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Bachelor live

Semesterende

Die letzten Wochen eines Semesters sind mit Abstand die stressigste Zeit, denn es stehen Abgaben für Seminararbeiten und Klausuren an. Dieses Mal musste ich sogar alle Prüfungen innerhalb einer Woche schreiben. Das bedeutete, in den Wochen zuvor alles kreuz und quer lernen zu müssen. Kein Wunder also, dass ich mehr als erleichtert bin, nun endlich alle Klausuren hinter mir zu haben und in die vorlesungsfreie Zeit zu starten.
Ganz frei habe ich dann aber leider doch nicht. Zum einen muss ich während der Semesterferien eine Hausarbeit schreiben, mit der ich noch nicht ansatzweise angefangen habe. Nicht einmal für ein Thema konnte ich mich bisher entscheiden, geschweige denn Literaturrecherche betreiben oder gar ein Exposé erarbeiten. Die Abgabefrist ist jedoch erst Mitte September, sodass mir für all das noch genügend Zeit bleibt.
Zum anderen habe ich einen Ferienjob in einem kleinen Café angenommen, um ein bisschen Geld zu verdienen. Drei- bis viermal die Woche werde ich dort arbeiten. Das ist toll, denn von meinen Lohn kann ich mir nächstes Jahr vielleicht endlich mal wieder einen Sommerurlaub leisten.
Ganz so aufregend und ereignisreich werden meine Semesterferien also voraussichtlich nicht. Jedoch möchte ich mich darüber in keiner Weise beklagen, weil ich dafür einige Zeit in meiner Heimat verbringen und somit wieder mehr mit meinen Freunden und meiner Familie unternehmen kann, die ich während des Semesters kaum gesehen habe. Und darauf freue ich mich schon sehr!

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Aug 17, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Aug 17, 2017

Bachelor live

Bibliothekstage

In meinem ersten Semester war ich so gut wie nie in der Bibliothek. Warum auch? Lernen konnte ich auch zuhause und ich brauchte nur einige wenige Bücher, die ich selbst gekauft habe, und andere, die es auch in digitaler Form im Intranet meiner Uni zu finden gab. Zu Beginn meines zweiten Semesters war das jedoch zu Ende: Gleich zur Vorbereitung meiner ersten Referate brauchte ich eine ganze Menge Bücher. Außerdem stehen in diesem Semester für mich erstmals zwei Hausarbeiten an und die schreiben sich bekanntlich nicht ohne hilfreiche Literatur.
Also musste zuerst ein Bibliotheksausweis her und dann lagen auch schon die ersten Bücher auf meinem Schreibtisch. Es ist ein tolles Gefühl, im Keller der Bibliothek zwischen den vielen Hundert Büchern zu stehen und die richtigen zu suchen! In Bonn ist die Hauptbibliothek in vier Räume unterteilt – und wenn einmal versehentlich eine Tür zufällt, ist es gar nicht so einfach, sich zu orientieren. Ich jedenfalls hab mich schon einmal fast verlaufen.
Vor allem ist die Bibliothek aber auch super, wenn man zwar dringend lernen muss, einem zuhause aber die Decke auf den Kopf fällt: Selbst Sonntagnachmittag sind dort fast alle Plätze belegt, alleine fühlt man sich da nie! Weil Köln nicht weit von Bonn entfernt ist und einige meiner Freunde dort wohnen, war ich vor Kurzem dort in der Bibliothek und musste schmunzeln: In Bonn besteht die Hauptbibliothek aus einem großen Raum mit riesiger Fensterfront, durch die man auf den Rhein blicken kann. Rucksäcke und Taschen sind in der Bibliothek nicht erlaubt, ebenso wenig Getränkeflaschen, die mit etwas anderem als Wasser gefüllt, nicht aus Plastik und transparent sind. Als wir in Köln die Bibliothek betraten, schaute ich mich direkt nach den Schließfächern um, bis eine Freundin von mir zu lachen begann. In Köln muss man nicht einmal seinen Rucksack wegschließen! Auch wenn es wohl kaum erlaubt ist, merkt es doch niemand, wenn man zwischen dem Lernen etwas Schokolade als Nervennahrung isst oder sich kurz mit Freunden unterhält.
Für alle, die sich in diesem Sommer entscheiden werden, an welcher Uni sie studieren möchten, würde ich empfehlen, sich auch die Bibliothek mal anzuschauen! Sie ist bestimmt nicht das Wichtigste an einer neuen Wahlheimat, oft aber doch ein Ort, wo du viel Zeit verbringen wirst.

Bachelor live

Vienne calling I

„Hello, Vienna calling“, sang schon Falco. Ich folgte seinem Ruf und machte mich auf in die großartige Stadt an der Donau. Manchmal bekommt man hier das Gefühl, die Einwohner würden allesamt in Palästen wohnen, immer Hüte tragen und tatsächlich den Fiaker, also die Kutsche, nutzen, um von A nach B zu gelangen.
In Wien ist kulturell viel geboten. Eine Fotoausstellung zeigt die Entwicklung Wiens der vergangenen 40 Jahre in Pressefotografien. Spannend, dass da keine „Wende“ vorkommt. Das Volxkino lädt den ganzen Sommer über zu kostenlosen Open-Air-Filmvorführungen an verstecken Orten ein. Das mumok ist einer der pompösen Bauten im Museumsquartier, ein Tempel für moderne Kunst. Die Ausstellung zur feministischen Avantgarde der 70er-Jahre ist sehr interessant, schön sind die Exponate jedoch nicht. In einem Raum läuft ein dreizehneinhalbstündiges Video, das einen Plattenspieler beim Spielen grandioser Songs zeigt. Aber so lang hält man es nicht aus, auf den gefühlten 70 Stockwerken voller Input.
An anderen Ecken ist Wien wunderbar bodenständig und authentisch. Und jene Orte sind es dann auch, die im Kopf bleiben. In Danas Imbiss, einem kleinen Wohnwagen, gibt es Schnitzel und Pommes für 3,20 Euro. Hier sitzt die Nachbarschaft beisammen. Am Nebentisch unterhalten sich die tschechischen Bauarbeiter und trinken ihr Feierabendgetränk. Tschechische Nachnamen liest man noch heute überall in der Stadt, man hört reichlich slawische Sprachen in den Straßen, die Geschichte Tschechiens, das ja bis 1918 Teil Österreich-Ungarns war – man spürt sie noch heute. In Danas Imbiss trinkt man Bier oder einen „G’spritzten“. Letzteres ist das Sommergetränk der Österreicher, Wein mit Soda. Je nach Wahl gibt es ihn mit Rot- oder Weißwein, serviert wird er in 0,25-Liter-Henkelgläsern, ungefähr wie ein kleines Bierglas – und das heißt hier „Seidel“.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Aug 16, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Aug 16, 2017