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Studentenleben live

Worauf es im Leben ankommt

Vier Wochen nach Trimesteranfang war der letzte Rest südafrikanische Gelassenheit, den ich versucht habe, mir zu bewahren, fast gänzlich verschwunden. Der Stress geht langsam wieder los. An jedem zweiten Wochenende musste ich Klausuren schreiben, die ich zur Zulassung zum Staatsexamen bestehen musste, Außerdem hatte ich eine Probeklausur, die ausgerechnet am Valentinstag stattfand. Wenn man in so einer Phase wieder in seiner eigenen Blase aus Lernen und Klausuren versinkt, kann eine Relativierung der eigenen „Probleme“ nicht schaden.

Seit Anfang des Jahres bin ich Mitglied in der „Law Clinic“, einem Programm der Bucerius Law School, bei dem Anwälte eine ehrenamtliche Rechtsberatung anbieten und dabei von Studierenden unterstützt werden. Würden wir selber beraten, wäre das wahrscheinlich eher schädlich als hilfreich ... Und so sitze ich zum ersten Mal in einer Beratung und höre mir Probleme an, die so ganz anders sind als mein Klausuren-Stress. Bei einem Großteil der Ratsuchenden geht es um nicht bezahlte Sozialleistungen. Besonders mitgenommen hat mich das Schicksal eines Nordafrikaners, der 21 Jahre lang in einem Betrieb in Deutschland gearbeitet hat, seine Tätigkeit jetzt aber wegen starker gesundheitlicher Probleme nicht mehr ausüben kann. Dieser Job war seine Existenzgrundlage und nun weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Ich bin überzeugt, diese Beratungen sind eine sehr gute Möglichkeit, gerade in Zeiten von PEGIDA, Berührungspunkte mit in Deutschland lebenden Ausländern aufzubauen und in der Gesellschaft bestehende Vorurteile abzubauen. Und sich daran zu erinnern, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als ein „gut“ in der nächsten Strafrechtsklausur.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 12, 2015

Studentenleben live

Abgabe

Es ist endlich geschafft! Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich, bei strahlendem Frühlingssonnenschein, meine Bachelorarbeit abgegeben. 48 Seiten über die vielversprechende neue Energiepflanze „Sambucus ebulus“ umfasst mein naturwissenschaftliches Abschlusswerk für meine universitäre Gesellenprüfung. Ich bin so froh und dankbar, dass ich es nach vielen Hochs und vor allem ausgedehnten Tiefs nun doch noch fertiggebracht habe. Als ich mit einem USB-Stick vor dem Copy-Shop stand, war ich schon ziemlich nervös und irgendwie war mir auch schlecht. Aber ich wollte es endlich hinter mich bringen. Im Laden wurde mir gesagt, ich solle erst mal alles durchchecken und dann eine Seite zur Probe ausdrucken. Wenn die passt, soll ich erst einmal nur ein Exemplar der Arbeit ausdrucken (beim Prüfungsamt müssen drei Exemplare abgeben werden) und auch das ganz sorgfältig prüfen. Noch bevor ich die erste Probeseite gedruckt habe, ist mir aufgefallen, dass zum Schluss doch noch etwas mit den Seitenzahlen schief gegangen ist. Mitten in der Arbeit gibt es einen Sprung von drei Seiten. Na toll. Was nun? Nochmal nach Hause an den PC und eine weitere Kampfsitzung mit meinem persönlichen Panikprogramm MS Word 2013 starten? Ich entschied mich dagegen und habe die Arbeit mit Seitenfehler fünf Mal ausgedruckt. Nach dem Drucken sollte man auf keinen Fall mehr in die Arbeit schauen. Zu fatal wäre es, dann doch noch einen Fehler zu finden – und den findet man unter Garantie. Daran habe ich mich gehalten.

Und nun ist es vorbei. Verrückt. Zur positiven Verstärkung bin ich direkt nach der Abgabe im Prüfungsamt zum Uni-Shop gegangen und habe mir einen kuscheligen Uni-Bayreuth-Pullover gegönnt. So kann ich endlich auch ein bisschen Zugehörigkeitsgefühl zeigen. Ich denke, die Abgabe der Bachelorarbeit ist dafür ein gut gewählter Moment, denn an diesem Tag ist man unheimlich glücklich und stolz und fühlt sich der Uni ganz schön nah. Mit Stolz werde ich ihn tragen, denn er wird mich an einen guten Tag erinnern.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Mar 12, 2015

Studentenleben live

Verspätetes Silvester

Eine Woche bin ich nun schon wieder in Deutschland. Nach Israel zu gehen, war rückblickend eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe. Hier in Ludwigsburg scheint sich in meiner Abwesenheit nicht viel verändert zu haben. Die Baustelle an der PH ist vom Erdgeschoss in den Keller verschoben worden und mein Zimmer ist auch noch dasselbe, nur dass jetzt eine mit „Fernweh“ beschriftete Kiste neben meinem Schreibtisch steht, voll mit Flyern, Land-, Post- und Wanderkarten, Tickets, Souvenirs und so weiter.
Irgendwie bin ich seit meiner Rückkehr total in Neuanfangs- und Umstrukturierungslaune, meine, mein Leben umkrempeln zu müssen, wie andere Leute sich das zu Silvester vornehmen. So bin ich jetzt auf der Suche nach einer Klavierlehrerin, um endlich mein E-Piano von seiner Staubschicht zu befreien, und nach einem Nebenjob, um meine Finanzen mal dauerhaft in den Griff zu bekommen und ein bisschen das Gefühl zu haben, dass ich auch etwas leiste. Das klingt jetzt hart und als wäre ich ein kleines verwöhntes Gör, aber ich finanziere mich momentan wirklich von BAföG, Kindergeld, Unterhalt sowie Taschengeld von meiner Tante. So gut fühlt sich das nun echt nicht an.
Hätte ich nicht das Praxissemester vor mir, würde ich wahrscheinlich auch noch gleichzeitig meinen Führerschein in Angriff nehmen und mal wieder einen neuen Sport ausprobieren. Aber so reichen mir diese zwei Pläne gerade aus. Die Jobsuche ist nämlich gar nicht so einfach, wenn man nicht Auto fahren kann, sich zum Kellnern zu ungeschickt findet, keine Lust hat, auf Messen zu promoten oder Telefonistin in einem Callcenter zu sein. Auch nicht, wenn man nicht weiß, ob man für Bekleidungsgeschäfte stilsicher genug ist, für einen Barjob ausreichend Gelassenheit, Coolness und Ausstrahlung mitbringt und, und, und. So viel bleibt da irgendwie gar nicht übrig, und oft sind die Angebote zu weit entfernt, erfordern Vorkenntnisse oder finden vormittags statt. Aber ich gebe nicht auf!

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 11, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 11, 2015