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Studentenleben live

Erste Eindrücke von Israel

Heute vor einer Woche bin ich in Israel angekommen. Den Grund meiner Reise kann ich selbst nicht so gut definieren, wenn ich danach gefragt werde. Warum Israel, wenn du auch die Staaten oder Australien zur Auswahl hattest? Ich habe keine Ahnung. Irgendwas war da, das mich direkt fasziniert hat, als ich das Land auf der Liste unserer Partnerhochschulen gelesen habe.

In dieser Woche habe ich noch nicht viel erlebt, eigentlich habe ich nur die Hochschule, das Wohnheim und ein Kibbuz gesehen. Ich war in einer Mall, einem Nagelstudio und einem Supermarkt in der Stadt. Nichts Großartiges. Aber dafür habe ich umso mehr Menschen kennengelernt und diesbezüglich wurden meine Erwartungen wirklich übertroffen. Wenn ich über den Campus laufe, kennt mich immer irgendwer, auch wenn ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einmal seinen Namen weiß. Am Wochenende bin ich sogar schon eingeladen, mit einem Pärchen in ihren Heimatort zu fahren. Jeder will mir sein Land zeigen, will dafür sorgen, dass ich eine gute Zeit hier habe und in Deutschland nur Positives von Israel erzählen kann. Und ich muss sagen, bisher gelingt es ihnen sehr gut.

Um nicht allzu beschönigend zu wirken, hier eine Liste der nervigen Dinge:

  • Moskitos. Ich bin so zerstochen, das ist nicht mehr feierlich. Ich sollte demnächst mal irgendein Mittel dagegen kaufen. Womit wir beim nächsten Problem wären:
  • Einkaufen. Ich besitze kein Auto und bin darauf angewiesen, dass es immer jemanden gibt, der mich zum Supermarkt kutschiert. Andernfalls könnte ich mit dem Bus fahren, aber das ist wirklich nicht so komfortabel und die Fahrpläne der Buslinien sind, nett ausgedrückt, nicht ganz so schön getaktet wie ich das aus Deutschland gewohnt bin.
  • Kochen. Ich meine, ich bin auch in Deutschland nie die große Köchin gewesen und war immer reichlich unmotiviert. Aber hier besitze ich einfach nur eine einzige Herdplatte und nicht mal einen Backofen in meiner kleinen Küchenzeile. Da ist schlichtweg kein Platz, um wirklich vernünftig was zu Essen zu machen.
  • Orientierung. Ich kann kein einziges Schild lesen, ob es nun um die Räume in der Uni oder Preislisten am Kiosk geht.
  • Geld. Es ist alles so unglaublich teuer. Ich wusste, dass ich mich auf ein teures Land einlasse, aber ein bisschen geschockt hat es mich doch. Vier Euro für einen Liter Orangensaft, Vier Euro für eine Packung Käse. Ein spontaner Einkauf kostet hier bestimmt 40 Euro (160 Schekel).

Ansonsten geht es mir aber wirklich gut, wir haben schönes Wetter und alles fühlt sich mehr wie Urlaub an als Studium. Gerade ist es halb zehn Uhr morgens, ich sitze draußen vor meiner Wohnung, sehe strahlend blauen Himmel und Palmen und neben mir singt ein Student israelische Musik mit. So lässt's sich leben.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 31, 2014

Studentenleben live

Von der Nichtstuerei

Versuchskaninchen für neue Medikamente, Telefonsextelefonistin, Darstellerin bei RTL-Gerichtsshows. Drei der Jobs von der Liste, die ich vor knapp vier Jahren einer Freundin als definitiv studentenjobtauglich präsentierte – natürlich nicht ganz ernst gemeint.

So richtig gejobbt im klassischen Sinne habe ich noch nie, ich bin und war schon Babysitterin, Nachhilfelehrerin (Mathe und Französisch), Tutorin und … da hört die Karriere auch schon auf. Meine beste Freundin hat während der Schulzeit gekellnert und war neben dem Studium erst Verkäuferin in diversen Klamottenläden und dann Kopierfrau in einer Anwaltskanzlei. Mein Freund verdient sich als Pizza-Lieferant etwas dazu und zu meinen besten Unifreundinnen gehören ein „Mädchen für alles“ bei einem Fernsehsender und eine studentische Hilfskraft beim Radio.

Der Grund dafür, dass ich so einen regelmäßigen Job bisher nicht längerfristig ausgeübt habe, liegt mit Sicherheit auch daran, dass meine Eltern mir das Studium finanzieren können. Ich muss nicht jeden Monat überlegen, wo ich das Geld herbekomme, um Miete, Essen und Studienmaterial zu bezahlen. Wenn ich mal wieder einen Abend lag auf meine Babysittingkids aufgepasst habe, habe ich ein paar Euro mehr, um mir Bücher, DVDs, einen Kino-Abend inklusive Popcorn oder ein Paar nicht notwendige, aber wunderschöne, neue Schuhe zu leisten.

Ich weiß, dass das ein ziemlicher Luxus ist und bin heilfroh darüber, nicht auf eine regelmäßige Arbeit neben dem Studium angewiesen zu sein. Dennoch nutze ich jede Möglichkeit, Geld zu verdienen. Man weiß schließlich nicht, ob es so weiter geht. In einem Jahr fängt meine Schwester vielleicht auch an zu studieren und meine Eltern müssen den Geldhahn etwas zudrehen. Außerdem finde ich es gut, verschiedene Job-Erfahrungen zu sammeln, dabei auch Kontakte zu knüpfen und Einblicke in Branchen zu erhalten, die man nicht jeden Tag sieht.

Bisher waren meine Einblicke relativ mau gesät. Das Tutorium hat etwas Geld gebracht und ich kann jetzt allen meinen Freunden erklären, wie die Uni-Website oder die Modulwahl im fünften Semester aussehen. Babysitten … naja, wie man Kinder dazu zwingt, sich die Zähne zu putzen, ist sicherlich förderlich für meine Fähigkeiten als Mutter in ein paar Jahren. Nachhilfe ist ebenfalls unspektakulär.

Dafür hatte ich vor ein paar Wochen die Möglichkeit, an einem richtigen Filmsets einen Blick hinter und vor die Kamera zu werfen und zu sehen, mit welchen Tricks dort gearbeitet wird – Zeitreise ins letzte Jahrhundert inklusive.

Im Internet war ich zufällig auf die Anzeige gestoßen. Drehort: Raum Düsseldorf. Komparsen von 18 bis 65 gesucht. Keine grell gefärbten Haare, Tattoos oder Piercings. Ach, bewerben kann man sich ja mal. Ein paar Wochen später klingelte dann mein Handy. „Hallo Janna. Hast du morgen spontan Zeit?“ Und so kam es, dass ich in einem Kinofilm mitspielte.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 31, 2014

Studentenleben live

Erste Woche Uni

Die erste Uni-Woche ist rum und ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit den Studieninhalten. Medienwissenschaft im Master an der Uni Tübingen hält wirklich, was es verspricht, nämlich den Praxisbezug. Von Anfang an sind kontinuierlich wir Studierenden gefordert. Sei es, dass wir eigene Themen für ein Printmedium recherchieren, Themen für den Hörfunk aufbereiten oder kritische Rezensionen schreiben. Am Wochenende hatten wir ein Blockseminar zum Thema Print, das von einem Autor des „Spiegel“ begleitet wurde, was wirklich wahnsinnig spannend war und wovon wir bestimmt sehr profitieren. Er wird uns bei unseren Fortschritten bei der Themenbearbeitung begleiten und uns durch seine Erfahrung unterstützen. Ich habe wirklich den Eindruck, dass wir hier gut betreut werden und kennenlernen, wie es in der Praxis zugeht. So ist das Seminar „Hörfunk“ zum Beispiel so aufgebaut, dass wir einen kompletten Arbeitsprozess durchlaufen, wie das ein Freiberufler beim Hörfunk auch machen würde: vom Exposé über die ersten Schritte im Feld bis zur endgültigen Abgabe. Die Professoren sind wirklich gut und viele kommen aus der Praxis, wissen also wirklich, wie es im Berufsalltag zugeht. Ein negativer Punkt bleibt, wenn der auch nicht groß ist: Es wird wahnsinnig viel verlangt. Es bleibt nicht viel Zeit, um Kommilitonen kennenzulernen oder die Stadt zu erkunden. Die Abgabefristen und Referatstermine stehen bereits und wir hecheln jetzt schon hinterher. Allerdings stehe ich hinter meinem Master noch einmal ganz anders, als hinter dem Bachelor: Ich will wirklich noch einmal zwei Jahre dranhängen und mache das mehr denn je mich uns selbst. Dass ich so ins kalte Wasser geworfen werde und viel leisten muss, ist im Endeffekt natürlich auch nur zu meinem Besten.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Oct 31, 2014