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Studentenleben live

Von vorn anfangen

Jonathan Safran Foer legt einem seiner Charaktere etwa folgende Worte in den Mund: „Wenn ich zwei Leben gehabt hätte, dann hätte ich eines mit ihr verbracht.“ Am Anfang fand ich diesen Satz ziemlich hart. Und genaugenommen hat sich daran auch nichts geändert, aber mittlerweile finde ich ihn vor allem ziemlich wahr. Dass wir nur ein Leben haben, würde ich jetzt nicht unbedingt als krasses Problem bezeichnen, aber irgendwie belastet es mich manchmal doch. Ich meine, klar, wir können uns täglich neu entscheiden, wir können Dinge verändern, wir können Menschen aus unserem Leben entfernen und neue hinzufügen, sofern sie hinzugefügt werden wollen, wir können uns beruflich neu orientieren, unsere Ernährung umstellen, wir können so vieles, aber die Zeit zurückdrehen, das können wir nicht. Und irgendwie erscheinen mir manche Entscheidungen im Nachhinein dann doch vielmehr als Korrekturen. Als hätte ich das Lenkrad herumgerissen, während der Wagen mit gleichbleibender Geschwindigkeit durch die Gegend prescht.

Bei mir geht es immerhin nicht um Menschen. Es sind vielmehr meine Ziele, mein Studium, über die ich ernsthaft nachdenke. Ja, ich weiß, vergangenen Monat habe ich noch berichtet, dass ich das Gefühl habe, angekommen zu sein und mir meiner Berufswahl sicher bin. Und genau das ist mein Problem. Ich bin mir sicher und ich bin es nicht. Ich will Lehrerin werden und ich will es nicht. Ich will so viel anderes auch. Nicht stattdessen, sondern gleichzeitig. Und immer, wenn ich Menschen treffe, die gerade Abitur gemacht haben, die Füße noch unter dem Esstisch ihrer Eltern, den Kopf voll mit Ideen, dann will ich auch. Auch nochmal entscheiden. Denn wenn ich ehrlich bin, finde ich es manchmal langweilig, die Frage „Und was machst du so?“ mit einem trockenen „Lehramt“ beantworten zu müssen. Wobei ich froh sein kann, dass es immerhin Sonderpädagogik ist. Das zeigt wenigstens meine soziale Ader und dass ich nicht nur scharf auf zwölf Wochen Urlaub bin.

Wenn ich zwei Leben hätte, wäre ich in einem Lehrerin. Im zweiten bin ich mir noch nicht so sicher.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Aug 27, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Aug 27, 2015

Studentenleben live

Arequipa

Ich mache meine große Rundreise durch Peru, Bolivien und Ecuador mit drei verschiedenen Freunden. Dieser Reisepartnertausch ist auch der Grund, warum ich nicht direkt von Cusco nach Arequipa gefahren bin, sondern zurück nach Lima. Und eigentlich ist es ganz praktisch, hier so eine Art Basislager zu haben, in dem ich Wäsche waschen und durchatmen kann.

Die nächste Reiseetappe unternahm ich mit einer Freundin, die ich aus dem Masterstudium kenne. Unsere erste Station war Arequipa. Von den Einheimischen wird dieses Stadt auch als „weiße Stadt“ bezeichnet, da sie aus hellem Vulkangestein erbaut worden ist. Wohl am Sehenswertesten ist das Nonnenkloster Santa Catalina. Wenngleich man relativ viel Eintritt zahlen muss, lohnt sich das echt. Das Kloster bildete eine quasi autonome Stadt in der Stadt und ist erstaunlich gut erhalten. Es ist kaum vorstellbar, dass die letzten Nonnen erst vor 40 Jahren die kalten Steinhäuser des einst sehr wohlhabenden Klosters geräumt haben sollen.

Wir übernachteten in Arequipa bei der Mutter eines peruanischen Freundes aus Deutschland und wurden von ihrer Gastfreundschaft geradezu überschüttet. Wir quatschten bis zum späten Abend, tranken Unmengen an Kräutertee und sie bekochte uns mit einigen typischen Gerichten: vom Klassiker Mais mit Käse bis hin zu getrockneten Kartoffeln, die wie Bohnen im Wasser rehydriert werden können und bis zu zehn Jahre haltbar sind. Wie alt sie tatsächlich waren, weiß ich nicht, doch geschmeckt haben sie echt gut.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Aug 27, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Aug 27, 2015

Studentenleben live

Bachelor Blues

Nun ist es also Sonntagmorgen und während sich andere Leute da noch im Bett räkeln oder die erste Tasse Kaffee trinken, sitze ich schon im Lern- und Studiengebäude unserer Uni. Und das ist auch wirklich besser so. Denn nachdem ich gestern eigentlich zu Hause etwas für meine Arbeit machen wollte und dann doch im Freibad in der Sonne lag, muss ich irgendwo hin, wo ich mich nicht ablenken kann. Aber leider muss ich sagen, dass ich nicht wirklich motiviert bin. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich mir Schöneres vorstellen kann, als am Sonntag alleine in einem kleinen Raum vor dem Computer zu sitzen. Mein Problem ist, dass ich nicht wirklich vorankomme. Bevor ich weiter schreiben kann, muss ich zunächst eine Textdatei auf Fehler untersuchen. Und nach ein paar Stunden bin ich erst auf Seite 80 von 183. Und das ist irgendwie ganz schön frustrierend. Überhaupt ist es ja meistens nicht das Recherchieren oder Schreiben an sich, das einen in den Wahnsinn treibt. Am schlimmsten ist die Technik. Denn natürlich funktioniert immer alles einwandfrei – bis du es eilig hast. Dann streikt der Computer oder Drucker oder was auch immer nämlich hundertprozentig. Das kann einem wirklich den letzten Nerv rauben. Genauso ging es mir auch vor ein paar Tagen. Ich wollte einige Bücher mithilfe eines Texterkennungsprogramms einscannen, damit ich sie danach am PC untersuchen kann. Dafür saß ich eine gute Dreiviertelstunde in der Bibliothek und scannte fleißig Seite für Seite – und am Ende konnte die Datei nicht gespeichert werden. Toll. Aber gut. Irgendwie muss ich da jetzt durch. Und irgendwann ist es ja vorbei.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Aug 26, 2015