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Bachelor live

Auszeitz

Jüngst brachte mich die S-Bahn Mitteldeutschland in 38 Minuten gen Süden über die Sächsisch-Sachsen-Anhaltische Grenze nach Zeitz. Was mich in dem kleinen Ort erwartete, war überraschend.
Zeitz scheint eines der vielen Beispiele für die aktuellen Entwicklungen in Sachsen-Anhalt zu sein. Mitunter fühlte ich mich wie in einer Geisterstadt. Aus verschiedenen Epochen finden sich noch Beschriftungen an den zusehends einstürzenden Häusern: hier Hinweise auf Generationen alte Handwerksbetriebe, da noch ein Schild einer waschechten Konsum-Filiale und dort findet sich noch immer das blau-weiße Logo der vor Jahren Pleite gegangenen Drogerie-Kette Schlecker. In den Ladenstraßen der Innenstadt steht jedes zweite Geschäft leer. Die einzige Möglichkeit, etwas zu essen zu bekommen, stellt ein einzelnes Wirtshaus am Markt dar. Der Bäcker, der Dönerladen – geschlossen. Es war kaum eine Menschenseele unterwegs.
In krassem Kontrast zur Zeitzer Innenstadt stand die Schlossanlage Moritzburg. Hier wurde investiert, das sieht man. Wir besuchten das Deutsche Kinderwagenmuseum im Schloss. Man schien froh zu sein, an diesem Nachmittag mit uns immerhin noch zwei Besucher zu haben. In Zeitz werden schon seit Hunderten von Jahren Kinderwagen gebaut. Neben den Produkten der Schokoladenfirma Zetti mit ihren Knusperflocken sind es wohl die erfolgreichsten Exportprodukte der Stadt. Mittlerweile heißt die Firma ZEKIWA (die einfallsreiche Abkürzung steht für „Zeitzer Kinderwagen“) und produziert im Ausland. Im Kinderwagenmuseum gibt es einiges über die Entwicklung der Gefährte zu erfahren und auch einige skurrile Objekte zu bestaunen. Und da wir die einzigen Besucher waren, wurden uns die Federungsmechanismen gleich direkt vom Personal vorgeführt und erklärt.
Nach diesem Besuch in Zeitz musste ich mich fragen: Was ist da los mit meiner Heimat Sachsen-Anhalt? Was läuft schief in dieser Stadt? Wieso bröckelt überall der Putz? Wie kann man historische Bausubstanz so verfallen lassen? Und wo sind all die Menschen? Könnte Zeitz nicht auch eine ideale Vor- und Pendlerstadt von Leipzig sein? Es bleiben die Fragezeichen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Mar 17, 2017

Bachlor live

Die Uhr tickt

Noch ein Monat bis zum Examen. Soll ich überhaupt noch lernen? Oder ist das nicht eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein? Ist nicht die Wahrscheinlichkeit, dass etwas drankommt, was ich jetzt noch lerne, so verschwindend gering, dass es sich gar nicht mehr lohnt? Meine Motivation ist im Keller.
Noch zehn Tage bis zum Examen. Euphorie wechselt sich mit Nervosität ab. Ich halte mich streng an meinen Lernplan – das einzige, was mir Halt und ein Gefühl von Sicherheit gibt.
Noch drei Tage. Jetzt ist meine Motivation auf dem absoluten Tiefpunkt. Mir reicht’s, ich will endlich fertig sein!
Noch ein Tag. Strahlender Sonnenschein, ich bin gut drauf. Ab und zu überfällt mich ein mulmiges Gefühl. Da ist sie, die Aufregung. Um 16 Uhr schalte ich mein Handy aus. Aufmunternde Worte per WhatsApp und Co. will ich jetzt nicht mehr empfangen, sie machen mich nur nervös.
Der Wecker klingelt. Die Zeit, auf die ich mein gesamtes Studentenleben hingearbeitet habe, ist gekommen. Jetzt wird mein Wissen, das ich mir in den vergangenen vier Jahren angeeignet habe, auf die Probe gestellt. Bewaffnet mit zwei schweren Gesetzestexten, fünf Müsliriegeln und einer Banane steige ich aufs Fahrrad und radle zum Justizprüfungsamt. Aufgeregte Gesichter warten mit mir darauf, dass sich die Türen zum Prüfungssaal öffnen. Mit dabei sind zum Glück einige bekannte Gesichter aus meiner Uni. Die Tür geht auf, die Meldung wird kontrolliert und man zieht seine Platznummer für einen Tisch in diesem großen Raum. Noch bis 8.45 Uhr habe ich Zeit, meinen Platz vorzubereiten, noch besseres Linienpapier abzugreifen und mich zu sammeln. Dann werden die Sachverhalte ausgeteilt. Mein Herz schlägt laut. Hoffentlich kommt etwas dran, was mir liegt!
Die Sachverhalte dürfen umgedreht werden, die fünf Stunden Bearbeitungszeit beginnen. Überraschung: Eigentlich ist es dieser in etwa so wie in den Übungsklausuren, die ich jeden Freitag geschrieben habe. Hochkonzentriert geht das Schreiben los, nur ab und zu durchzogen von der blitzschnellen Erkenntnis: „Diesmal kommt es echt darauf an.“
Drei Minuten vor der Abgabeschluss lege ich den Stift nieder. Die erste Klausur ist geschafft.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 16, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 16, 2017

Bachelor live

Up in the air

Es ist 5 Uhr morgens und damit viel zu früh, um im ICE zu sitzen. Besser wird die Situation auch nicht dadurch, dass ich wach bleiben muss, um nicht die Station zu verschlafen, wo mein Anschlusszug abfährt. Wohin geht es, dass ich bereits um 5Uhr morgens am Hauptbahnhof stehe? Die lang geplante Reise nach Kanada steht an! In wenigen Stunden werde ich – hoffentlich tief schlummernd – im Flugzeug sitzen und den Ozean überqueren. Es verschlägt mich für zwei Wochen ins wunderschöne Montreal. Ich kann es kaum erwarten, endlich dort zu sein. Dort herrschen gerade Temperaturen von -15 Grad Celsius vor. Die entsprechen nicht ganz meinem Geschmack, aber es gibt ja bekanntlich nur die falsche Ausrüstung und nicht das falsche Wetter.
In der ersten Woche habe ich Zeit, die Stadt zu erkunden und erste Eindrücke von Kanada zu gewinnen. Die zweite Woche wird sehr viel stressiger mit der Harvard World Model United Nations und ihrem straffen Zeitplan. Ich werde versuchen zwischen Meetings, Verhandlungen und dem Abendprogramm zu berichten. Für die Sightseeing-Woche in Montreal habe ich mir ehrlich gesagt noch nicht viel vorgenommen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale, die Vielzahl der Museen und die Untergrundstadt werden natürlich auch auf meinem Programm stehen, aber sonst freue ich mich darauf, einfach durch die Altstadt zu schlendern und dort kleine Boutiquen und Cafés zu entdecken.
Der Großteil der MUN-Delegation kommt erst am Freitag in Montreal an, aber einige trudeln auch schon im Lauf der Woche ein. Ansonsten hat man ja auch in den Hostels genügend Möglichkeiten, Menschen kennen zu lernen, mit denen man in einer neuen Stadt gemeinsam etwas unternehmen kann. Auch auf dem Portal Couchsurfing, wo man auf unkonventionelle Art und Weise ein kostenfreies Bett nahezu überall auf der Welt bekommen kann, gibt es viele Einheimische, die Stadtführungen anbieten oder mit den Neuankömmlingen etwas unternehmen möchten. Ich kann es kaum erwarten und berichte dann von der anderen Seite des Ozeans!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Mar 15, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Mar 15, 2017