listen im Internet zu orientieren, auf denen so schwachsinnige Dinge stehen wie „einen Baum umarmen“ (das steht wirklich auf jeder Liste!), „Dudelsack lernen“ oder „länger an Liebeskummer leiden als die Beziehung gedauert hat“. Als gäbe es ein Patentrezept für ein erfülltes Leben jenseits des Mainstreams. Ich für meinen Teil träume eher von einem Pinguin in meiner Badewanne als von scheiternden Beziehungen und exzessiven Trauerphasen. Aber weil das mit dem Pinguin wahrscheinlich nie was wird, muss man sich die realistischen Dinge manchmal einfach aufschreiben, mehr als eine Art Selbstverpflichtung. Denn ganz oft sind das Dinge, die wir anderen als unsere Ziele erklären, die für uns selbst aber noch so wenig konkret sind, dass wir nicht einmal wissen, in welche Richtung wir laufen müssten. Als würden wir in ein Land fahren wollen, weil der Name cool klingt, ohne zu wissen, wo auf der Erdkugel sich dieser Staat befindet. Wenn da aber ein Stichpunkt auf einer Liste ist, mit einer großzügigen Deadline, und du weißt, dass du diesen Punkt irgendwann abhaken können willst, dann wird alles ein bisschen greifbarer. Und so kann ich nun auch den Poetry Slam abhaken und weiß gleichzeitig, dass ich ihn noch nicht ganz abhaken werde – denn dieses Gefühl, auf einer Bühne zu stehen und ein paar Minuten zu haben, in denen dir das Wort gehört, ist wunderschön.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 17, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 17, 2014

Studentenleben live

So schlimm wie an der Bucerius kann es nicht sein

Kennt ihr das, wenn ihr negativ über eine Sache redet, bis sich herausstellt, dass euer Gegenüber ein ganz großer Fan davon ist? Peinlich sowas. Ich war Zeugin, als sich ein Mädchen mit einer meiner Kommilitoninnen unterhielt. Meine Kommilitonin - damals noch vor Studienbeginn – machte sich Sorgen, welche Sorte von Leuten ihr wohl in ihrem Jurastudium begegnen würde. Nichtsahnend, dass sie an der Bucerius anfangen würde, sagt das Mädchen: „So schlimm wie an der Bucerius Law School können die Jurastudenten der Uni Hamburg gar nicht sein!“ Aus Furcht vor peinlichen Momenten folgte keine Aufklärung. Aber da ist sie, die Konfrontation mit den Vorurteilen, sodass man sich gar nicht mehr traut zu sagen, wo man Jura studiert.

Als mein Vater hörte, dass ich überlege, an einer privaten Hochschule zu studieren, war er, gelinde gesagt, entsetzt. In Deutschland kostet Bildung nichts, und dann soll man einen Batzen Kohle für genau den gleichen Abschluss hinblättern, den man anderswo für einen Appel und ein Ei bekommt? Meine Vorurteile von Schnöseln und Anzugträgern konnte ich auch erst abschütteln, als ich mir die Uni dann mal selbst angeguckt habe. Und wer denkt, hier studieren nur geldgeile Karrieretypen, der irrt sich. Auf dem Campus lümmeln lauter weltoffene, interessante und interessierte Studenten herum. Durch alternative Finanzierungsmöglichkeiten tummeln sich hier prozentual genauso viele BAföG-Empfänger wie an anderen Unis. Und auch die eine oder andere Rastalocke verirrt sich hierher. Ob eine Privatuni jetzt wirklich besser ist als eine öffentliche, kann ich nicht sagen. Da habe ich keinen Vergleich. Aber die persönliche Entwicklung, die ich in den letzten zwei Jahren durchlaufen habe, spricht Bände.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 10, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 10, 2014

Studentenleben live

Und nun komm, du alter Besen!

Was unterscheidet den Beginn und das Ende einer Prüfungs- oder Schreibphase? Während des Beginns ist der Haushalt so sauber wie selten und während der Endphase bleiben alle anderen Aufgaben liegen.

So ist es auch diesmal. Gerade fertig mit den letzten Zeilen, entfliehe ich dem Chaos und drehe draußen im Rotehornpark eine Runde im Sonnenschein. Die Elbe zieht ruhig dahin und glitzert verführerisch im Tageslicht, während ein paar Kanuten und ein Drachenboot rhythmisch die Ruder schlagend vorbeiziehen.

Wieder zurück in der Wohnung begutachte ich das Chaos: Berge von dreckigem Geschirr stapeln sich. Der Teppich ist gespickt mit Dreck. Die Wäsche macht eine Party in der Ecke. Mein Mitbewohner hat mir schon demonstrativ das Putzzeug an die Badezimmertür gestellt und zu allem Überdruss ist mein Fahrradreifen schon wieder platt, obwohl der Drahtesel vor zwei Wochen erst in der Werkstatt war. Diesmal gibt es keine Ausrede, den Reifen nicht selbst zu flicken.

Lauter Aufgaben, die nicht wichtig sind, aber doch dringend erledigt werden müssen. So hole ich seufzend den Besen aus dem Schrank und wünsche mir einen Zauberspruch wie in Goethes altem Zauberlehrling. Statt des Zauberschwurs lockt schon bald ein beschwingter Cumbia-Rhytmus den Esprit an, welcher den Besen leichter schwingen lässt und die Tassen fliegen ... und dank Rainers Youtube-Anleitung hat auch mein Hinterrad im Handumdrehen wieder Luft.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jun 9, 2014