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Studentenleben live

Zu jung fürs Studium?

Für Studierende der höheren Semester kann die Zeit der Orientierungsphase, die hier in Göttingen drei Wochen andauert, gleichermaßen belustigend, aber auch nervig sein. Überall treffe ich auf aufgeregte Erstis. Gegen die 17- und 18-Jährigen komme ich mir fast vor wie eine alte Oma. Trotzdem beneide ich die Neuen nicht.

Wenn ich auf die letzten drei Jahre zurückblicke, muss ich sagen, dass ich ziemlich zufrieden damit bin, mein Abitur noch in 13 Jahren Schule gemacht zu haben. Als ich fertig war, war ich 19 Jahre alt und obwohl ein oder zwei Jahre Altersunterschied nicht gerade die Welt sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das Ganze mit 17 oder 18 genauso gut hinbekommen hätte. Nach meinen ersten zwei Semestern in Bonn entschied ich mich dazu, meiner Heimat wieder ein bisschen näher zu kommen und zog gemeinsam mit drei Freundinnen nach Göttingen. Klar, es ist immer aufregend, etwas Neues von der Welt zu sehen und Bonn ist wirklich eine wunderschöne Stadt, in der mir mein Studium auch immer Spaß gemacht hat. Trotzdem habe ich meine Entscheidung bis heute nicht bereut.

Als ich vergangene Woche in Frankfurt auf der Buchmesse war, traf ich abends an der Fernbushaltestelle zwei Jungs, die ebenfalls auf dem Weg nach Göttingen waren. Die beiden, die im Sommer gerade erst ihr Abitur gemacht haben, fangen nun an der Georg-August-Universität an zu studieren. Für mich war es ein tolles Gefühl, mein Wissen an die beiden Erstis weitergeben zu können, das ich während meiner Zeit in Göttingen gesammelt habe. Gleichzeitig fragte ich mich aber auch, wie sie ihren Unistart meistern und ob sie ihr Zuhause vermissen würden.

Heute bin ich froh, dass meine Heimatstadt nur eine halbe Zug- oder Autostunde entfernt liegt. Der Gedanke, jemals wieder weiter von meinem gewohnten Umfeld getrennt zu sein, macht mir keine Angst – schließlich kann ich nicht wissen, wohin es mich in Zukunft verschlägt –, aber gefallen tut er mir trotzdem nicht. Für mich war es genau das Richtige, nach Göttingen zu ziehen. Hier habe ich mein eigenes Leben, das ich mit neuen und alten Freunden jeden Tag aufs Neue gestalten kann. Trotzdem kann ich jederzeit nach Hause fahren, sollte ich eine Hühnersuppe von Mama oder einfach nur mal eine Umarmung brauchen. Ich denke, am Ende ist das keine Frage des Alters, aber ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es für mich zu früh gewesen wäre, mit 17 Jahren das heimische Nest endgültig zu verlassen.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Nov 10, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Nov 10, 2015

Studentenleben live

Wohnen

Das mit dem Wohnen ist ja immer so eine Sache. Meine Freundin und ich suchen für unsere WG gerade nach einer weiteren Mitbewohnerin. Eine Sache, die im Wohnheim einfacher war, dort musste ich nämlich nicht viel entscheiden, sondern bekam hin und wieder neue Mitbewohner und mit denen musste ich mich dann arrangieren. Jetzt, in einer gemieteten Wohnung außerhalb des Unicampus, ist die ganze Prozedur etwas aufwendiger: „WG-gesucht“-Einträge mit attraktiven Fotos und ansprechenden Texten schreiben sich nicht von selbst und auch für die Treffen mit den Bewerbern müssen wir uns Zeit nehmen und Geduld aufbringen.

Am Sonntag hatten wir zwei Interessentinnen da und eigentlich hat alles gestimmt, sie waren sogar sympathisch, aber irgendwie hatte ich trotzdem nicht das Gefühl, dass ich mit ihnen direkt „warm werden“ könnte. Meine Mitbewohnerin und ich schlugen uns also ein paar Tage lang mit der Frage herum, was wir den beiden antworten sollen, bis sich eine weitere Bewerberin meldete. Maja ist Dänin und für ein Auslandspraktikum in Deutschland, der Mietzeitraum passt ihr perfekt und wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Wir haben viel geredet, viel gelacht, Tee getrunken und mir war sofort klar, dass sie die perfekte Mitbewohnerin wäre.

So ist zumindest unser erstes Wohnungsproblem gelöst. Das zweite besteht darin, dass wir selbst in einem halben Jahr ausziehen müssen. Da unser Vermieter mit im Haus direkt unter uns wohnt, gab es häufiger unangenehme Situationen und Missverständnisse.

Nun müssen wir also eine neue Wohnung suchen. Zwei wesentliche Schwierigkeiten ergeben sich dabei: Ich würde gerne mit einer Freundin zusammenwohnen, die momentan noch in Afrika ist, und Ludwigsburg ist mittlerweile auf Platz 37 der Städte mit schwierigem Wohnungsmarkt – Stuttgart steht sogar noch weiter oben. Unsere Präferenz ist Stuttgart, daher brauchen wir wohl viel Geduld bei der Wohnungssuche.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 10, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 10, 2015

Studentenleben live

Die Vorbereitungen laufen

Schon seit Juli laufen die Vorbereitungen für mein anstehendes Auslandssemester in Oslo, das ich zusammen mit einer Freundin machen werde. Angefangen hat alles mit einem Motivationsschreiben für ein Erasmus-Stipendium, am Ende mit einer Online-Bewerbung bei der Hochschule in Oslo selbst. Zwischendurch ist immer viel Zeit vergangen, in der nichts passierte, und wir einfach nur warten mussten. Erst Anfang Oktober kam die Zusage. Sie enthielt auch die Info, dass es Anfang Januar schon losgehen wird und wir die Fächer „Information and Communication Theory“ sowie „Web Publishing and Information Architecture“ belegen dürfen.

Das ganze Bewerbungsverfahren ist zum Glück recht unproblematisch abgelaufen, da die Hochschule in Oslo sehr gut organisiert ist und auch für Fragen immer erreichbar war. Zum Glück lief die Kommunikation auf Englisch, da ich kein Wort Norwegisch spreche. Auch die Kurse werden alle auf Englisch gehalten, so dass ich vor Ort eigentlich auch ohne Norwegisch-Kenntnisse gut zurechtkommen sollte.

Mit dem „Admisson letter“ bekamen wir eine ganze Reihe an Aufgaben, die noch erledigt werden mussten: für einen Wohnheimplatz bewerben, bei der Polizei in Oslo registrien, den Erasmus-Vertrag unterschreiben, das „Learning Agreement“ ausfüllen und, und, und. Also setzten wir uns zusammen und begannen mit der Bewerbung für einen Platz im Studentenwohnheim. Jedem international Studierenden wird ein Einzelzimmer in einem der Wohnheime zugesichert. Es gibt 22 verschiedene Häuser, die über die ganze Stadt verteilt sind und je nach Lage, Ausstattung und Größe unterschiedliche Preise haben. Die meisten Zimmer haben zwischen zehn und 15 Quadratmeter. Küche und Bad teilt man sich mit mehreren anderen Studierenden. Trotz der geringen Zimmergröße sind die meisten doch recht teuer. Für ein Zimmer zahlt man umgerechnet mindestens 300 Euro – und das in den günstigeren Häusern. Ich schätze, an diese Preise müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen.

Bis zum 1. November musste ich meine sechs Wunschwohnheime angeben haben, jetzt warte ich darauf, einen Vertrag zugeschickt zu bekommen – und hoffe, in das gleiche Wohnheim wie meine Freundin zu kommen.

Autor: Nicole  |  Rubrik: studium  |  Nov 6, 2015
Autor: Nicole
Rubrik: studium
Nov 6, 2015